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Stark geht beim FCN den nächsten Schritt

Club-Talent muss am Ball noch ruhiger werden, ist aber fest eingeplant - 13.08.2013 06:58 Uhr

Die Nachwuchshoffnung und einer seiner Chefs: Niklas Stark (rechts) bekam in Hoffenheim eindringliche Worte von Trainer Armin Reutershahn zu hören. © Sportfoto Zink / JüRa


Manchmal wirkt Niklas Stark noch wie ein unbeschwerter Jugendlicher, der sich einfach treiben lässt durch sein turbulentes Leben. So wusste er zum Beispiel am Sonntagmittag nicht, wann er mit der U19-Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes zum Länderspiel nach Ungarn fliegen muss. Geschweige denn, an welchem Tag der Woche die Partie überhaupt stattfindet.

Morgen um 18 Uhr ist der 18-jährige Jungprofi wieder im Einsatz, genauer in Dunaujváros. Zu Hause in Nürnberg ist bis Donnerstag ohnehin nicht viel los; außer ihm sind weitere neun Kollegen mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften unterwegs, so dass die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Hertha BSC eher schleppend anläuft. Wenigstens bleibt ein Tag länger als üblich zur Einstimmung. Die Partie gegen den Tabellenführer wird erst am Sonntag um 15.30 Uhr angepfiffen.

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Doppelschlag sichert dem Club einen Punkt in Hoffenheim

Der 1. FC Nürnberg hat am Samstag trotz eines 0:2-Rückstands einen Punkt aus Hoffenheim mitgenommen. Tore von Mike Frantz und Daniel Ginczek sorgten für den am Ende leistungsgerechten 2:2-Endstand.


Ob Niklas Stark dann wieder zur Startformation des 1. FC Nürnberg gehört, wird sich zeigen. In Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim ging der junge Mann zwar bis an die körperliche Schmerzgrenze, ließ guten Aktionen aber häufig weniger gute folgen. Licht und Schatten wechselten sich ab, wie bei den meisten anderen eben auch. „Es war kein leichtes Spiel für ihn“, sagte Michael Wiesinger, sein Trainer, der seinen Jungstar trotzdem lobte. „Er hat den nächsten Schritt gemacht.“

Starks Leistung in der Statistik: Er lief ungefähr zehn Kilometer, schoss einmal aufs Tor, flankte dreimal, gewann neun Zweikämpfe (und damit die zweitmeisten im Nürnberger Defensivverbund), hatte 46 Ballkontakte (sieben weniger als Raphael Schäfer) und leistete sich 13 Fehlpässe. Das heißt: Fast jedes zweite Abspiel des 18-Jährigen landete bei einem Hoffenheimer. Die Ruhe am Ball fehlt ihm in Stresssituationen noch, ansonsten ist Stark aber schon sehr weit für sein Alter. Und erstaunlich selbstbewusst.

"Geht alles viel schneller"

Probleme würde er seine noch vorhandenen Schwächen im Aufbau nicht nennen, das hält er für „ein bisschen hoch gegriffen“. An das im Vergleich zur U19-Bundesliga doch drei- bis viermal höhere Tempo wird er sich gewöhnen, daran lässt Stark keine Zweifel. „Zwei Kontakte, ein Kontakt, das geht alles viel schneller hier“, sagt Stark, der am Samstag zwischen Abräumer Hanno Balitsch und der offensiven Mittelfeldreihe unterwegs war, als sogenannter Achter. Anstelle von Markus Feulner, der wegen Timothy Chandlers Formtief hinten rechts gebraucht wurde.

„Nicht großartig anders“ sei es gewesen im Zentrum, wo es Stark überwiegend mit Eugen Polanski und Sebastian Rudy zu tun bekam. Furchtlos warf er sich ins Getümmel, ohne Angst vor größeren Namen, bis irgendwann die Kräfte schwanden. Aber Stark biss sich durch. Trotz harter Waden. „Eines der anstrengendsten Spiele“ sei es gewesen in seiner noch jungen Karriere, sagt Stark, wahrscheinlich auch mental. Nach einer halben Stunde hatte er bereits die Gelbe Karte gesehen, riss sich danach aber zusammen. Co-Trainer Armin Reutershahn erinnerte Stark in der Pause nochmals daran, dass beim nächsten gröberen Vergehen für ihn schon Schluss sein könnte.

„Insgesamt“, sagt Stark, „kann ich zufrieden sein“, mit dem vierten Bundesliga-Einsatz in den vergangenen fünf Partien. Vieles deutet darauf hin, dass ihn das Trainergespann schon kurzfristig als feste Größe einplant. Ob der Club bis zum 31. August noch einen zentralen Mittelfeldakteur verpflichtet, hängt letztlich auch davon ab, wie schnell sich Stark zurechtfindet auf höchstem Niveau.

Dass er mit den Profis bereits zum zweiten Mal in der Rhein-Neckar-Arena gastieren durfte, wird vor allem seinen Eltern gefallen haben, für die es nur 150 Kilometer sind von Ips- nach Sinsheim. „Sie wollen immer dabei sein“. sagt der Sohnemann, diesmal fieberten sie auf der Gegengeraden mit. Der 1. FC Nürnberg gehört schon länger zur Familie Stark. 

WOLFGANG LAASS

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