Dienstag, 13.11.2018

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Nürnbergs Nothelfer: Mathenia überzeugt im Club-Kasten

Erfahrener Keeper gefällt beim FCN mit seinem Können und seiner Ruhe - 06.11.2018 05:49 Uhr

Bleibt auch in schwierigen Situationen gelassen: Christian Mathenia macht beim Club nicht nur aufgrund seiner Handlungsschnelligkeit zwischen den Pfosten einen guten Eindruck. © Sportfoto Zink / WoZi


Christian Mathenia hat eine Woche hinter sich, wie sie der deutsche TV-Konsument nur noch aus der Zeit vor der Erfindung der Video-Streamingdienste kennt. Wo Mathenia auch hinschaute, er sah nur schlechte Wiederholungen. Am Sonntag vor einer Woche kassierte der Torwart des 1. FC Nürnberg gegen Eintracht Frankfurt ein Tor, das so ging: Flanke von links, der Ball rauscht durch den Fünfmeterraum, einer steht frei und trifft. Am Samstag kassierte er gegen den FC Augsburg dann ein Tor, das so ging: Flanke von links, Fünfmeterraum-Rauschen, einer frei, Treffer.

Zauberschüsse und keine Zweifel 

Am Mittwoch war Mathenia mit dem Club in Rostock. Er kassierte folgendes Tor: Freistoß in zentraler Position, Zauberschuss, Tor. Am Sonntag in Augsburg dann: Freistoß in zentraler Position, Zauberschuss, Tor.

Es war trotzdem eine gute Woche für Mathenia und auch für den 1. FC Nürnberg. Sie haben sich ja gegen Frankfurt, diese formstarke Mannschaft aus dem oberen Bundesliga-Tabellenbereich, trotzdem einen Punkt erkämpft. Sie haben außerdem das Pokalspiel in Rostock trotzdem noch gewonnen, weil Mathenia im Elfmeterschießen einmal richtig zupackte. In Augsburg gab es dann noch den nächsten Bundesliga-Punkt, von denen sie sich ja jeden hart erkämpfen müssen. "Das zeigt, dass wir mental gut drauf sind", sagte Mathenia über das Spiel in Augsburg und meinte den Umstand, dass sie dort zweimal einen Rückstand aufgeholt hatten.

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Dass sie mental gut drauf sind, das hat man sich vor ein paar Wochen kaum vorstellen können und hat auch mit Mathenia zu tun. Der wechselte vor der Saison vom mental seit Jahren dahinschlingernden Hamburger Sportverein nach Nürnberg, um dort den Aufstiegstorwart Fabian Bredlow herauszufordern. Das machte Mathenia von Beginn an und mit großer Gelassenheit.

Er blieb auch dann gelassen, als sich Trainer Michael Köllner vor dem Saisonstart dann entschied, doch wieder den 23-Jährigen Bredlow mit den Aufgaben der Nummer eins zu betrauen. Mathenia setzte sich auf die Bank und sah von dort aus, wie der Club und Bredlow sehr ordentlich in die Saison kamen, dann aber bei den aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen in Dortmund und Leipzig gleich 13 Gegentreffer quittieren mussten.

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Erstaunliche Präsenz

13 Gegentore in zwei Spielen, man kann mit Blick auf so eine Statistik schon einmal eine Torwartdiskussion beginnen, auch wenn der arme Bredlow in beiden Spielen von seinen Vorderleuten sehr im Stich gelassen wurde. Verständnis dafür, dass nun eine Torwartdiskussion ansteht, äußerte in Leipzig als einer der ersten: Fabian Bredlow.

Eine Länderspielpause später gab gegen die TSG Hoffenheim Mathenia sein Pflichtspieldebüt für den 1. FC Nürnberg. Es wurde zu einem Spektakel. Gegen die TSG Hoffenheim sorgte Mathenia nach Hanno Behrens’ Führungstreffer im Alleingang dafür, dass dieses 1:0 bis zur Pause hielt. Dass es am Ende 1:3 stand, war am wenigsten Mathenias Schuld. Der hatte mit erstaunlicher Präsenz für Ruhe gesorgt und die Torwart-Diskussion innerhalb von nur 90 Minuten wieder beendet.

Dass die Nürnberger seither wieder stabiler daherkommen, hat natürlich damit zu tun, dass ihnen Gegner von der Qualität Dortmunds und Leipzigs nicht mehr begegnet sind, es hat aber auch mit Mathenia zu tun. Die Ruhe des 26-Jährigen fällt auf im Vergleich mit dem überaus talentierten Profi-Auszubildenden Bredlow.

Wiederholung beim Ex-Verein? 

Zuletzt sah man sie in Rostock. Während des Elfmeterschießens flogen die Bierbecher von den Zuschauerrängen in Richtung Mathenia. Der sammelte sie auf, hielt den Elfmeter - und würde sich wahrscheinlich nicht ärgern, wenn es im Achtelfinale bei seinem Wiedersehen mit dem Hamburger Sportverein zu einer Wiederholung kommen würde. 

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Fadi Keblawi

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