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Streit um Fürther Stadionnamen schwelt weiter

Grundstückseigentümer Conny Brandstätter beansprucht Namen für sich - 06.08.2012 18:05 Uhr

Fürth  - Im Streit um den Stadionnamen für die Spielstätte des Fußballbundesliga-Aufsteigers Greuther Fürth steht eine Einigung zwischen dem Verein und Grundstückseigentümer Conny Brandstätter weiter aus.

Trolli-Arena? Das gefällt Grundstückseigentümer Conny Brandstätter eher weniger.
Trolli-Arena? Das gefällt Grundstückseigentümer Conny Brandstätter eher weniger.
Foto: Zink
Trolli-Arena? Das gefällt Grundstückseigentümer Conny Brandstätter eher weniger.
Trolli-Arena? Das gefällt Grundstückseigentümer Conny Brandstätter eher weniger.
Foto: Zink

Der Sohn von Playmobil-Chef Horst Brandstätter beansprucht die Namensrechte für sich, wie er am Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth sagte. Der Verein verwies dagegen auf einen vor rund zwei Jahren ausgelaufenen Sponsoringvertrag.

Da mittlerweile der Süßwarenproduzent Trolli den Verein sponsert, heißt das Stadion nun Trolli-Arena. Bislang gibt es in Deutschland kein Grundsatzurteil, das die Namensrechte eines Stadions klar regelt. Bis Ende September haben die Parteien nun Zeit, sich zu einigen. Ansonsten soll am 18. Oktober ein Urteil gesprochen werden.

Vom Playmobil-Stadion zur Trolli-Arena

„Ich bin der Eigentümer des Grundstücks auf dem das Stadion steht, ich habe daher auch die Rechte an der Namensvergabe“, begründete Conny Brandstätter seine Klage. Bis vor rund zwei Jahren hieß die Spielstätte Playmobil-Stadion, dann wurde sie in Trolli-Arena umbenannt – nach dem Namen einer Fruchtgummi-Sorte des neuen Hauptsponsors. Conny Brandstätter fordert Schadenersatz und will künftig beim Namen des Stadions mitreden.

Im Fall von Greuther Fürth ist die Ausgangslage allerdings knifflig. So hat Playmobil-Chef Horst Brandstätter das Grundstück ursprünglich an die Stadt Fürth verpachtet. Die Kommune hat das Areal danach an die Spielvereinigung weiter verpachtet. Dem nicht genug: Der Playmobil-Chef hat das Grundstück zunächst halb und später ganz an seinen Sohn Conny überschrieben.

Conny Brandstätter zufolge darf auch beim Fürther Erzrivalen 1. FC Nürnberg der Grundstückseigentümer über den Stadionnamen entscheiden und nicht der Pächter. „Und viele Fachanwälte teilen meine Meinung“, fügte er hinzu. Eine eindeutige Rechtsprechung gibt es hierzu noch nicht. Weder der Vorsitzende Richter Rolf von Kleist noch die Anwälte von Verteidigung und Klägerseite konnten ein Grundsatzurteil finden. „Dann müssen wir eben eines erstreiten“, meinte Conny Brandstätter.

"Kein Interesse an Verlängerung gehabt"

Für Greuther-Anwalt Horst Kletke ist der Fall dagegen klar: „Bei einer vermieteten Wohnung kann der Eigentümer auch nicht bestimmen, welcher Name an der Haustür steht“, argumentierte er. Außerdem sei der Sponsor-Vertrag, wonach das Stadion den Namen des Spielzeugherstellers Playmobil tragen müsse, vor zwei Jahren ausgelaufen. Brandstätter habe kein Interesse an einer Verlängerung gehabt, sagte Kletke.

Um ein langwieriges Verfahren zu vermeiden, regte Richter von Kleist an, beide Parteien sollten aufeinander zugehen. „Vielleicht ist es sogar ratsam, die Brücken nicht ganz einzureißen, möglicherweise brauchen sich beide Seiten wieder einmal“, spielte von Kleist auf das einstige finanzielle Engagement Horst Brandstätters bei der Spielvereinigung an.

Zugleich schmälerte er die Aussichten auf eine allzuhohe Schadenersatzsumme. Ausgangslage für einen Vergleich dürfe nicht allein die heutige Zeit sein, in der Fürth in der ersten Liga spielt, sagte von Kleist. Zum Zeitpunkt der Pachtverträge im Jahr 1996 sei der Verein beispielsweise davon weit entfernt gewesen. 

Roland Beck (dapd)


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13
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