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Nach Ausschreitungen in Brixen: Greift der Club jetzt durch?

Verein distanziert sich von den Vorfällen - Ermittlungen dauern an - 10.08.2018 15:59 Uhr

Fast eine Woche nach den Ausschreitungen rund um das Testspiel des 1. FC Nürnberg gegen den FC Bologna in Brixen laufen die Ermittlungen der Polizei weiter. Anhänger beider Fanlager sind nach der Partie aneinandergeraten und lieferten sich in der norditalienischen Stadt eine wüste Schlägerei, bei der Mülltonnen, Stühle und Glasflaschen flogen. Ein Anhänger des italienischen Klubs verletzte sich dabei am Kopf. 

Mit vor Ort waren auch zwei szenekundige Beamte, wie die Polizei Mittelfranken mitteilt. Ob bereits im Vorfeld ein erhöhtes Risiko für Auseinandersetzungen bestanden habe, kann Robert Sandmann, Pressesprecher der Polizei Mittelfranken, nicht beantworten. "Wir hatten zwei szenekundige Beamte entsandt, die teilweise auch etwas von der Schlägerei mitbekommen haben", so Sandmann.

Die Entscheidung, wann solche in ziviler Kleidung auftretende Polizisten eingesetzt werden, falle dabei aber von Spiel zu Spiel. Laut ersten Medienberichten sind Nürnberger Fans von Anhängern des FC Bologna provoziert worden. Über den Inhalt der Provokationen kann die Polizei allerdings noch keine Angaben machen, fest steht lediglich, dass Club-Angreifer Edgar Salli seitens der italienischen Zuschauer mit Affenlauten verhöhnt wurde.

Der Club distanziert sich

Bei rund 150 Fans soll nach Angaben des 1. FC Nürnberg eine polizeiliche Personalien-Feststellung durchgeführt worden sein. Der Verein "verurteilt Gewalt und Rassismus in der Gesellschaft wie im Fußball auf das Schärfste und distanziert sich in aller Deutlichkeit von diesen unschönen Szenen und den beteiligten Personen", teilte Katharina Fritsch, Leiterin der Unternehmenskommunikation beim FCN, auf Nachfrage von nordbayern.de mit. Der Club stehe im engen Austausch mit der Nürnberger Polizei, welche wiederum die italienischen Beamten bei der Ermittlung von Tätern unterstütze.

Welche Konsequenzen die Auseinandersetzung für Beteiligte hat, ließ der Verein allerdings noch offen: "Überführte Straftäter müssen, neben den strafrechtlichen Konsequenzen, auch mit Sanktionen seitens des 1. FCN rechnen", heißt es in der Mitteilung. In wievielen Fällen die Ermittlungen überhaupt erst zu Gerichtsverfahren und Verurteilungen führen, ist unklar und könnte sich womöglich über einen langen Zeitraum hinziehen. 

ama

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