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Palacios soll beim Club ein eiskalter Vollstrecker werden

"Wir müssen sie in die Position bringen", sagt Trainer Michael Köllner - 31.07.2018 05:52 Uhr

Federico Palacios hofft, dass bei ihm in Natz der Knoten geplatzt ist. © Sportfoto Zink


In den Tagen in Südtirol gibt sich das Trainerteam des 1. FC Nürnberg viel Mühe, Spielformen herzustellen, in denen die Offensivspieler an ihrer Abschlussstärke arbeiten können. "Wir müssen sie in die Position bringen, in der sie ihre individuelle Klasse dann auch zeigen können", erklärt Chef-Trainer Michael Köllner, der in Mikael Ishak einen verlässlichen Torschützen weiß, in Federico Palacios neuerdings einen weiteren schwer vermuten kann.


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Als sich die Profis in die künstlich hergestellte Szenerie bewegten, mit kurzem Anlauf in den Strafraum sprinteten, um dort ein scharfes Zuspiel auf engem Raum mit möglichst wenigen Ballkontakten zu verwerten, stach Palacios hervor. Der Offensivspieler versenkte die Bälle handlungsschnell, nach versierten Körperbewegungen mit präzisen Schüssen. "Wenn er nur annähernd so spielt, dann haben wir einen Riesenspieler", war Köllner hinterher beeindruckt.

"Ich habe das halbe Jahr zuvor fast kein Fußball gespielt"

In der Winterpause hatte sich der 23-Jährige von RB Leipzig zum Club transferieren lassen. Nürnberg suchte Tiefe für den Kader, Palacios reizte die in Aussicht gestellte Spielpraxis beim damaligen Zweitligisten. "Mein Start war super, sogar ein bisschen überraschend für mich. Ich wollte mich eigentlich erst einmal finden, reinkommen und mich an die Mannschaft gewöhnen", erinnert sich Palacios, der gleich im zweiten Spiel gegen Erzgebirge Aue drei Tore beim 4:1-Sieg auflegte. In einer Art, die spektakulär anmutete. Auch wenn er sich an die Mannschaft und das Spielsystem schnell gewöhnt hatte, das intensive Training ließ seinen Akku leer werden.

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"Hinten raus fehlte ihm der Dampf", sagte Köllner, der im Endspurt auf fittere Spieler setzte. "Ich glaube, das ist normal. Ich habe das halbe Jahr zuvor fast kein Fußball gespielt. Nach den vielen Spielen bin ich dann in ein kleines Loch gefallen", gesteht Palacios. In Leipzig, wo er sich in illustrer Gesellschaft von Yussuf Poulsen und Naby Keita befand, gleichzeitig aber auch einen aussichtslosen Konkurrenzkampf führte, kam er nicht zum Zug und stagnierte in seiner körperlichen Entwicklung. "Die Spieler, die nicht im Kader standen, haben dann zu zweit oder zu dritt
trainiert. Das war nicht optimal."

Gefühl für Raum, Zeit und Tempo

Umso bemerkenswerter sein Blitzstart beim Club: "Ich war einfach heiß auf die neue Aufgabe und wollte Gas geben." Konditionell ist er nun auf einem Level mit den neuen Kollegen. An Muskelmasse will der 1,70-Meter-Mann noch zulegen, ohne an Wendigkeit und Dribbelstärke einzubüßen. Denn von ihm erhofft sich der Club gerade auf seiner hängenden Position zwischen Abwehr und Angriff wichtige Impulse, die zu Toren führen sollen. "Es wird nicht viele Räume zwischen den Linien geben. Da braucht man schon eine Lupe, um sie zu finden. Aber Federico ist einer dieser Spieler, der sie findet", lobt Köllner.


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Sein Gefühl für Raum, Zeit und Tempo und den dafür perfekten Pass in die Schnittstellen hat er bereits hinterlegt. Das Filigrane in seinem Spiel habe er von seinem spanischen Vater, "nur vom spanischen Temperament habe ich nicht so viel abbekommen". Dafür aber noch "ein gutes Auge", stellt Palacios, nach seinen Stärken gefragt, selbstzufrieden fest. Seine Torgefährlichkeit konnte er wiederum in der Liga noch nicht zeigen. "Aber mit dem Tor im Testspiel gegen Würzburg hoffe ich, dass der Knoten jetzt geplatzt ist."

"Es hat in Leipzig trotzdem Spaß gemacht"

Geboren wurde Palacios in Hannover, später im Alter von 14 Jahren führte ihn sein Weg zum VfL Wolfsburg. Mit deren A-Junioren wurde er 2012/13 deutscher Meister. Im Jahr darauf erzielte er in 29 Partien
16 Tore. Nur an den etablierten Profis beim Werksklub führte kein Weg
vorbei, ähnlich wie bei RB Leipzig, wohin er sich nach einer halbjährigen Leihe zum Drittligisten Rot-Weiß Erfurt transferieren hatte lassen.

"Es hat in Leipzig trotzdem Spaß gemacht. Mit diesen Spielern zu trainieren, ist für junge Spieler nur förderlich", sagt er. Und immerhin zu zwei Kurzeinsätzen kam er in der Bundesliga. Ein Tor fehlt ihm noch, weil er bei seinem Bundesligadebüt gegen Borussia Dortmund einen Fingerbreit im Abseits stand. "Man muss es nicht unbedingt geben. Es wäre in der 93. Minute das 1:1 gewesen."

Dann muss es eben mit dem Club gelingen. "Ich habe eigentlich immer viele Tore gemacht. Ich wusste schon immer, wo das Tor steht", geht Palacios das Abenteuer selbstbewusst an. Michael Köllner hört das gerne, und gesehen hat er es im Training ja auch schon. 

Stefan Jablonka

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