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Wie Lothar und Klinsi: Lahm soll DFB-Ehrenspielführer werden

Große Ehre für den Kapitän der Weltmeister-Mannschaft von 2014 - 07.12.2017 18:00 Uhr

Die Krönung einer großen Nationalmannschafts-Karriere: Philipp Lahm reckte 2014 den Weltmeisterpokal in die Höhe. © Marcus Brandt/dpa


Jetzt steht Philipp Lahm mit erst 34 Jahren auf einer Stufe mit deutschen Fußball-Legenden wie Fritz Walter, Uwe Seeler und Franz Beckenbauer. Ein halbes Jahr nach dem Ende seiner grandiosen Profikarriere will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Kapitän der Weltmeistermannschaft von 2014 am Freitag zum insgesamt sechsten Ehrenspielführer der Nationalmannschaft benennen. Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann, das Weltmeister-Duo von 1990, komplettiert diesen illustren Kreis.

Formal fehlt noch die Zustimmung der Delegierten des Außerordentlichen Bundestags. Doch an einer Ernennung per Akklamation gibt es keine Zweifel. "Wir möchten den Delegierten Philipp Lahm vorschlagen, weil er als Fußballer und als Mensch zu den ganz Großen gehört, der immer eine klare Meinung gehabt und diese auch vertreten hat", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel.

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Sie haben gekämpft, geschwitzt, geblutet. Am Ende zahlte es sich aus! Die deutsche Nationalmannschaft hat das Wunder wahr gemacht und sich für seine Mühen in diesem Turnier mit dem vierten Weltmeistertitel in der Geschichte belohnt. Und so feierten die Nationalhelden ihren Triumph.


Die Auszeichnung geht einher mit einer Rückkehr zum DFB. Denn Lahm soll fortan als Botschafter für die vom deutschen Verband angestrebte Ausrichtung der Europameisterschaft 2024 werben. "Philipp Lahm ist ein herausragender Sportsmann, ein überragender Teamplayer und zudem ein sozial engagierter Mensch. Mit der beabsichtigten Ernennung zum Ehrenspielführer sollen nicht zuletzt seine großartigen Leistungen als Kapitän unserer Weltmeisterelf 2014 gewürdigt werden", sagte Grindel.

Die DFB-Auszeichnung reiht sich ein in eine Vielzahl von Würdigungen in diesem Jahr. Nachdem Lahm Ende der vergangenen Saison seine aktive Laufbahn beim FC Bayern mit seinem achten Meistertitel beendet hatte, wurde er unter anderem von den deutschen Sportjournalisten erstmals zum "Fußballer des Jahres" gekürt. Es war eine Wahl, die Lahm am Ende seiner sportlich weder erfolgreichsten noch besten Saison mehr als eine Würdigung seines Lebenswerkes einstufte.

Lahm hat die Ernennung zum Ehrenspielführer fraglos verdient. Der gebürtige Münchner war ein idealer Botschafter für den DFB und den deutschen Fußball. Seit der WM 2010 in Südafrika führte er das Nationalteam als Kapitän an. 113 Länderspiele (5 Tore) bestritt er.

Krönung in Rio de Janeiro

Lahm war ein Jahrzehnt lang ein Außenverteidiger der absoluten Weltklasse. Seine Trainer hätten den nur 1,70 Meter großen Lahm am liebsten geklont, denn er war links und rechts stets der Beste.

Lahms Krönung war der WM-Triumph 2014 im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro. Nach dem 1:0 im Endspiel gegen Argentinien durfte er endlich den goldenen WM-Pokal in den Händen halten, ein Jahr nach seinem größten Vereinserfolg, dem Champions-League-Gewinn mit den Bayern.

Mehr Zeit für die Familie

Am Morgen nach dem WM-Finale unterrichtete der damals 30 Jahre junge Kapitän Bundestrainer Joachim Löw über seinen Rücktritt. "Herzlichen Dank für eine wunderbare Zeit", sagte Lahm damals. Er trat auf dem Höhepunkt ab. Löw gab den Dank zurück: "Als Trainer kann man sich einen solchen Spieler nur wünschen. Philipp war für mich immer ein zentraler und ganz wichtiger Ansprechpartner, mit dem wir unsere Ideen diskutieren konnten. Er kann auf seine Laufbahn stolz sein."

Nachdem der sofortige Wechsel vom Spieler in eine sportliche Führungsposition beim FC Bayern nicht zustande kam, genießt der zweifache Familienvater Lahm aktuell ein Leben abseits des Fußballs. "Ich habe jetzt einen viel abwechslungsreicheren Alltag als früher, kann mir meine Tage selber einteilen und auch einmal Zeit mit meiner Familie genießen", sagte Lahm jüngst dem Münchner Merkur.

Er kümmert sich intensiv um seine Stiftung und seine Holding. Das unternehmerische Engagement soll auch 2018 bei ihm im Vordergrund stehen. Den Besuch von Fußballstadien hat Lahm zuletzt gemieden. Das könnte sich jetzt wieder ändern: Als EM-Botschafter für 2024 wird Lahms Präsenz in Fußball-Kreisen sicherlich wieder zunehmen. 

dpa

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