Dienstag, 26.03.2019

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Stark beim Schlusslicht: Club-Keeper Mathenia wartet weiter

Einer der derzeit besten Bundesliga-Torhüter hat zuletzt 2017 gewonnen - 14.03.2019 11:56 Uhr

"Es gehören halt immer elf Mann dazu", sagt Christian Mathenia, "und nicht nur einer": Am seit Wochen überragenden Torwart liegt es bestimmt nicht, dass der Club möglicherweise absteigt. © Sportfoto Zink / DaMa


Christian Mathenia hat in dieser Saison schon mal gewonnen, man glaubt es kaum, wenn auch erst nach Elfmeterschießen. Zum fast schon legendären Pokal-Erfolg in Rostock, dem zweiten und bislang letzten Auswärtssieg des 1. FC Nürnberg nach dem viel beachteten 2:1 in Linx in der ersten Runde, trug der Torwart mit seinen unzähligen Paraden natürlich entscheidend bei.

Ein stockend sprechender Sicherheitsbeaufragter 

Auch im eher tristen Liga-Alltag glänzt die Nummer eins des 1. FC Nürnberg in schöner Regelmäßigkeit, muss hinterher aber trotzdem meist tief enttäuscht über Niederlagen sprechen.So wie am Sonntagnachmittag in Hoffenheim, als er mal wieder großartig gehalten hatte und vielleicht auch deswegen mit stockender Stimme vor die Mikrofone trat.

Mit seinen mittlerweile 13 Startelf-Präsenzen verbindet er überwiegend ungute Erinnerungen, obwohl er gerade im neuen Jahr zu großer Form auflief. Der kicker führt ihn in seiner Torhüter-Rangliste aktuell auf Rang vier, mit einem Notendurchschnitt von 2,65. Demnach wäre Mathenia aktuell der zweitbeste deutsche Torhüter hinter Freiburgs Schwolow. Nur 2019 liegt Mathenia sogar bei 2,31.

Trauriger Neuzeit-Rekord 

Das sind außergewöhnlich gute Zahlen für einen, der ständig verliert oder zumindest rundenübergreifend 24 Bundesliga-Partien in Folge nicht mehr gewinnen konnte. Obwohl er häufig einer der Besten war in seinen Teams. Erst beim HSV, jetzt beim Club, es ist wie verhext. Seit dem 0:1 gegen Leipzig hält Mathenia einen traurigen Neuzeit-Rekord, nur Hans-Günter Becker (30), Klaus Konieczka (27), Wulf-Ingo Usbeck (27) und Horst Szymaniak (26) mussten noch länger warten. Damals, in der Saison 1965/66, mit Tasmania Berlin.

"Es wurmt natürlich, wenn man seit eineinhalb Jahren ohne Sieg nach Hause kommt", sagt Mathenia, mit einem Sieg ist er zum vorerst letzten Mal am 26. November 2017 nach Hause gekommen. Vom damaligen 3:0 gegen die TSG Hoffenheim wird er zwischenzeitlich ein paar geträumt haben, "aber was soll ich machen", sagt Mathenia: "Es geht immer weiter."

 

Für ihn und seinen in letzter Zeit doch arg gebeutelten 1. FC Nürnberg am Sonntag um 15.30 Uhr (Live-Ticker auf nordbayern.de) bei der im neuen Jahr noch ungeschlagenen Frankfurter Eintracht mit ihren Ausnahmestürmern. Mathenia dürfte wieder ordentlich zu tun bekommen, wie in den vergangenen Monaten auch, als er insgesamt 58 Torschüsse abwehren konnte und 23 nicht.

"Wenn wir ein paar Punkte mehr hätten" 

Auch die andere, die für ihn durchaus angenehme Statistik interessiert Mathenia nicht wirklich. "Gut", sagt er nach der Einheit am Mittwoch, "wenn wir ein paar Punkte mehr hätten, wäre ich rundum zufrieden." Mehr als eine "schöne Randnotiz" sei das alles nicht für ihn, weil sämtliche Leistungs-Beurteilungen ja auch immer irgendwie subjektiv gefärbt sind und der Mannschaft letztlich nicht viel gebracht haben. "Es gehören halt immer elf Mann dazu", sagt Mathenia, "und nicht nur einer." 

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Nürnberg und Frankfurt trennen rund 200 Kilometer. Sie verbindet eine gemeinsame Fußball-Geschichte. In bisher 58 Bundesliga-Begegnungen lieferten sich die Kontrahenten oft heiße Duelle. Die besten Bilder: Lieberwirths Liebesgrüße, Zarate läuft Möller weg, ein rauschhafter Pokal-Abend. Und zuletzt? Da gab's eine aus fränkischer Sicht unerquickliche Relegation und ein Haller-Tor in der Noris.


  

Wolfgang Laaß

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