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Nächster Gegner Düsseldorf: Das erwartet den 1. FC Nürnberg

NZ-Sportredakteur Uli Digmayer nimmt die Fortuna unter die Lupe - 28.09.2018 09:29 Uhr

Rekordaufsteiger Friedhelm Funkel steht mit der Fortuna in der Bundesliga - und ist mit fünf Punkten aus fünf Spielen ungefähr im Soll. © Sascha Schuermann/AFP


So ist die Lage: Düsseldorf verlor zwar sein Auftaktspiel gegen Augsburg (1:2), fand sich dann aber überraschend schnell wieder in der Liga zurecht: Zwei respektable Unentschieden in Leipzig (1:1) und Stuttgart (0:0) sowie ein nicht unbedingt zu erwartender Heimsieg gegen Hoffenheim (2:1) sorgten am Rhein für dezente Euphorie, die am Dienstag durch eine 1:2-Heimniederlage gegen Leverkusen allerdings einen kleinen Dämpfer bekam. Trotzdem liegt der im Sommer mit zwölf Neuzugängen verstärkte Aufsteiger ebenso wie der Club mit fünf Punkten ungefähr im Soll. Am Samstag fehlen die verletzten Diego Contento, André Hoffmann, Oliver Fink und Kenan Karaman.


Beeindruckend: Trainer Friedhelm Funkel mag wie ein Relikt aus längst vergangenen Fußballtagen anmuten und wegen seiner unglamourösen, mitunter etwas spröden Art belächelt werden - sechs Bundesliga-Aufstiege zeugen aber von den fachlichen Qualitäten des 64-jährigen Westfalen. Bayer Uerdingen (1992, 1994), den MSV Duisburg (1996), den 1. FC Köln (2003), Eintracht Frankfurt (2005) und nun Düsseldorf hat Funkel nach oben geführt - ein einsamer Rekord in der deutschen Fußballgeschichte.


Ausbaufähig: Beim 1:2 gegen Leverkusen versäumte es die Fortuna, sich für eine couragierte Vorstellung in der ersten Halbzeit (8:0 Torschüsse, zwei Großchancen) zu belohnen - nicht zum ersten Mal in dieser Saison fehlte dem Team die Effektivität. Wie Nürnberg hat auch Düsseldorf noch Probleme, über 90 Minuten eine konstante Leistung auf den Platz zu bringen.


Im Fokus: Mit Marvin Ducksch schnappte sich Düsseldorf den Top-Torjäger der vergangenen Zweitligasaison. 2,1 Millionen Euro überwies man für den robusten Angreifer an den FC St. Pauli, der Ducksch zuletzt an Holstein Kiel ausgeliehen hatte. Dort gelang dem gebürtigen Dortmunder der Durchbruch, mit 18 Treffern hatte er erheblichen Anteil am sensationellen dritten Tabellenplatz des Neulings. In dieser Saison wartet der 24-Jährige noch auf seine Torpremiere, einen Stammplatz hat er dank seiner engagierten Spielweise trotzdem so gut wie sicher. 


Die Bilanz: Von bislang 24 Bundesligaduellen gewann der Club 13, die Fortuna nur vier, siebenmal teilte man sich die Punkte. Auch die Gesamtbilanz spricht klar für Nürnberg (23 Siege, neun Unentschieden, 14 Niederlagen). Der letzte Erfolg datiert vom 8. Dezember 2012, Sebastian Polter und Markus Feulner sicherten damals einen 2:0-Heimsieg. Besonders schmerzlich in Erinnerung ist die unglückliche Last-Minute-Heimpleite am letzen Spieltag der vergangenen Saison (2:3) - sie kostete den Club noch die schon sicher geglaubte Zweitligameisterschaft.

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Man kennt sich: Club-Spuren sucht man im aktuellen Fortuna-Kader vergeblich, allerdings dürfte zumindest die Stadt Nürnberg einem Quartett nicht allzu fremd sein: Niko Gießelmann, Matthias Zimmermann, Co-Trainer Thomas Kleine und Teammanager Sascha Rösler spielten einst in der Nachbarschaft bei der SpVgg Greuther Fürth.


Und sonst so? In Düsseldorf setzt man im Kampf um den Klassenerhalt auf himmlischen Beistand: Stadtdechant Monsignore Ulrich Hennes lud Ende August zu einem Saisoneröffnungs-Gottesdienst in die altehrwürdige Basilika St. Lambertus. Im Beisein von Oberbürgermeister Thomas Geisel und Mannschaftskapitän Oliver Fink wurde zu den Klängen der Toten-Hosen-Hymne "Tage wie diese" (Orgelversion) eine Kerze mit Fortuna-Logo gesegnet, die nun an jedem Spieltag entzündet wird. Als vor zwei Jahren der Abstieg in die 3. Liga drohte, hatte man ähnliche Maßnahmen ergriffen - mit Erfolg. 

Uli Digmayer

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