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Sanchez gewinnt - Chaoten behindern Abfahrt

Vierter Toursieg für den Spanier - Nägel lagen auf der Strecke - 15.07.2012 18:01 Uhr

FOIX  - Ein tapferer Spanier sowie Fan-Chaoten haben die 14. Etappe der Tour de France bestimmt. Während Luis-Leon Sanchez seinen insgesamt vierten Tagessieg feierte, streuten Unbekannte vor der Favoritengruppe Reißnägel auf die Straße.

Der Spanier Luis-Leon Sanchez freut sich über seinen Sieg bei der 14. Etappe.
Der Spanier Luis-Leon Sanchez freut sich über seinen Sieg bei der 14. Etappe.
Foto: dpa
Der Spanier Luis-Leon Sanchez freut sich über seinen Sieg bei der 14. Etappe.
Der Spanier Luis-Leon Sanchez freut sich über seinen Sieg bei der 14. Etappe.
Foto: dpa

Einen Tag nach dem imponierenden Kraftakt von André Greipel hat in den Pyrenäen bei Regen- und Hagelschauern die Stunde von Luis-Leon Sanchez geschlagen. Der Spanier gewann nach 191 Kilometern die 14. Etappe der Tour de France in Foix und bescherte seinem niederländischen Team Rabobank den ersten Erfolg.

Greipel konnte einen Tag vor seinem 30. Geburtstag seinen dritten diesjährigen Etappensieg vom Vortag in Cap d'Agde nicht mehr besonders genießen. Zwei steile, lange Anstiege 40 Kilometer vor dem Ziel, die widrigen Wetterverhältnisse und eine beinahe fatale Reißnägel-Attacke auf der letzten Abfahrt drückten auf die Stimmung.  Am Montag kommt ihm das Terrain auf dem Weg nach Pau wieder wesentlich mehr entgegen. Sanchez hatte 11 Kilometer vor dem Ziel aus einer Ausreißergruppe attackiert und erreichte Foix als Solist.

Glück im Unglück am Sonntag hatte Vorjahressieger Cadel Evans. Nach einem Reifendefekt musste er auf den schmalen Straßen am Gipfel der Mur de Péguère lange auf seinen Teamwagen warten. Auch sein Teamkollege Marcus Burghardt konnte nicht helfen – dessen Hinterradreifen wir ebenfalls platt. Die chaotische Situation kostete den Australier zunächst rund zwei Minuten Rückstand.

„Ein paar Dinge haben wir schon im Kopf“

In einer Solidaritäts-Aktion drosselten die anderen Favoriten aber ihr Tempo auf der Abfahrt, was auch Wiggins und Vincenzo Nibali zu Gute kam, die ihrerseits Defekte zu beklagen hatten. Ausgestreute Reißnägel waren verantwortlich für die Pannen-Serie. Renn-Direktor Jean-Francois Pecheux bestätigte den Vorfall: „Es gab etwa 30 Defekte auf der Abfahrt. Es lagen Nägel auf der Straße. Wir werden die Gendarmerie einschalten.“

Tour-Sprinterkönig Greipel hatte mit seinem Erfolg am Mittelmeer auch ein Zeichen gesetzt, dass der Kampf um Olympiagold in London am 28. Juli vermutlich nur über ihn führen dürfte. „Ein paar Dinge haben wir schon im Kopf“, äußerte sich der gebürtige Rostocker diesbezüglich noch zurückhaltend. Große Worte sind nicht die Welt des Kraftpakets vom belgischen Lotto-Belisol-Team. Aber Weltmeister Mark
Cavendish, am Samstag 8:36 Minuten nach Greipel im Ziel, weiß, was ihn bei seinem „Heimspiel“ in London erwarten wird. Sein in der Schweiz lebende Erzrivale hat Gold im Visier.

Das Gleiche trifft im Zeitfahren sicher auf Cavendishs Landsmann Bradley Wiggins zu, der im Moment allerdings nur Gedanken für die Tour hat. Der dürre Londoner ist weiter auf besten Weg, die Frankreich-Rundfahrt als erster Brite zu gewinnen. Auch den Vorgeschmack auf zwei heftige Pyrenäen-Etappen am Mittwoch und Donnerstag absolvierte er mit gewohnter Coolness.

Der dreifache Bahn-Olympiasieger geht mit beruhigenden 2:05 Minuten Vorsprung auf seinen Landsmann und Teamkollegen Christopher Froome und den Italiener Vincenzo Nibali (+2:23) in die 15. Etappe. Im kühlen Regen taten sich die Favoriten bei den Auf- und Abstiegen am Col de Lers und die Mur de Péguère nicht weh – und auch die brenzligen Situationen auf der Abfahrt überstanden alle.

Das Rennen am Sonntag wurde gekennzeichnet von einer elfköpfigen Ausreißergruppe, in der der bisher dreifache Etappensieger Peter Sagan auch auf den steilsten Abschnitten nicht abzuschütteln war. Die Leistungen des Tour-Debütanten aus der Slowakei, der 46 Sekunden hinter Sanchez Zweiter wurde, muten geradezu unheimlich an. 

Von Andreas Zellmer und Manuel Schwarz (beide dpa)


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