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Nette Anekdoten verbinden BVB-Trainer Klopp und Fürth

Erinnerungen zwischen süß und sauer - 20.03.2012 08:00 Uhr

An die Duelle mit der Spielvereinigung hat er keine guten Erinnerungen: Jürgen Klopp konnte als Trainer bislang noch nie gegen Fürth gewinnen.

An die Duelle mit der Spielvereinigung hat er keine guten Erinnerungen: Jürgen Klopp konnte als Trainer bislang noch nie gegen Fürth gewinnen. © Marius Becker (dpa)


Manche Protagonisten betreten den Platz beim Einlaufen grundsätzlich erstmal mit dem rechten Fuß, manche legen Wert darauf, welchen Schuh sie als erstes in der Kabine anziehen. Mike Büskens ist da keine Ausnahme. Der Fürther Trainer aber hält seine Marotten geheim, bei seinem Dortmunder Pendant Jürgen Klopp ist das ganz ähnlich.

Irgendetwas werden sich beide einfallen lassen. Büskens wird wieder jeden einzelnen Dortmunder vom Spieler bis zum Betreuer auf der Gästebank persönlich mit Handschlag begrüßen. Noch etwas mehr Grund abergläubisch zu sein, dürfte aber Klopp haben. Der inzwischen zum kultig-charmanten TV-Plauderer aufgestiegene Fußballlehrer hat als Trainer noch nie gegen eine Fürther Mannschaft gewinnen können.

In seiner Zeit an der Bande beim FSV Mainz holte er in den acht Vergleichen mit dem „Kleeblatt“ gerade mal ein Unentschieden. Den Rest würde er wohl am liebsten unter den Teppich kehren. „Das beste wird sein, wir schicken die Punkte künftig gleich nach Fürth. Hier gibt es für uns nie was zu holen“, hatte er im April 2004 von sich gegeben. „Kloppo“ hatte in Fürth gerade wieder einmal verloren.

Dererlei Begebenheiten spielen in der Vorbereitung auf so ein Spiel erfahrungsgemäß eher eine untergeordnete Rolle. Die Verantwortlichen beider Lager versichern sich wechselweise großen Respekt und Anerkennung für die geleistete Arbeit. Das erinnert ein wenig an einen Boxkampf mit offenem Ende, bei dem zuvor öffentlichkeitswirksam ordentlich gekuschelt wird.

So gab BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke unmittelbar nach der Auslosung ein paar zuckersüße Sätze von sich. „Gefühlt ist Fürth ohnehin ein Erstligist, weil es immer an der Schwelle zur ersten Liga steht. Das wird ein ganz heißer Tanz. Die Chancen stehen 50:50“, hatte Watzke ungeachtet der offensichtlich frappierenden Ungleichheiten zwischen den Konkurrenten gesäuselt.

„Was soll er auch sagen?“, stellte Fürths Trainer Büskens in den Raum. „Die kommen hier ja nicht dem Fahrrad vorbei. Die haben auch mitbekommen, dass wir vernünftig Fußball spielen“, wollte der langjährige Profi die eigene Arbeit nicht ganz kleinreden, betonte aber: „50 Prozent schmeichelt uns schon sehr.“

Ausgeschlossen ist aber nichts, und dafür muss man nicht die allgemein bekannte Fußballfloskel vom Pokal, der seine eigenen Gesetze hat, bemühen. In Dortmund und Fürth wissen sie das, zumindest alteingesessene Anhänger. Am 4. August 1990 waren die Dortmunder schon einmal als großer Favorit angereist. Damals aber gelang der Spielvereinigung eine Sensation: Als erster Viertligist in der deutschen Fußballgeschichte schaltete der Landesligist den Cupverteidiger aus. 3:1 hieß es in der ersten Runde, obwohl die Fürther nach einer Roten Karte schon früh dezimiert waren. Im Pott redete man von der „schlimmsten Blamage im Pokal“.

Dementsprechend ernst nimmt man die Aufgabe in Fürth nun in Dortmund. „Brutal ernst“, sagt Klopp. Aber wann immer die Schwarz-Gelben bisher ein Pokal-Halbfinale auswärts bestritten, flogen sie raus. Ein wenig Aberglaube darf schon sein... 

Florian Pöhlmann

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