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Müder Club in Meckenhausen: Schleimer setzt Schlusspunkt

Volksfest beim TSV: Fannaher FCN gewinnt beim Kreisligisten (nur) 6:1 - 06.10.2017 20:49 Uhr

Beim vergleichsweise mageren 6:1 in Meckenhausen nutzten nur wenige Club-Spieler ihre Chance: Mit Ausnahme etwa von Lukas Schleimer. © Sportfoto Zink / DaMa


Schon in der Vorbereitung auf die auch erfolgreich in Angriff genommene Zweitliga-Saison hatte der FCN veritable Fan-Nähe bewiesen. Der Club versteht sich wieder selbst als das, was die Anhänger schon immer unter dem Altmeister verstanden. “Wir sind ein Club zum Anfassen“, hatte Michael Köllner, der aus Fuchsmühl im Landkreis Tirschenreuth stammende FCN-Coach, als Losung ausgegeben. Der “Vier-Himmelsrichtungen-Plan“ führte den Test-und-Freundschaftsspiel-Club fortan in alle Ecken des im wohlgesonnenen Umlands. An einem anfangs wolkenverhangenen, später regnerischen Freitagabend führte er den FCN nach Meckenhausen.

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Volksfest in Meckenhausen: Club bringt Magerquark mit

Das geht deutlicher! Der FCN mühte sich in Meckenhausen, der dort ansässige Kreisligist hatte die Begegnung bei einem Gewinnspiel an Land gezogen, zu einem letztlich noch halbwegs standesgemäßen 6:1-Erfolg. Im anfangs bewölktem, später regnerischem und hintenraus doch recht dunklem Hilpoltsteiner Ortsteil traf Patrick Kammerbauer doppelt, was auch Menschen auf einem Dach zur Kenntnis nahmen. Die Bilder...


Der TSV aus dem zu Hilpoltstein gehörenden 1200-Einwohner-Ort hatte die Begegnung mit nahbaren Nürnbergern auf Facebook gewonnen. Mehr als 150 Helfer bemühten sich dem Vereinsmotto “Ein Dorf, ein Team“ entsprechend darum, dass alles rund um den B-Platz herum perfekt war. Der perfekte Plan des Tabellenführers der Kreisliga Süd im Fußball-Gäu Neumarkt/Jura, der bereits vor 18 Jahren den Club empfangen hatte und damals eine halbe Stunde mit 1:0 führte (Endstand 1:14), einen ähnlichen Erinnerungswert wie 1999 zu schaffen, schien aus Gastgeber-Sicht indes rasch über den Haufen geworfen. Kurz nach Anpfiff hämmerte der von seiner Blinddarm-Operation gut erholte Patrick Kammerbauer den Club mit einem fantastischen 35-Meter-Schuss in Front.

Der FCN, der mit Ausnahme von U19-Talent Lukas Schleimer seine Startelf wie angekündigt aus dem Zweitliga-Kader akquirierte - Club-Coach Köllner gab freilich einigen Reservisten (Brecko, Jäger, Petrak, Fuchs) Spielzeit-, versuchte den erheblichen Klassenunterschied zum Kreisligisten anschließend mit flotten Kombinationen und Toren weiter zu verdeutlichen: Ex-Kapitän Miso Brecko, der nach einem Nürnberger Alu-Treffer, ins linke untere Eck abstaubte, stellte in der elften Minute folgerichtig auf 2:0.

Fuchs antwortet Fleischmann

Da der FCN im Vorwärtsgang fortan jedoch oft zu ungenau agierte und die Meckenhausener ihm nicht nur entschlossene Gegenwehr lieferten, sondern zunehmend frecher wurden, sollte das nächste Tor auf der Gegenseite zu notieren sein: Der TSV führte eine Freistoß schnell aus. Benjamin Fleischmann, der in der laufenden Kreisliga-Saison bereits neun Treffer in acht Partien markiert hatte, steuerte energisch nach vorn und bezwang FCN-Torhüter Thorsten Kirschbaum per Flachschuss (14.). Das muntere Toreschießen setzte drei Minuten später Club-Youngster Alexander Fuchs fort, der nach Zuspiel von Möhwald den alten Abstand in den Spielbericht fügte.

So schön die Startphase aus Sicht beider Vereine war, so unerquicklich sollte die Partie nachfolgend zumindest aus Nürnberger Perspektive werden. Der Kombinationsfluss des FCN versandete in Strafraumnähe, weitere Tore oder Hochkaräter des Zweitligisten waren gegen gut sortierte, frech verteidigende Hausherren bei zwischenzeitlich starkem Regen bis zur Pause nicht zu verzeichnen. Mit einer Ausnahme: Ein Treffer von Schleimer fand aufgrund einer zuvorigen Abseitsstellung keine Anerkennung.

Freitag trifft am Freitag

Nürnbergs talentierte Offensivkraft blieb nach Wiederbeginn zunächst draußen. Vielleicht ein Grund dafür, dass der Plan des Kreisligisten, unter zehn Gegentoren zu bleiben, Mitte des zweiten Durchgangs immer erfolgsversprechender wurde. Bei tristem Wetter entwickelte sich die Partie aus Sicht der Club-Fans zu einem immer müderen Kick. Nachdem andere Einwechselspieler Möglichkeiten ausgelassen hatten, war es Alexander Freitag, der für Nürnberg nun ebenfalls auf dem Feld war, vorbehalten, in der 79. Minute mit einem satten Schuss auf 4:1 zu erhöhen.

Es war ein Zwischenstand, mit dem der tapfere TSV leben konnte und das nach der Partie in Person von Kapitän Michael Brandl auch dementsprechend äußerte. Der frühere Klosterer hatte zuvor viele Zweikämpfe gewonnen, die Vorarbeit zum 1:2 geleistet und sogar einen Club-Spieler getunnelt. Brandls Zufriedenheit war auch mit Blick auf den Endstand zu notieren. Einem Endstand, der schließlich noch zum 6:1 für Meckenhausens Lieblingsgegner wurde. Da sich Kammerbauer, der nach einer kollektiven Konfusion im Sechzehner des Kreisligisten zur Stelle war, noch als Doppelpacker betätigte und auch der schussstarke, wieder eingewechselte Schleimer traf, machte der Club das halbe Dutzend voll.

Hühnerbrust, Köllner, Volksfest

Danach ging es - so war es zumindest angekündigt .- ins Sportheim. Dort, wo ein Erinnerungsfoto von der 1999'er-Partie hängt. Der Club hatte Hühnerbrust, drei Nudelsorten, Salat und Hühnchengeschnetzeltes bestellt. Ob ihm der Appetit nach der vergleichsweise mühsam gewonnenen Regenschlacht vergangen war, ist nicht überliefert, aber unwahrscheinlich: FCN-Coach Köllner äußerte sich angetan darüber, dass er auf dem trotz Flutlicht schummrigen Platze Jugendspieler herangeführt hatte. Bei den FCN-Fans in Meckenhausen und der Umgebung hatte der FCN trotz aller Mängel für Volksfeststimmung gesorgt – und sich wieder einmal als “Club zum Anfassen“ erwiesen. 

apö

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