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"The Champions Club" in Fürth: Wanik Awdijan triumphiert

Nürnberger besiegt Gegner durch K.o. in der dritten Runde - 29.03.2016 15:00 Uhr

Profiboxer Wanik Awdijan aus Nürnberg besiegte seinen Gegner durch K.o. in der dritten Runde. © Roland Fengler


"Wir haben ein großes Interesse wieder nach Fürth zu kommen", erklärt Championsclub-Gründer Bernard Caplin. Bereits im Vorfeld habe man mit bei Planung und Abstimmung mit der Stadthalle und den zuständigen Behörden "extrem positive Erfahrungen gemacht, sowohl wir Organisatoren als auch die Sportler waren restlos begeistert".

Rückblende auf Samstagabend: Kurz vor dem ersten Kampf herrscht hinter den Kulissen eine gespannte Erwartung. "Ich hab‘ meinem Mann grad noch ein halbes rohes Rind zum essen gegeben", erzählt Frank Schneider einem Trainerkollegen augenzwinkernd. Als Schneiders Schützling, der schmächtige 15-jährige Massimo Hemberger vom Sugambrer Fightclub Würzburg, dann wenig später den Ring betritt, wird klar: Ernst gemeint hat sein Coach das mit der halben Kuh sicher nicht.

Leichtgewichte nach K-1-Regeln

Hemberger tritt nach den K-1-Regeln, einer Kombination aus Boxen, Kickboxen und Karate, gegen Sipan Zeyrek aus Heilbronn an. Muskelpakete sind beide Leichtgewichte nicht. Allerdings ist Zeyrek einen Kopf größer als sein gleichaltriger Rivale und diese körperliche Überlegenheit erweist sich nach drei Runden auch als entscheidend. Die Halle haben die zwei Junioren damit jedenfalls noch nicht zum Kochen gebracht.

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"Champions Club"-Boxkampf zum ersten Mal in Fürther Stadthalle

Beim erstmals in Fürth ausgetragenen "Champions Club Germany" besiegte der Nürnberger Boxprofi Wanik Awdijan im Hauptkampf den erfahrenen Patryk Litkiewicz, der in seinem Heimatland Polen im Moment auf Platz acht steht.


Wobei Ringsprecher Tobias Gerold angesichts der bekannten Zurückhaltung vor den Franken gewarnt war. Seine lautstarke Frage "Is Fürth ready for fight?" wurde eher mit einem Gemurmel als einem enthusiastischen Aufschrei beantwortet. "Da geht noch einiges mehr", zeigt sich Gerold unbeeindruckt – und die folgenden Kämpfe sollten ihm Recht geben.

"Mitgefangen, mitgehangen"

Im Foyer warten derweil Jasmin und Petra aus Bamberg bei einem Glas Prosecco auf ihre Männer. "Mitgefangen, mitgehangen", sagt Petra über ihre Motivation erstmals den Champions Club zu besuchen. Begeisterung sieht anders aus. Ihre Freundin dagegen war schon häufiger bei Boxveranstaltungen. "Die Atmosphäre rund um den Ring ist doch toll", findet sie. Bei Fragen zum sportlichen Wert des Abends verweist sie allerdings an ihren Mann Benedikt. Der hat immerhin schon zwei Mal selbst an Turnieren teilgenommen.

Als einen "Spezialisten" sieht sich der 37-Jährige aber ebenfalls nicht. Dafür hat er ja seinen Kumpel Sven Morgenrot dabei. "Der Champions Club ist eine Premiumveranstaltung", findet Sven, "da muss man dabei sein." Als Boxer ist der 37-Jährige zwar auch nicht mehr aktiv, hat es aber immerhin auf über 20 Kämpfe gebracht. Trainiert hat der Bamberger damals im Sportcentrum von Alex Awdijan in Nürnberg. Dass er dessen Sohn Wanik für den Hauptkampf des Abends gegen den Polen Patryk Litkiewicz die Daumen drückt, sei daher Ehrensache. "Wir wollen ihn auf dem Weg zur Weltmeisterschaft begleiten", erklärt Sven.

Eugen Main aus Nürnberg verliert

Vor dem großen Abschluss des Abends muss aber noch eine andere lokale Größe in den Ring steigen. Eugen Main aus Nürnberg misst sich in der Muay-Thai-Europameisterschaft im Halbschwergewicht mit Andrey Simkulic aus der Slowakei. Zur Enttäuschung der meisten in der mit 1200 Zuschauern ausverkauften Stadthalle bricht der Ringrichter den Kampf aber in der dritten von fünf Runden ab und erklärt Simkulic zum Sieger. Eugen Main hatte gleich mehrere Cuts an Wange, Auge und Stirn.

Entsprechend gedrückt ist anschließend die Atmosphäre – bis Wanik Awdijan kommt. Der Nürnberger Profiboxer besiegt seinen Gegner durch K.o. in der dritten Runde und die Halle tobte. "Das hätte kein Drehbuch besser schreiben können", meinte Champions-Club-Organisator Bernard Caplin hinterher über Awdijans vierten K.o.-Sieg in Folge. Selbst die Niederlage des anderen Lokalmatadoren Eugen Main sieht er inzwischen mit anderen Augen. Denn beide Seiten bezeugen großes Interesse an einem Wiederholungskampf – wenn alles nach Plan läuft, dann im November wieder in Fürth. 

Armin Leberzammer

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