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Kleeblatt-Geflüster: "Ich bete täglich, lese in der Bibel"

Verpasste Chancen und Glaubensfragen: Alexander Pfaehler blickt auf die SpVgg - 15.02.2017 14:44 Uhr

Christian Derflinger ist ein gläubiger Mann.

Christian Derflinger ist ein gläubiger Mann. © Sportfoto Zink / WoZi


Was wird vermisst? Das, was schon fast die ganze Saison vermisst wird. Also Jurgen Gjasula. Dessen Ballverteilerfähigkeiten hätten dem Kleeblatt auch in Aue weiter geholfen. Und die Konstanz. Nie war die Gelegenheit günstiger, zwei Siege in Folge einzufahren. Hat aber, wie meistens in dieser Saison, nicht geklappt. Auf einen Höhenflug folgt fast immer ein Rückschlag. Immerhin kam der dieses Mal in Form eines Auswärtspunktes. Und das nach einer englischen Woche. Das ist wiederum eigentlich ganz okay.

Zitat der Woche: "Ich bete täglich, lese in der Bibel und gehe sonntags in den Gottesdienst." (U23-Mittelfeldspieler Christian Derflinger ist offenbar kein Spieler, bei dem sich der Trainer Sorgen machen muss, was er am Wochenende so treibt. Gegen Aue durfte Derflinger dann auch seine ersten 13 Minuten als Profi für Fürth absolvieren.)

Mitarbeiter der Woche: Balazs Megyeri, Khaled Narey, Marco Caligiuri, Marcel Franke und Niko Gießelmann. Die kollektive Ehre haben sich die fünf verdient, weil sie es endlich wieder geschafft haben, dass die Kleeblatt-Abwehr in einem Spiel kein Gegentor kassiert. Zuvor hatte der arme, an der Misere meist völlig unschuldige Megyeri 18 Spiele in Folge mindestens einmal hinter sich greifen müssen. Das Fachmagazin kicker hat sogar recherchiert, dass es die längste Gegentorserie in der Zweitliga-Geschichte des Vereins war. Zeit, eine neue Serie zu starten. Wie wäre es zum Beispiel mit drei Siegen in Folge? Düsseldorf, Würzburg - und der Club. Dann würde auch niemand mehr von Gegentoren reden.

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Müdes Remis im Erzgebirge: Lahme Noten für das Kleeblatt

Nichts für Fußball-Liebhaber, was die SpVgg Greuther Fürth und der FC Erzgebirge Aue am Freitagabend zeigten: Eine zerfahrene, vom Kampf geprägte Partie, die die meisten Beteiligten sicherlich schnell vergessen wollen. Dementsprechend unspektakulär sehen auch die Zensuren aus.


Nervensäge der Woche: Endlich mal nicht der gegnerische Stürmer, der in den letzten Minuten doch noch den Ball über die Fürther Linie drückt. Es war eher die gesamte Partie gegen Aue, die eine Nervensäge war. Immerhin versteht man jetzt, warum die sächsischen Fans so aufbrausend sind. Hilft bei solchen Spielen, sich warm zu halten.

Wenn das letzte Spiel ein Film gewesen wäre: Triste Kulisse, Akteure, die manchmal ein bisschen indisponiert durch die Gegend stolpern, ein Haufen Anschlussfehler, wenig Action, viel Geplänkel. Klingt nach dem Versuch eines Filmstudenten, seinen ersten Autorenfilm zu drehen. Die Sorte Film, nach der man sich verwundert am Kopf kratzt und ihn danach schnell wieder vergisst.

Lügt die Tabelle? Nein, tut sie nicht. Wer Hannover mit 4:1 vom Platz fegt und es dann gegen den Vorletzten kaum einmal schafft aufs Tor zu schießen, der steht zu Recht im Niemandsland der Tabelle. Nur der Abstand zu den Abstiegsplätzen könnte langsam noch etwas größer werden. Denn da gehört Fürth (siehe Hannover, siehe auch Gladbach) nicht hin.

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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Was soll besser werden? Der erste Ballkontakt muss sauberer werden, die Spieler müssen früher sehen, wen sie anspielen und wo sie hinlaufen sollen. "Bessere Vororientierung", fordert Janos Radoki. Denn wer früher schaut, kann noch mehr Pässe spielen. Mehr Pässe bedeuten mehr Torchancen und mehr Torchancen bedeuten mehr Tore. Klingt logisch.

Und sonst so? Darf man gespannt sein, ob Veton Berisha (Achillessehnenprobleme) rechtzeitig zum Düsseldorf-Spiel fit wird. Denn falls nicht, sieht es düster aus mit weiteren Angreifern. Ältere Kleeblatt-Fans erinnern sich vielleicht, dass es früher noch einen Stürmer namens Ante Vukusic gab. Der stand aber zuletzt vier Wochen nicht einmal im Kader. Aber wenn die Sache mit der Vororientierung besser wird, braucht es vielleicht gar keinen zweiten Stürmer. 

Alexander Pfaehler E-Mail

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