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Tabellenletzter, Job in Gefahr und dann die schwere Aufgabe bei Champions-League-Achtelfinalist Schalke 04 - und doch behauptete Mike Büskens vor der Partie: "Viele Trainer würden gerne mit mir tauschen".
Getauscht hat der zuletzt kritisierte Mike Büskens ebenfalls: Für Thomas Kleine spielte Lasse Sobiech in der Abwehr. Im Mittelfeld setzte Büskens auf Felix Klaus und Neuzugang Jozsef Varga, im Sturm sollte das Duo Asamoah/Djurdjic für Alarm sorgen. Der künftige Stuttgarter Sercan Sararer musste ebenso wie Thomas Kleine und Robert Zillner auf der Bank Platz nehmen, Christopher Nöthe stand nicht mal im Kader. Stephan Fürstner fehlte gelbgesperrt.
Schalke entpuppte sich wie erwartet von Beginn an als dominierendes Team. Die Spielvereinigung ließ aber nicht viel anbrennen und ging leidenschaftlich in die Zweikämpfe. Die Königsblauen hatten sichtlich Mühe, einen geordneten Spielaufbau zustande zu kriegen. Dennoch hatte Schalke das Spiel zunächst im Griff.
In der 16. Minute konterten die Fürther erstmals gefährlich, doch Stieber kam nach einer Hereingabe von Felix Klaus einen Schritt zu spät. Sechs Minuten später kam der S04 zu einer gefährlichen Aktion, als Jones eine Farfan-Ecke auf das Fürther Tor köpfe, dort aber Rechtsverteidiger Matthias Zimmermann auf der Linie rettete.
Doch die Spielvereinigung verkroch sich danach keineswegs, Djurdjic schickte in der 25. Minute Varga auf die Reise und der Ungar setzte seinen Flachschuss nur knapp neben das Gehäuse von Timo Hildebrand.
Die nächste Farfan-Ecke in Minute 29 sorgte wieder für Hektik im Fürther Strafraum: Roman Neustädter kam per Kopf an die Kugel und nur dank des langen Beines von Milorad Pekovic hielten die Franken weiterhin die Null.
Torlos ging es zum Pausentee. Bei den rund 1500 mitgereisten Kleeblatt-Fans sorgte alleine der Blick auf die Anzeigetafel für Stirnrunzeln, denn die Konkurrenz im Abstiegskampf wusste auch zu überzeugen und somit wuchs der Rückstand auf einen Relegationsplatz gegen 16.15 Uhr auf sechs Punkte.
Ein ordentliches Debüt lieferte indes Jozsef Varga ab. Hinten hielt er gemeinsam mit Milorad Pekovic die defensiven Mittelfeldreihen dicht und bei den Fürther Kontern beteiligte sich der Ungar aktiv am Aufbauspiel.
Mit einem Knallbonbon wurde die Spielvereinigung wenige Augenblicke nach Wiederanpfiff ins Mark getroffen: Nach einem geschickten Seitenwechsel zog S04-Debütant Michel Bastos aus halblinker Position mit dem linken Fuß ab und hämmerte den Ball wuchtig zur Schalker Führung ins Netz. Wolfgang Hesl im Kleeblatt-Tor konnte dem Ball nur konsterniert hinterherblicken.
Lange hatten die Fürther am schnellen Rückstand allerdings nicht zu knabbern. In der 52. Minute tankte sich Nikola Djurdjic im Schalker Strafraum durch, spielte den Ball von links flach vor das Tor der Hausherren und Flügelflitzer Felix Klaus schob sträflich freistehend zum Ausgleich ein. Die Hereinnahme des Youngsters für den nicht nur in den Vorwochen lethargisch agierenden Sercan Sararer hatte sich spätestens jetzt bezahlt gemacht.
Der Ausgleich war ein sichtlicher Tiefschlag für das Heimteam, das verunsichert auf den Ausgleich reagierte und nach gut einer Stunde die ersten Pfiffe von den Rängen erntete.
Ein königsblaues Lebenszeichen sandte Jan-Klaas Huntelaar in der 65. Minute aus, der nach einer scharfen Hereingabe von Christian Fuchs den Fuß hinhielt und das Fürther Tor nur um Zentimeter verfehlte. Dann gabs wieder Pfiffe: Schalke-Trainer Jens Keller wechselte den agilen Julian Draxler aus und brachte Leihgabe Raffael für die offensive Schaltzentrale, was dem Publikum sicht- und hörbar gegen den Strich ging.
Doch so langsam aber sicher kam Schalke wieder auf Touren. In der 69. Minute flankte Farfan auf den Kopf von Jermaine Jones, dessen Versuch aber das Gästetor verfehlte. Ebenfalls vorbei zielte Joker Raffael, als er in der 77. Minute am Sechzehner zentral frei zum Schuss kam.
Raus mit Applaus hieß es in der 83. Minute für Gerald Asamoah. Viele Schalker Fans erhoben sich von ihren Sitzen, als der Stürmer den Platz verließ.
Die Schlussphase der Partie hatte es dann in sich. Erst rettete Timo Hildebrand nach einem Eckball mit Glanzparade gegen den Kopfball von Sobiech, den Nachuss von Innenverteidigerkollege Mavraj hielt Hildebrand mit einem nicht minder spektakulären Reflex (84.).
Drei Minuten später hatten dann wieder die Knappen die Führung auf dem Schlappen: Pukkis Schuss konnten die Fürther mit vereinten Kräften noch abblocken, beim Nachschuss von Raffael war das Kleeblatt dann mit dem Pfosten im Bunde.
Doch auch Schalke schwamm und wurde in letzter Sekunde bestraft: Erst scheiterte Azemi am wieder stark parierenden Hildebrand, doch dann staubte Nikola Djurdjic ab und wuchtete den Ball per Kopfball-Bogenlampe in die Maschen - allerdings aus deutlicher Abseitsposition.
Den Fürthern war's egal: In einer orang-grünen Jubeltraube feierten sie ihren sensationellen Auswärtssieg beim angeschlagenen Spitzenklub.
Lesen Sie hier die Stimmen des unglaublichen Ausflugs der Fürther in den Ruhrpott.
Schalke: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Jones (82. Pukki), Neustädter - Farfan, Draxler (67. Raffael), Bastos - Huntelaar
Fürth: Hesl - Zimmermann, Sobiech, Mavraj, Baba - Klaus (72. Sararer), Varga, Pekovic (69. Nehrig), Stieber - Asamoah (83. Azemi), Djurdjic
Schiedsrichter: Dankert (Rostock)
Zuschauer: 60.693 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Bastos (47.), 1:1 Klaus (52.), 1:2 Djurdjic (90 + 2.)
Gelbe Karten: Fuchs - Sobiech, Varga, Pekovic, Djurdjic

Di. 21.05.13
Mo. 20.05.13
Mo. 20.05.13
Mo. 20.05.13
Sa. 18.05.13
Mi. 22.05.13
Di. 21.05.13
Di. 21.05.13
Di. 21.05.13
Di. 21.05.13