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Problemfall Ekici: Werders Fünf-Millionen-Euro-Missverständnis

Beim FCN top, bei Bremen bislang ein Flop - Kreativkraft gegen Nürnberg wohl nur Reservist - 22.02. 13:17 Uhr

Bremen   - Die Fußstapfen sind groß, in die Mehmet Ekici bei Werder Bremen getreten ist. Möglicherweise zu groß. Dem Vergleich mit seinen Vorgängern Micoud, Diego und Özil hält der Millionen-Einkauf nicht stand. Gegen seinen Ex-Klub Nürnberg sitzt der Türke wohl nur auf der Bank.

Ein Bild aus glücklicheren Zeit: Im Club-Dress glänzte Mehmet Ekici etwa beim 3:2-Auswärtssieg in Bremen im Oktober 2010, bei seinem neuen Arbeitgeber läuft
Ein Bild aus glücklicheren Zeit: Im Club-Dress glänzte Mehmet Ekici etwa beim 3:2-Auswärtssieg in Bremen im Oktober 2010, bei seinem neuen Arbeitgeber läuft's für den Edeltechniker derweil nocht nicht nach Plan.
Foto: dapd
Ein Bild aus glücklicheren Zeit: Im Club-Dress glänzte Mehmet Ekici etwa beim 3:2-Auswärtssieg in Bremen im Oktober 2010, bei seinem neuen Arbeitgeber läuft
Ein Bild aus glücklicheren Zeit: Im Club-Dress glänzte Mehmet Ekici etwa beim 3:2-Auswärtssieg in Bremen im Oktober 2010, bei seinem neuen Arbeitgeber läuft's für den Edeltechniker derweil nocht nicht nach Plan.
Foto: dapd


Die Karriere von Mehmet Ekici ist ins Stocken geraten. Seit seinem Wechsel für rund fünf Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg zu Werder Bremen im vergangenen Sommer stößt der Fußball-Profi permanent an seine Grenzen. 18 Bundesligaspiele absolvierte Ekici für Werder bisher. Kein einziges ging dabei über die volle Distanz – überzeugen konnte der 21 Jahre alte türkische Nationalspieler nicht.

„Bei allem Respekt für Nürnberg, aber Werder ist eine andere Nummer“, sagte Klubchef Klaus Allofs dieser Tage über das Bremer Sorgenkind und dessen Anpassungsprobleme. Sein bislang einziges Werder-Tor erzielte Ekici in der Hinrunde gegen seinen Ex-Klub Nürnberg. Wenn die Franken am Samstag zum Rückspiel nach Bremen kommen, sitzt der Mittelfeldspieler wohl nur auf der Bank. Spätestens seit Marko Marins Gala-Auftritt beim 3:1 am vergangenen Wochenende beim HSV ist Ekici nur noch zweite Wahl. Dies macht dem jungen Profi, der in der vergangenen Saison noch so großen Anteil am Nürnberger Aufschwung hatte, offenbar zu schaffen.

Blockaden, Erwartungsdruck, aufgeschobener Neuanfang



Reden möchte der in München geborene Türke derzeit nicht. „Man merkt, dass er viel nachdenkt“, sagte Werder-Kapitän Clemens Fritz. An fußballerischer Qualität mangelt es nicht. Aber Ekici scheint blockiert. Ob es der Druck der Millionen-Ablöse ist, der Druck, an Werders berühmten früheren Spielmachern Johan Micoud, Diego oder Mesut Özil gemessen zu werden? Vielleicht sind es auch die eigenen Ansprüche, die zu groß sind. Nach seinem Wechsel litt Ekici zudem unter Leistenproblemen, später unter einer Bauchmuskelzerrung. Diese Probleme sind nun überwunden. Im Winter-Trainingslager in Belek kündigte der Hochbegabte an, dies solle sein „Neuanfang“ werden. „Ich will zu einem großen Spieler reifen.“

Offensichtlich beschlichen Allofs und Trainer Thomas Schaaf dort schon Zweifel nach der verkorksten Hinrunde des Neuzugangs. Im Januar holte Werder in Zlatko Junuzovic einen weiteren Konkurrenten. „Es ist immer gut, wenn jemand kommt, der uns weiterhelfen kann“, sagte Ekici darauf tapfer. Im Team haben sie fast Mitleid mit ihrem jungen Kollegen. „Memo ist ein ausgezeichneter Fußballer. Werder hat ihn ja nicht umsonst geholt“, sagte Marko Arnautovic über Ekici. „Jeder ist verzweifelt, wenn er nicht spielt. Es klappt halt noch nicht so.“ Auch wenn Ekici am Samstag beim Spiel gegen seine alten Kollegen zuschauen muss, eins ist für Kapitän Fritz klar: „Er ist immer noch ein fester Bestandteil des Teams.“ Immerhin. 



Carsten Lappe (dpa)

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