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Niclas Füllkrug sieht beim Club seine Zukunft

Ex-Fürther: "Hatte andere Angebote, aber ich wollte unbedingt zum 1.FC Nürnberg - 11.07.2014 05:58 Uhr

Voller Selbstvertrauen versucht Neuzugang Niclas Füllkrug alle Hürden, die sich ihm in den Weg stellen, zu überspringen.

Voller Selbstvertrauen versucht Neuzugang Niclas Füllkrug alle Hürden, die sich ihm in den Weg stellen, zu überspringen. © Uwe Mühling


Der Trainer, die Fans und die erstklassigen Trainingsbedingungen hatten ihn überzeugt. „Ich hatte andere Angebote, aber ich wollte unbedingt zum Club. Nürnberg soll meine neue Heimat werden. Hier will ich mir ein neues Leben aufbauen“, erzählt Füllkrug. Worte, die für einen 21-Jährigen erstaunlich reif klingen.

Seinen letzten Versuch, vorübergehend anzukommen, hatte er nur ein paar Kilometer weiter westlich bei der SpVgg Greuther Fürth unternommen. Ohne Erfolg. Sein Stammverein Werder Bremen hatte den Angreifer dorthin in die zweite Liga verliehen. Spielpraxis sammeln, lautete die Maxime und nicht zwangsläufig neue Freunde fürs Leben finden. „Es war ja von vorneherein klar, dass ich nach dem Jahr wieder wechseln würde. Vielleicht ist es deswegen gescheitert“, erzählt „Fülle“.

Anfangs lief es noch gut in Fürth. Füllkrug spielte und ließ mit einem Viererpack gegen Erzgebirge Aue aufhorchen. Danach bremste ihn eine Sprunggelenksverletzung aus. Eine Auseinandersetzung im Training mit Routinier Goran Sukalo drückte intern zudem auf die Stimmung. Auf die Beine kam Füllkrug in Fürth jedenfalls nicht mehr.

164 Tore in einer Saison

Als die Talentspäher der Branchenriesen auf ihn aufmerksam wurden, war er gerade mal 13 Jahre alt. 164 Tore hatte Füllkrug einmal in einer F-Jugendsaison geschossen und auch danach nicht aufgehört, Tore wie am Fließband zu erzielen. Die großen Vereine wurden neugierig. Bremen bot ihm das beste Gesamtpaket, stach Bayern München, Borussia Mönchengladbach, Hannover 96 und den VfL Wolfsburg aus.

Füllkrug verließ das Elternhaus und zog ins Werder-Internat direkt im Stadion. Eine Zeit, die ihn geprägt, die er vor allem aber genossen hat: „Man nimmt Freundschaften für das Leben mit. Man reift aber auch und lernt, Entscheidungen alleine zu treffen.“

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Sportlich machte der Abiturient auch seinen Weg. Im Januar 2012 feierte er bei den Bremer Profis sein Debüt gegen Bayer Leverkusen. Seinen ersten Treffer erzielte er im sechsten Spiel, als er zum ersten Mal in der Startelf stand gegen Augsburg. „Ich habe einen Jubellauf gestartet, der gar nicht mehr aufgehört hat“, erinnert er sich. Sein Selbstbewusstsein zehrt noch heute davon: „Ich bin selbstbewusst, was meine Leistung angeht. Sicher habe ich in Fürth nicht alle Gegner kaputt geschossen, es geht immer besser, weil ich denke, dass ich das Potenzial dazu habe.“

Den Vorwurf, den er immer wieder hört, zu den weniger lauffreudigen Angreifern zu zählen, kann er statistisch widerlegen: „Ich laufe pro Spiel durchschnittlich zwölf Kilometer.“ In Fürther Kreisen sagte man ihm auch eine gewisse Egozentrik nach. Für Kritik sei er nicht immer zugänglich gewesen. So in etwa erreichte das auch Club-Coach Valerien Ismael, der sich in einem persönlichen Gespräch aber vom Gegenteil überzeugen konnte. „Er weiß, dass er Fehler gemacht hat. Er weiß, woran er arbeiten muss“, sagte Ismael.

Integration beim Club

Und Zweifel an einer gelungenen Integration beim Club will auch Füllkrug gar nicht erst aufkommen lassen. Deshalb schloss er auch eine erneute Ausleihe von Bremen kategorisch aus, eine Rückkaufoption für Werder in zwei Jahren konnte er aber nicht verhindern. „Ich will hier bleiben, wenn es gut läuft, aber auch wenn es nicht so gut läuft“, sagt Füllkrug.

Das pikante Wiedersehen mit seinem Ex-Verein SpVgg Greuther Fürth am zweiten Spieltag löst bei ihm keine nervösen Zuckungen aus. Die Pfiffe, die er für seinen Grenzgang zum Rivalen ernten dürfte, werden ihn kalt lassen. Das Einzige, was ihm im Derby wichtig sein wird, ist, „dass mich die Nürnberger Fans unterstützen und wir gewinnen. Der Rest ist mir . . . egal."

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Stefan Jablonka

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