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Schweinsteiger und der Schweinehund

Löw: "Man spürt seine Präsenz" - Mittelfeldlenker spürt noch körperliche Auswirkungen - 14.06.2012 18:13 Uhr

Danzig/Charkow  - Der Chef ist zurück, als Antreiber auf dem Feld und als Sprecher der Fußball-Nationalelf. Deutschland braucht Bastian Schweinsteiger. Der Vizekapitän legte Matchwinner Mario Gomez gegen Holland beide Tore auf. Nun will er weiter seinen inneren Schweinehund bekämpfen.

Bastian Schweinsteiger hat gut lachen. Nicht nur, dass man auch das zweite Spiel gewonnen hat, der Mittelfeldlenker kommt seiner Bestform immer näher.
Bastian Schweinsteiger hat gut lachen. Nicht nur, dass man auch das zweite Spiel gewonnen hat, der Mittelfeldlenker kommt seiner Bestform immer näher.
Foto: dpa
Bastian Schweinsteiger hat gut lachen. Nicht nur, dass man auch das zweite Spiel gewonnen hat, der Mittelfeldlenker kommt seiner Bestform immer näher.
Bastian Schweinsteiger hat gut lachen. Nicht nur, dass man auch das zweite Spiel gewonnen hat, der Mittelfeldlenker kommt seiner Bestform immer näher.
Foto: dpa

Gegen seine Müdigkeit kämpfte er mit einem koffeinhaltigen Getränk an. Neun Stunden nach der Rückkehr vom kräftezehrenden, aber erfolgreichen Trip nach Charkow sprach Bastian Schweinsteiger im deutschen EM-Stammquartier in Danzig über die Lage der Fußball-Nation.

Der Chef hat sich zurückgemeldet. Erst auf dem Rasen des Metalist-Stadions mit einem starken Auftritt einschließlich zweier Torevorlagen beim 2:1-Sieg gegen Holland. Dann auf der großen DFB-Bühne. „Man ist schon noch müde. Wir haben es geschafft, den zweiten Schritt zu machen“, übermittelte Schweinsteiger am Donnerstag in die Heimat. Und entschlossen fügte der Anführer des deutschen Nationalteams an: „Jetzt gilt es, dran zu bleiben.“

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Nach dem 2:1 über die Niederlande steht vor allem ein DFB-Spieler im Fokus: Mario Gomez. Mit seinen Treffern Nummer 2 und 3 bei der EM schoss er die Holländer fast im Alleingang ab. Doch auch der Rest der Mannschaft konnte überzeugen - wie und warum, das lesen Sie in unserer Einzelkritik.

Das darf durchaus auch als persönliches Motto des Münchners gewertet werden, der sich seit Monaten durch eine Saison quält, die ihm bisher körperlich und mental wehtat. „Im November hatte ich zum ersten Mal gesundheitliche Probleme. Es ist immer schwierig, wenn man nicht hundertprozentig trainieren kann“, schilderte Schweinsteiger. Eine zweite Verletzung kam hinzu, dann die Enttäuschungen mit den verpassten Titeln in Bundesliga, DFB-Pokal und vor allem Champions League mit dem FC Bayern München.

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Die Treffsicherheit von Mario Gomez hat für tiefen Frust bei den niederländischen Fans gesorgt: Mit 2:1 hat die deutsche Fußballnationalmannschaft den Erzrivalen Holland geschlagen und dabei eine über weite Strecken starke Leistung abgeliefert. Die besten Bilder der Partie gibt es unser Galerie.

Ausgerechnet an die bittere Finalniederlage gegen den FC Chelsea mit dem eigenen verschossenen Elfmeter war Schweinsteiger kurz vor dem Holland-Spiel nochmals erinnert worden. Im Charkower Quartier lief ihm Chelsea-Mäzen Roman Abramowitsch über den Weg. „Ich habe ihm nur gratuliert zum Finalsieg“, berichtete der 92-malige Nationalspieler. Joachim Löw wertete die Begegnung als weiteres positives Signal. „Beide haben ein bisschen gelacht“, erzählte der Bundestrainer: „Bastian hat diese Dinge ganz gut verarbeitet. Ich sehe bei ihm keine hinterlassenen Spuren.“

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Am Ende musste dann doch noch etwas um den deutschen Sieg gezittert werden, doch als mit dem Schlusspfiff das 2:1 der DFB-Elf über die Niederlande feststand, gab es für die Fans kein Halten mehr. In ganz Nürnberg feierten sie ausgelassen den deutschen Erfolg, egal ob mit Autokorsos oder beim Public Viewing auf der Wöhrder Wiese.

Körperlich spürt Schweinsteiger noch die Auswirkungen seiner von Blessuren unterbrochenen Saison. „Man merkt immer wieder, dass es weh tut“, sagte er: „Es geht immer im Spiel, wenn man sich davon löst und den Schweinehund überwindet.“ Gegen die Niederländer mit seinem Bayern-Kollegen Arjen Robben gelang das Schweinsteiger wieder in fast alter Manier. Zweimal bediente er präzise Mario Gomez – und der zweite EM-Sieg war gebucht. Schweinsteiger lobte den Knipser: „Wir haben das Gefühl, wenn wir den Ball nach vorne bringen, ist Mario da.“

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Fußball-Europameisterschaft, der sechste Tag: Bevor am Mittwochabend die deutsche Elf gegen den Erzrivalen Holland 'ran muss, spielen die favorisierten Portugiesen gegen Dänemark. Als dann das deutsche Spiel angepfiffen wird, fiebern die Fans mit ihrer Mannschaft mit.

Löw sieht bei Schweinsteiger „schon noch Steigerungspotenzial“, auch nach der Holland-Partie. „Aber er hat ein klasse Spiel gemacht, absolut. Man spürt seine Präsenz zusammen mit Khedira im Mittelfeld“, lobte er den 27 Jahre alten Vizekapitän, für den jedes Länderspiel ein besonderes ist. Deshalb trauert er auch den vielen verpassten Einsätzen in dieser Saison nach. Während sein alter Kumpel Lukas Podolski am Sonntag gegen Dänemark in den Club der Hunderter aufsteigen kann, steht Schweinsteiger im Vergleich erst vor seinem 93. Deutschland-Einsatz. „Es freut mich, das er das 100. macht, er hat jetzt ein bisschen Vorsprung“, sagte der Münchner zu Podolskis Jubiläum. Das eigene will er dann nach dem Turnier feiern – möglichst als Europameister. 

dpa


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