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Tennis-Sahne: Nur Kerber fehlt auf Nürnbergs Torte

Das Valznerweiher-Turnier wird fünf und lockt mit kompakten Feld - 19.04.2017 11:34 Uhr

Nürnberg kann auch ohne Kerber - muss es auch, statutenbedingt! © Zink


Eine Torte zum fünften Geburtstag: Sandra Reichel (Zweite von links) und ihr Organisationsteam freuen sich schon auf den Nürnberger Versicherungscup Ende Mai. © Sportfoto Zink/JüRa


Als Österreicherin lernt Sandra Reichel, Veranstalterin des Nürnberger Versicherungscups, auch jedes Jahr ein wenig über spezielle deutsche Befindlichkeiten hinzu. Sie weiß inzwischen, dass in Nürnberg und auf dem FCN-Gelände die Verschönerungsmühlen deutlich langsamer laufen, als das bei ihr in Linz der Fall wäre; sie weiß, dass die deutschen Medien nicht immer so ticken, wie sie das möchte (oder gewohnt ist?); und sie weiß, dass man die fünfte Auflage eines Turniers in Deutschland noch nicht als Jubiläum bezeichnen würde.

Ein kleiner Geburtstag

"Deshalb sagen wir einfach, der Versicherungscup feiert heuer einen kleinen Geburtstag", so Reichel bei der Pressekonferenz am Dienstag - und weil zum Geburtstag, in Deutschland wie in Österreich, eben ein Kuchen gehört, ließ sich die Veranstalterin erst mit Armin Zitzmann, dem Vorstandsvorsitzenden der Nürnberger Versicherung, und dann mit ihrem Organisationsteam samt feiner Sahnetorte ablichten.

Zuvor hatten Julia Görges und Annika Beck, die vom 20. bis 27. Mai schon zum fünften Mal in Nürnberg aufschlagen, per Videobotschaft freudig ihr Kommen angekündigt. Wegen des Fed-Cup-Spiels am Wochenende in Stuttgart gegen die Ukraine hatte diesmal wohl keine Spielerin Zeit für die Pressekonferenz - auch Bundestrainerin Barbara Rittner, sonst Stammgast bei allen Verlautbarungsrunden zum Turnier, ließ sich entschuldigen.

Kerber ist kein Thema mehr

Dauerstarterin Annika Beck hat in Nürnberg von der ersten Runde bis zum Halbfinale im Vorjahr schon alle Turnierstationen erreicht. "Nur das Finale fehlt mir noch, das werde ich diesmal anpeilen", teilt sie mit. Leicht wird das nicht, denn obwohl dem Versicherungscup diesmal das strahlende Aushängeschild fehlt, ist das Feld mit neun Spielerinnen aus den Top 50 sehr ausgeglichen besetzt.

An der Spitze des Tableaus steht Vorjahressiegerin Kiki Bertens. Die Niederländerin schaffte im Vorjahr sogar das Double mit Erfolgen in Einzel und Doppel. Als Nummer 20 der Weltrangliste ist sie auch die am weitesten vorne platzierte Spielerin des 32er Feldes. Deutlich weiter hinten, auf Rang 58, ist Eugenie Bouchard notiert, aber als Turniersiegerin der zweiten Auflage zählt sie trotzdem zu den Zugpferden des Turniers.

Auf und Ab mit dem Ahornblatt

Die Kanadierin war 2014 bis auf Platz fünf der Weltrangliste vorgeprescht, galt als der kommende Stern im Frauentennis, erlebte dann aber 2015 eine rabenschwarze Saison. Nach diversen Trainerwechseln kehrte sie Ende 2016 zum Schweden Thomas Högstedt zurück, einem der renommiertesten Trainer im Frauenbereich. Ob sie mit ihm zu alter Klasse zurückfinden kann, dürfte einer der spannenden Aspekte des Nürnberger Turniers 2017 werden.

Definitiv kein Thema mehr ist die Verpflichtung von Angelique Kerber, der aktuellen Nummer eins der Tennis-Welt, die demnächst auf Platz zwei zurückrutschen wird. Die Kielerin hat in Acapulco bereits ein Turnier der 250.000-Dollar-Kategorie gespielt und kann nach den WTA-Statuten kein weiteres mehr bestreiten.

Nach der kurzfristigen Absage Kerbers im Vorjahr wegen einer Verletzung scheint Veranstalterin Reichel diesmal auch keine so großen Anstrengungen unternommen zu haben, den Weltstar zu ködern. Das Risiko, dass Kerber kurz vor den French Open erneut abspringt, war ihr wohl zu groß.

 

THOMAS SCHARRER

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