Mittwoch, 27.03.2019

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Während Fürth-Spiel: Dubioser Zettel sorgt für Aufregung

Hamburgs Gotoku Sakai warf das Papier direkt vor die Gäste-Bank - 05.03.2019 12:56 Uhr

Dieser kleine Zettel in den Händen von HSV-Trainer Hannes Wolf sollte für viel Aufregung sorgen. © Sportfoto Zink/WoZi


Es läuft die 39. Minute. HSV-Trainer Hannes Wolf muss reagieren, nicht nur, weil der HSV seit rund 25 Minuten den Gästen aus Fürth planlos hinterherläuft, sondern auch, weil sich Flügelflitzer Hee-Chan Hwang verletzt hat und nicht mehr weitermachen kann.

Die Zeichen stehen schlecht. Wolf berät sich kurz mit seinem Co-Trainer, man sieht einen Stift und einen Fetzen Papier. Außenverteidiger Gotoku Sakai wird an die Seitenlinie beordert, der japanische Nationalspieler erhält den mysteriösen Zettel, sein Teamkollege Hwang wurde zuvor durch Berkay Özcan ersetzt. Sakai gestikuliert wild, will seinen Mitspielern die neue taktische Ausrichtung mit allen Mitteln eintrichtern. Die Botschaft scheint angekommen. Sakai knüllt das Papier zusammen und trabt zurück zur Seitenlinie.

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Im Montagabendspiel muss das Kleeblatt ab 20.30 Uhr gegen den Hamburger SV ran. Stefan Leitl schickte seine Mannschaft mit nur einer Veränderung in der Startelf in die Partie, Paul Seguin durfte wieder von Anfang an auflaufen. Selbst das 0:0 wäre nach dem Auftritt für die Fürther eigentlich zu wenig gewesen. Die Gelb-Rote Karte und das späte Gegentor waren da mehr als bitter.


Es folgt die wohl kurioseste Szene des Spiels. Denn anstatt die Anweisungen zurück an die eigene Bank zu geben, landet der weggeworfene Zettel direkt vor den Füßen von Andre Mijatovic, dem Co-Trainer der SpVgg Greuther Fürth. Der frühere Zweitliga-Profi lässt sich nicht zweimal bitten und greift zu. Die Kameras fangen den Übungsleiter beim Studieren des Zettels ein, denn ja, Sakai hat dem Gegner die internen taktischen Anweisungen tatsächlich vor die Füße gelegt. 


Azzouzi sauer: "Absolute Fehlentscheidung"


In der Halbzeitpause erklärt Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi bei Sky, dass "ein japanisches Kochrezept" für Sakai notiert war. 45 Minuten später hat der frühere Profi nichts mehr zu lachen, das Spiel endet mit 0:1 aus Sicht seines Kleeblatts. 

Sakai: "Das war blöd von mir"

Und auch in den sozialen Netzwerken bleiben Hohn und Spott nicht aus. "Fazit der ersten Halbzeit: Sakai bekommt nicht mal nen Zettel zum eigenen Mann. #HSVSGF #nurderhsv #hsv", schreibt ein User auf Twitter, ein anderer schimpft über das Verhalten der Fürther: "Hätte Fürth nur nen Funken Anstand, hätte man den Zettel ignoriert. #HSVSGF". 

Angesprochen auf die Handlungsschnelligkeit von Fürths Co-Trainer Mijatovic äußert sich Siegtorschütze Aaron Hunt: "Auf jeden Fall nett von ihm. Er will den Platz sauber halten."

Und wie reagiert Verursacher Gotoku Sakai? "Das war blöd von mir", gesteht der Japaner nach der Partie. Sein Trainer nimmt es dagegen gelassen: "Wir haben in der Halbzeitpause nochmals umgestellt. Deshalb war es schnuppe."

Der Artikel wurde am 5. März um 12.56 Uhr aktualisiert.

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vah

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