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Markus Babbel ist neuer Trainer bei Hoffenheim

39-Jähriger tritt die Nachfolge des entlassenen Holger Stanislawski an - 10.02. 11:29 Uhr

Hoffenheim  - Holger Stanislawski ist weg, Markus Babbel ist da: Nur einen Tag nach der 0:1-Niederlage im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth ist Cheftrainer Stanislawski bei 1899 Hoffenheim entlassen worden.

Markus Babbel ist der neuer Trainer bei Hoffenheim.
Markus Babbel ist der neuer Trainer bei Hoffenheim.
Foto: dpa
Markus Babbel ist der neuer Trainer bei Hoffenheim.
Markus Babbel ist der neuer Trainer bei Hoffenheim.
Foto: dpa

„Ich bedaure sehr, dass die Mission von Holger Stanislawski zu diesem Zeitpunkt bereits beendet ist. Ich glaube nach wie vor, dass es die richtige Entscheidung war, ihn zur TSG zu holen und ich verstehe die Enttäuschung über seinen Abschied sehr gut“, ließ Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp in einer vom Klub verbreiteten Stellungnahme verlauten.

Der Mäzen schränkte aber auch ein: „Gleichwohl war ein Negativtrend seit dem Herbst unverkennbar.“ Jetzt hoffe er, „dass der neue Trainer das Ruder wieder herumreißen kann und die Köpfe der Spieler frei kriegt, damit die TSG wieder in ein ruhigeres Fahrwasser kommt.“


Dieser neue Trainer ist also nun Markus Babbel, jener Babbel, der in der Winterpause – ausgerechnet nach dem Spiel in Hoffenheim – nach einer wochenlangen Posse um eine eventuelle Vertragsverlängerung bei Hertha BSC entlassen worden war. Stanislawski wiederum waren letztlich die nackten Zahlen zum Verhängnis geworden: Ein Sieg aus den vergangenen zehn Bundesligaspielen, dazu das Aus gegen Fürth im Pokal waren zu viel für die Klubführung. Neben Stanislawski wurden auch die Co-Trainer Andre Trulsen und Klaus-Peter Nemet entlassen.

„Wir schätzen Holger Stanislawski als Menschen und als fachkundigen Trainer. Doch nach einem langen, konstruktiven Gespräch mit ihm sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten zu beenden“, sagte Manager Ernst Tanner. „Wir sind alle sehr enttäuscht“, sagte Kapitän Andreas Beck. Torhüter Tom Starke merkte allerdings an, dass die Spieler nicht über den Trainer-Rauswurf jammern dürften, denn: „Da hat jeder eine Aktie dran.“

Gescheitert ist Stanislawski auch an der Ungeduld der Klubführung. Dem eingeleiteten Sparkurs fielen viele Leistungsträger zum Opfer. Demba Ba (inzwischen Newcastle), Chinedu Obasi (an Schalke 04 ausgeliehen), Vedad Ibisevic (VfB Stuttgart) und Gylfi Thor Sigurdsson (ausgeliehen an Swansea City) haben den Verein verlassen. Die Ansprüche wurden aber nicht nach unten korrigiert.

Fans verärgert

Mäzen Hopp hatte seinen Trainer dann Anfang der Woche in einem Interview mit der „Rhein-Neckar-Zeitung“ angezählt. „Keine Linie“ sei bei Stanislawski zu erkennen, sagte der Milliardär.

Die Fans hatten „Pro-Stani“-Plakate hochgehalten und beim Verlesen der Aufstellung allen Spielern lautstark den Nachnamen „Stanislawski“ gegeben. Es klang wie ein Abschied und kam zu spät. „Die unverständliche Entscheidung bedient jedes negative Vorurteil, das bezüglich Hoffenheim in der Welt ist. Wir vermissen jegliche demokratische Strukturen im Verein, die sportliche Leitung lässt sich zu Spielbällen machen“, sagte Thomas Schmitz-Günther, Sprecher des Fanverbandes „Supporters Hoffenheim“ der dapd.

 Auch Manager Tanner steht unter Druck. Zwei Trainer hat er seit der Trennung von Ralf Rangnick geholt. Beide blieben kein Jahr. Tanners Verhältnis zu Hopp gilt als angeschlagen. Schon bei der Verpflichtung von Srdjan Lakic vom VfL Wolfsburg soll es zum Streit gekommen sein. Und auch bei der Diskussion über die Stanislawski-Nachfolge waren sich die beiden uneins.

Hopp soll Tanner nach dapd-Informationen aufgefordert haben, Gespräche mit Babbel aufzunehmen, der Manager hingegen eher Hoffenheims A-Jugend-Trainer Alfons Higl favorisieren. Diesen wollte er schon inthronisieren, ehe Hoffenheim dann den damaligen DFB-Trainer Marco Pezzaiuoli im Januar 2011 verpflichtete. Nun deutet aber alles auf Babbel hin. 



dapd

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