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Nach mäßigen Saisonstart: Zrelak soll langfristig helfen

Der Slowake soll sich beim Club entwickeln, das Vorbild kennt jeder - 09.09.2017 16:04 Uhr

Seine Zeit soll noch kommen: Stürmer Adam Zrelak. © Sportfoto Zink / DaMa


Marek Mintal hat gerade diese Geschichte vom Heimweh erzählt. Er ist jetzt 40 Jahre alt, die Bild-Zeitung gratulierte und interviewte Mintal zu diesem Anlass. Man sprach natürlich über Fußball und über den jungen Mintal. 25 Jahre war er alt, als ihn der 1. FC Nürnberg verpflichtete. Ein Slowake, der bis dahin für den MSK Zilina gekickt hatte und der nun den FCN zurück in die Bundesliga schießen sollte. Ein Vorhaben, das schließlich klappte, aber beinahe schon früh abgebrochen worden wäre.

Nach ein paar Wochen am Valznerweiher dachte Mintal nämlich gar nicht mehr daran, irgendjemanden irgendwohin zu schießen, schon gar nicht diesen Club aus Nürnberg, wo er niemanden verstand. Mintal fuhr nach Hause, es war eine kleine Flucht - und es dauerte ein bisschen, bis Mintal beschloss, dass er wieder zurückkommt nach Franken. Es war der Beginn einer Liebesgeschichte, die im Pokalgewinn 2007 ihren Höhepunkt fand, mit Mintal als Helden, der erst ein Tor schoss und dann im Krankenhaus landete.

Mit Frau und Kind

Seitdem suchen sie beim Club einen wie Mintal, der eigentlich immer noch Publikumsliebling ist. Gefunden hoffen sie so einen jetzt in Adam Zrelak zu haben, der auch Slowake ist, ebenfalls ein Angreifer und ansonsten natürlich nichts kann für die Vergleiche, die in Nürnberg immer gefällt werden mit Mintal, wenn da einer ein slowakischer Angreifer ist.

Immerhin: Heimweh hat Zrelak noch nicht, das behauptet zumindest Michael Köllner, der Trainer, der den 23-Jährigen nach Nürnberg geholt hat. Dass es aber auch für Zrelak zu Beginn noch nicht so wirklich gut läuft, das weiß Köllner auch. 105 Einsatzminuten, kein Tor - dass Zrelak den Club mal in die Bundesliga schießen könnte ist derzeit nur eine vage Hoffnung. Nur langsam, sagt Köllner, wenn man ihn darauf anspricht, Zrelak braucht Zeit: "Er kommt aus der tschechischen Liga, und man merkt eben, dass die 2. Bundesliga in Deutschland inzwischen ein recht hohes Niveau hat, außerdem ist Adam ein U 21-Spieler." Einer, der zuletzt auch ein bisschen verletzt war, eine Innenbanddehnung machte Adam Zrelak, der mit Frau und Kind nach Nürnberg gekommen ist, zuletzt zu schaffen. Jetzt aber trainiert er wieder mit den anderen, gegen den FC St. Pauli wird er am Montag deshalb auch mindestens wieder auf der Bank sitzen. Sie haben beim Club ja nicht so viele Stoßstürmer - Mikael Ishak, der andere, hat zwar ein paar Einsatzminuten mehr als Zrelak, aber eben auch noch kein einziges Mal ins Tor getroffen.

Spricht man mit Zrelak darüber, warum weder er noch Ishak bislang ein Tor haben bejubeln können, dann muss man seine Sätze ein wenig interpretieren. Am Ende ahnt man dann, dass zum einen Köllners System Stoßstürmer nicht unbedingt bevorzugt, weil sie sehr viel in der Defensive arbeiten müssen, zum anderen Zrelak es wohl lieber hätte, wenn er einen weiteren Stürmer an seiner Seite wüsste. Ärgerlich, dass dieser Marek Mintal gerade 40 Jahre alt geworden ist. 

FADI KEBLAWI

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