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Raphael Schäfer hat keine Lust mehr auf Fair Play

Dem Kapitän platzte nach der Partie gegen Gladbach der Kragen - 06.04.2014 15:54 Uhr

Raphael Schäfer hatte nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach noch Redebedarf.

Raphael Schäfer hatte nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach noch Redebedarf. © Sportfoto Zink


Für den 1. FC Nürnberg setzte es am Samstagnachmittag die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Spielen. Auch der Borussia aus Mönchengladbach musste sich der Club also geschlagen geben - mit 0:2. In der Endabrechnung des 29. Spieltags bedeutet das den direkten Abstiegsplatz 17, bei noch fünf ausstehenden Spielen.

Vor allem eine Szene erhitzte die Gemüter im Frankenstadion. Es lief die 79. Minute, als sich Max Kruse anschickte, in den Nürnberger Strafraum einzudringen. Mike Frantz stellte sich dem Gladbacher Stürmer in den Weg, der in der Folge etwas theatralisch zu Boden ging. Schiedsrichter Tobias Stieler zögerte nicht lange und entschied auf Elfmeter - eine sehr fragwürdige Entscheidung des Unparteiischen, wie die Fernsehbilder später zeigen sollten. Der Gefoulte trat selbst zum Strafstoß an und traf zum 0:2 aus Club-Sicht.

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Spielentscheidend war diese vermeintliche Schwalbe allerdings nicht. Schon zuvor hätten die Gladbacher die Partie entscheiden können, wenn sie ihre zahlreichen Chancen kaltschnäuziger genutzt hätten und nicht ein ums andere Mal am glänzend aufgelegten Raphael Schäfer gescheitert wären. Und eben jenem Kapitän des 1. FC Nürnberg platzte nach der Partie der Kragen. Im Kabinengang fuhr er Kruse an: "Du bist Nationalspieler! Das hat mit Profifußball nichts zu tun!" Auch die Meinung von Club-Trainer Gertjan Verbeek ging in die selbe Richtung: "Er lässt sich fallen", so der Niederländer, der auch von "Schauspielerei" sprach.

Schäfer ging sogar noch einen Schritt weiter, dachte - in Anbetracht der strittigen Szenen gegen Gladbach und in Freiburg - laut über eine veränderte Gangart für die verbleibenden Spiele nach: "Ganz ehrlich: Fair Play ist mir jetzt scheißegal. Vielleicht müssen wir uns mal die unfaire Spielweise der Gegner zu Gemüte führen."

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Fair Play hin oder her. Wie ein designierter Absteiger spielte der 1. FC Nürnberg auch gegen die Fohlen nicht - zumindest im ersten Durchgang. Unbeeindruckt von den zahlreichen Ausfällen - sieben Stammspieler fehlten - agierte der Club in der Offensive gefällig und kam zu guten Chancen. Doch es fehlte, wie schon häufiger in dieser Saison, das Quäntchen Glück. Josip Drmic und Hiroshi Kiyotake etwa bauten das Aluminium-Treffer-Konto auf 24 aus. Auch deshalb befand Verbeek nach dem Schlusspfiff, dass seine Spieler wie Löwen gekämpft hätten. Zudem konnte der Niederländer der prekären Situation auch etwas Gutes abgewinnen: "Es ist nun einfacher, auf die Tabelle zu gucken. Davor konnten wir nach oben und unten gucken, jetzt nur noch oben", so der Club-Coach mit etwas Galgenhumor.

Fünf Spiele bleiben dem 1. FC Nürnberg jetzt noch, um den drohenden Abstieg zu verhindern. Gegen Wolfsburg, Leverkusen, Mainz, Hannover und Schalke wird es wie Löwen kämpfende Spieler brauchen - und das nötige Quäntchen Glück.

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fsw

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