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Verstärkung aus der U17: Makanda mischt beim Club mit

Club-Coach Köllner sieht sich das Juwel aus dem FCN-Nachwuchs genauer an - 10.11.2017 15:29 Uhr

Frecher Trainingsgast: Jabez Makanda, Torjäger der U17-Bundesligamannschaft. © Eduard Weigert


Die wenigen Zuschauer mussten sich entscheiden. Auf dem rechten Platz übten die beiden Torhüter möglicherweise aus aktuellem Anlass weite Pässe, Direktabnahmen – und natürlich auch, wie man so einen Ball stoppt, idealerweise ohne ihn einen Meter oder mehr nach vorn abprallen zu lassen. Auf dem linken Platz hatte Michael Köllner den Rest seiner Belegschaft versammelt, lediglich 15 Mann – und einen Jugendlichen.

Wie es sich für einen Trainingsgast und erst recht für einen 16-Jährigen gehört, musste Jabez Makanda Maleko hinterher die Bälle und Hütchen einsammeln. Wahrscheinlich hätte er auch noch ausdauernd die Schuhe seiner Kollegen geputzt, wenn jemand auf die Idee gekommen wäre. Stattdessen staunten die meisten gestern Vormittag nicht schlecht, als der Torjäger der Nürnberger U17 rotzfrech den einen oder anderen Beinschuss verteilte und sich auch in weiteren Szenen um den Unterhaltungswert der Trainingseinheit verdient machte.

Vertrag läuft im Sommer aus

Physisch kann der junge Mann bereits locker mithalten. Einen Meter 85 groß, kräftig, schnell. Von den bislang 16 Treffern seiner U17-Bundesligamannschaft hat Jabez Makanda zehn erzielt, eine Quote, die ihn selbst überrascht. Nach einer eher durchwachsenen ersten Saison beim 1. FC Nürnberg.

Entdeckt haben ihn die Scouts beim FSV Frankfurt; schon als Zehnjähriger ist er mit seinem kleinen Bruder mangels Perspektive aus der angolanischen Heimat geflohen, um in Deutschland sein Glück zu versuchen. Verwandte in Frankfurt nahmen die beiden Kinder bei sich auf, mittlerweile ist zumindest Jabez Makanda auf sich allein gestellt. Die Club-Familie kümmert sich nach Kräften um ihn, ein Integrationspate und Club-Fan aus der Pfalz unterstützt ihn auch finanziell.

Nach der Saison läuft Jabez Makandas Vertrag aus, der neue liegt angeblich schon in einer der vielen Schubladen. Ob er auch bleibt, ist mindestens fraglich. Andere Vereine sind bereits an ihm dran, darunter der FSV Mainz – wo sein jüngerer Bruder Blessing in der U12 spielt. Den wiederum würde auch der Club aus privaten Gründen gerne nach Nürnberg holen, bräuchte dafür aber nicht nur einen weiteren Paten.

"Hat es verdient"

Es könnte sich lohnen – wie Jabez Makandas Beispiel zeigt. "Er ist ein Top-Spieler seines Jahrgangs", sagt U17-Trainer Michael Wimmer, "in dem wir großes Potenzial sehen". Auch Michael Köllner ist durchaus angetan von einem der größeren Talente im Nachwuchsleistungszentrum.

"Er hat es verdient, auch mal bei uns dabei zu sein", sagt der Trainer der Profimannschaft und lobt vor allem Makandas Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen. "Kontrolliert" wolle man ihn jetzt aufbauen, um seinen bulligen Körper auch noch mit den nötigen technischen und taktischen Finessen auszustatten.

Wegen der vielen Absenzen darf Jabez Makanda noch ein paar Tage bei den Profis bleiben und wird im Test beim VfB Garching (Samstag, 14 Uhr) zum Einsatz kommen, vielleicht ja auch wieder hinterher. Die Bälle und Hütchen muss traditionell der Jüngste einsammeln. 

Wolfgang Laaß

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