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Unruhige Nächte, lockere Beine: Club wartet auf Aue

Der 1. FC Nürnberg konzentriert sich weiter auf sich selbst - 14.04.2017 13:16 Uhr

Mit der nötigen Lockerheit soll Michael Köllners Team die Aufgaben angehen. © Sportfoto Zink / WoZi


Diejenigen, die vielleicht noch daran gezweifelt hatten, ob sie sich beim Club ihrer derzeitigen Situation überhaupt bewusst sind, konnte Michael Köllner am Mittwoch beruhigen. Seit seiner Beförderung zum Trainer der ersten Mannschaft versucht Köllner vorzuleben, dass sich die trüben Gedanken nicht mit noch mehr trüben Gedanken vertreiben lassen, trotzdem stößt natürlich auch sein Optimismus an Grenzen. "Dass die Nächte unruhiger werden, ist normal", sagt Köllner, die Entwicklungen der vergangenen Wochen sind bei allen Appellen, positiv zu denken, nicht an ihm vorbeigegangen.

Dass der Trainer unruhig schläft, dürfte also diejenigen beruhigen, die das Gefühl haben, die Verantwortlichen würden nicht genügend dafür tun, dass ihr Verein bald wieder bessere Zeiten erlebt. Nicht beruhigen dürfte es dagegen die Menschen, denen in erster Linie die Gesundheit von Michael Köllner am Herzen liegt.

Eine Sitzung ohne Krise

 Wer die Arbeitsweise des Oberpfälzers, der nach wie vor auch Leiter des Nachwuchsleistungszentrums ist, kennt, weiß, dass er ohnehin nicht viel schläft. Allzu viele Stunden, um sich auf der Frage nach der richtigen Taktik im Bett hin- und herzuwälzen, bleiben da gar nicht. Erst recht nicht, wenn am Abend auch noch eine Sondersitzung ansteht.

Sondersitzung? Also eine Krisensitzung? Nein, sagt Köllner, nur ein vor Monaten vereinbartes Treffen des Vereinsbeirates. Über die tägliche Arbeit im NLZ sollte Köllner referieren – und musste am Ende natürlich trotzdem auch Fragen zur Entwicklung der Profis beantworten. Zweieinhalb Stunden saßen sie beisammen, "wir diskutieren hier eben alles", sagt Köllner. Auch wenn die Nächte dann noch ein wenig kürzer werden.

Nur fünf Punkte bis zur Gefahrenzone

Rund um den Valznerweiher sind die Menschen wieder einmal sehr besorgt um ihren Herzensverein, da kann es nicht schaden, dass sie sich auch am Valznerweiher selbst ein wenig Sorgen machen. Oder zumindest einen realistischen Blick für die aktuelle Situation entwickeln.

Michael Köllner begegnet den vielen Sorgen zunächst einmal mit etwas Mathematik. Fünf Punkte trennen seine Mannschaft von Platz 16, hat er am Mittwoch vorgerechnet, fünf Punkte sind es aber auch nur bis Platz sechs. Weil er weiß, dass diese Rechnung nicht nur beruhigend klingt, hat der Trainer aber auch noch ein paar andere Anhaltspunkte, warum sie sich demnächst eher dem sechsten als dem 16. Platz annähern könnten: Die angespannte Personalsituation entspannt sich langsam, die Zielstrebigkeit, den Ball wieder öfter im Tor des Gegners unterzubringen, nimmt zu. Zumindest hat er das bei den Trainingseinheiten in dieser Woche so wahrgenommen.

Wenn Aue am Samstag ab 13 Uhr im Frankenstadion zu Gast ist, wird sich die Mannschaft nicht mehr wie zuletzt von ganz alleine aufstellen. Kevin Möhwald soll vor allem in der Offensive wieder zur treibenden Kraft werden, auch Thorsten Kirschbaum, Ondrej Petrak und Cedric Teuchert wären zumindest wieder eine Option. Ob das auch auf Georg Margreitter zutrifft, lässt sich noch nicht seriös abschätzen.

"Frei im Spiel"

Noch wichtiger dürfte allerdings sein, dass das handelnde Personal sich der Aufgabe mit dem gleichen Optimismus wie der Trainer stellt. Auch wenn er seinen Fußballern nicht verbieten kann, auf die Tabelle zu schauen, will Köllner, dass sie mit der nötigen "Lockerheit" ins Spiel gehen, dass sie "frei in ihrem Spiel" sind.

Dass am Samstag mit dem FC Erzgebirge Aue ein Verein anreist, der einen guten Lauf hat, ist zunächst einmal zweitrangig. "Ihre Abläufe funktionieren", hat Köllner festgestellt, ist sich aber sicher, dass seine Mannschaft als Sieger vom Platz gehen kann – wenn die eigenen Abläufe funktionieren. "Wir können einen großen Schritt machen", sagt Köllner, "und den werden wir auch machen". Seine Nächte könnten dann wohl nicht länger, aber zumindest etwas ruhiger werden. 

Sebastian Gloser Sportredakteur E-Mail

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