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Wichtiger Sieg! Die Ice Tigers bleiben in Wolfsburg cool

5:0! Nürnbergs beste Eishockeyspieler gewinnen deutlich in Niedersachsen - 11.01.2019 22:11 Uhr

Nürnberg trifft in Niedersachsen: Die Ice Tigers (Archivbild) gaben den Kufencracks aus der Autostadt das Nachsehen - und mussten dabei nicht einmal übermäßig Gummi geben. © Sportfoto Zink


Es gibt sie, die stimmungsvollen Abende in der Eishalle am Allersee. Die Ice Tigers haben sie ja oft genug miterlebt, als Gäste, die zur Party eingeladen waren, dann aber doch nicht mitfeiern durften. Besonders im Frühjahr waren die Dienstreisen nach Niedersachsen bislang wenig erfreulich. 2014 bis 2017 endeten die Spielzeiten in den Play-offs jeweils gegen oder in Wolfsburg.

Trister Erfolg im Wellblechkasten 

Im Januar 2019 erlebten die Ice Tigers erneut einen tristen Abend in dem Wellblechkasten, diesmal aber durften sie feiern. Zu der blutleeren Stimmung hatten sie mit dem 5:0 (2:0, 2:0, 1:0) ja selbst beigetragen. An diesem Freitag traf jedenfalls alles zu, was man dem Unterhaltungsangebot für die Volkswagen-Belegschaft seitens der Konkurrenz seit dem DEL-Aufstieg vor elf Jahren unterstellt: weitgehend leere Ränge, zurückhaltendes Publikum, eine Atmosphäre wie bei der Eröffnung eines Baumarkts. Daran waren auch die Gäste aus Nürnberg schuld. Aber eben nicht nur.

Die Ice Tigers erspielten sich schnell die Kontrolle über das Geschehen, außergewöhnliches Engagement war dazu gar nicht nötig. Wolfsburg gab das neutrale Drittel bereitwillig her. Nürnberg kam so zu vielen Schusschancen, blieb dabei allerdings zunächst harmlos. Das schien auch Brandon Bucks Versuch in der 16. Minute zu sein. Der Kanadier lupfte den Puck von der Torlinie aus in Richtung Jerry Kuhn, erst der rechte Schoner lenkte ihn ins Tor. Und auch die Entwicklung des zweiten Gästetreffers roch zunächst kaum Gefahr. Chris Brown war es, der nach einem Schlagschuss von Shawn Lalonde am schnellsten reagierte und die Scheibe im Power-Play mit der Rückhand zum 2:0 versenkte (20.).

Die Ice Tigers waren in diesem Spiel, das Buck zuvor im Interview bei MagentaSport als "wichtigstes der Saison" bezeichnet hatte, besser als die Mannschaft in schwarz-orange. Gut waren sie deshalb nicht unbedingt, mussten sie bei diesem Gegner auch gar nicht sein. Ihre letzten fünf Spiele hatten die Wolfsburger allesamt verloren, ihr Trainer Hans Kossmann hatte die Aufholjagd deshalb für beendet erklärt. "Die Bahn ist abgefahren", die Play-offs, prognostizierte der Schweizer mit dem kanadischen Pass, werden ohne die Grizzlys stattfinden - zum ersten Mal seit zehn Jahren. Wie ernst er das wirklich meinte, weiß allein Kossmann selbst. Zumindest hatte der Coach des Tabellen-13. versucht, seine Mannschaft vor dem Spiel gegen den Tabellen-11. zu emotionalisieren. 

Treutle verdient sich den Shutout 

Wolfsburg begann mit Jason Jaspers, Marius Möchel und Valentin Busch, drei ehemaligen Nürnbergern. Das konnte man durchaus als Zeichen verstehen, verstanden hatte es aber offenbar nur Petr Pohl, ein weiterer einstiger Ice Tiger. Der Deutsch-Tscheche, nach einer Gehirnerschütterung ohne Einsatz für Nürnberg, hatte selbstbewusst ein Tor angekündigt und schoss schon deshalb aus Lagen, oftmals drüber und wenn nicht, war Niklas Treutle aufmerksam. Nürnbergs Torhüter hatte sich so seinen ersten Saison-Shutout verdient.

Nach dem ersten Seitenwechsel zeigte sich Wolfsburg nach zwei missratenen Überzahlspielen und ersten Pfiffen von den Rängen verbessert. Jeremy Dehner und Cole Cassels trafen aber nur das Gestänge – auf der anderen Seite traf Leo Pföderl ins Tor. Nürnbergs Nationalspieler kam von der Strafbank, wurde von Philippe Dupuis freigespielt und spitzelte den Puck durch Kuhns Schoner (34.). Dass er kurz vor Ende des Drittels noch einmal traf (39.), war schon beinahe unverschämt und bitter für die Gastgeber.

Und Acton! 

Nürnberg verteidigte ordentlich, war taktisch offensichtlich sehr gut vorbereitet, schloss aber vor allem denkbar effizient ab. Im Schlussdrittel sorgte Will Acton mit einem Überzahltreffer (49.) für den Höhepunkt. Schon am kommenden Freitag (19.30 Uhr) treffen sich die beiden Teams wieder, dann in Nürnberg. Zuvor empfangen die Ice Tigers am Sonntag noch Krefeld - zum nächsten Spiel des Jahres. 

Sebastian Böhm

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