25°

Montag, 20.08.2018

|

zum Thema

Wieder Remis: FCN kommt nicht aus den Startlöchern

Thomalla gleicht Sylvestrs Kopfballtor aus - 12.08.2016 20:20 Uhr

So sieht Enttäuschung aus: Cedric Teuchert lässt nach Schlusspfiff den Kopf hängen. © Sportfoto Zink / WoZi


So hatte man das in Nürnberg auch schon seit längerem nicht mehr gehört, aber Alois Schwartz hatte es tatsächlich gesagt: Dass er sich freut auf dieses Heimspiel und darauf, endlich einmal die Atmosphäre im Frankenstadion genießen zu dürfen. Bislang war Schwartz ja immer als Gast in diesem Stadion gewesen, jetzt erlebte er seine Pflichtheimspielpremiere als Club-Trainer. Dass er sich freute, sah man tatsächlich. Im T-Shirt stand er an der Seitenlinie, ignorierte den Nieselregen, das halbleere Stadion und den Umstand, dass dieses Szenario nur zu gut passt zum Zweitliga-Fußball, der hier nun im dritten Jahr in Serie angeboten wird.

Am Ende hatten sich Schwartz und 25.769 Zuschauer umsonst gefreut. Das 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Heidenheim war schmeichelhaft für einen fast durchweg uninspirierten und mitunter überforderten 1. FC Nürnberg. Dabei hatte Schwartz vor der Partie noch einmal beweisen wollen, dass er so unzufrieden nicht war mit dem Auftakt-1:1 in Dresden – oder er musste es mangels personeller Alternativen.

Bilderstrecke zum Thema

Nach schwacher Heidenheim-Vorstellung: Mäßige Noten für Clubprofis

Trotz früher Führung gelang es dem 1. FC Nürnberg nicht das Spiel zu kontrollieren, woraufhin Heidenheim verdient zum Ausgleich kam. Die Schlussoffensive kam dann deutlich zu spät. Gute Noten wurden natürlich nicht verteilt und besonders zwei Spieler kamen schlecht weg.


Also durfte im Mittelfeld wieder Lukas Mühl von Beginn an spielen, im Sturmzentrum versuchte sich erneut Jakub Sylvestr an der Suche nach der zuletzt verloren gegangenen Torgefahr. In die Verlegenheit, zu beweisen, dass er wieder zu seiner früheren Stärke zurückfinden kann, kam Sylvestr allerdings zunächst nicht.

Heidenheim, in der Vorsaison solider Elfter der Abschlusstabelle, teilte offenbar Schwartz´ Vorfreude. 28 Sekunden dauerte es, da musste Raphael Schäfer ein erstes Mal glänzen im Nürnberger Tor. Nach einem langen Pass verschätzte sich Miso Brecko und Schäfer lenkte den Schuss von Arne Feick mit Mühe zur Ecke. Es ging einigermaßen schlimm weiter: Nach dreieinhalb Minuten schon sah Laszlo Sepsi sich zu einem gelbwürdigen Foul gezwungen, eine halbe Minute später traf Heidenheims Tim Kleindienst nur das Außennetz.

Bilderstrecke zum Thema

Schwartz, die Uhr und der Schiri: Starker FCH nervt blassen FCN

Der 1. FC Nürnberg hat auch im zweiten Saisonspiel den ersten Saisonsieg verpasst. Gegen starke Heidenheimer nickte Sylvestr den Club in Front, Thomalla glich per direktem Freistoß aus. Trainer Schwartz war enttäuscht. Die Bilder des Spiels.


Als sich Nürnberg nach zehn Minuten die erste Ecke verdiente, hatte der Gast schon drei. In Führung ging dennoch und einigermaßen überraschend der Club. Brecko schlug einen Ball mit viel Gottvertrauen in den Strafraum, da stand Sylvestr seltsam allein gelassen – und traf per Kopf. Es war sein erster Zweitligatreffer seit dem 15. Februar 2015. Besser wurde danach zunächst nichts, bis zur Pause hatte Nürnberg große Schwierigkeiten, so etwas wie Struktur ins eigene Spiel zu bekommen.

Die größte Gelegenheit entstand so auch nach einem Konter im eigenen Stadion, aber Guido Burgstaller verstolperte den Ball nach schöner Vorarbeit von Sylvestr. Auf der Gegenseite verfehlte nach 20 Minuten Marcel Titsch-Rivero per Kopf nur knapp – was Schäfer zu einer ersten lautstarken Kritik am Tun der eigenen Vordermänner veranlasste. Viel geholfen hat das aber nicht, kurz vor der Unterbrechung musste Schäfer erneut klären, diesmal gegen Marc Schnatterer, der aus sieben Metern abgezogen hatte und nur wegen Schäfers reaktionsschneller Fußabwehr nicht über den Ausgleich jubeln durfte.

Wahrscheinlich hat Schwartz versucht, in der Ansprache zur Pause seine Mannschaft noch einmal daran zu erinnern, dass auch der 1. FC Heidenheim ein mittlerweile ernstzunehmender Gegner ist, es geht zu solchen Anlässen ja gerne einmal lautstark zu in Kabinen von Fußballmannschaften. Wenn es so war, hat man davon zunächst nichts gesehen. Zwar erkämpften sich die Gastgeber direkt nach Wiederanpfiff zwei Eckbälle, gefährlich wurden die aber eben so wenig wie Sylvestrs Versuch aus der Distanz (50.).

Heidenheim blieb forsch, Nürnberg in seinem Vortrag wirr, die Konsequenz war der Ausgleich nach 56 Minuten, als Thomalla einen Freistoß aus knapp 25 Metern ins Netz setzte. Eine Nürnberger Reaktion gab es nicht an diesem Abend. Das Spiel der Nürnberger blieb ohne Ideen und ohne Geschwindigkeit.

Bilderstrecke zum Thema

Ultra leere Nordkurve: Clubfans entern Gegengerade

Vor gewöhnungsbedürftiger Kulisse empfing der 1. FC Nürnberg am Freitag den 1. FC Heidenheim zum ersten Heimspiel der Saison. Aufgrund von DFB-Sanktionen blieben die Blöcke 7,9 und 11, Heimat der Ultras Nürnberg (UN94) und Banda di Amici (BDA), leer.


Erst als der Gast zufrieden schien mit einem Punkt, gelang so etwas wie eine Drangphase, wirklich gefährlich aber wurde es kaum noch, nur hektisch, daran änderten auch die Einwechslungen der Offensivkräfte Edgar Salli und Cedric Teuchert nichts mehr. Als Schiedsrichter Harm Osmers abpfiff war die Atmosphäre im Frankenstadion reserviert, mindestens.

Hier gibt's den Liveticker zum Nachlesen.

1. FC Nürnberg: Schäfer - Brecko, Margreitter, Bulthuis, Sepsi - Mühl (61. Salli) - Leibold, Behrens, Alushi, Burgstaller - Sylvestr (84. Teuchert)

1. FC Heidenheim: Müller - Strauß, Kraus, Wittek, Feick - Griesbeck, Titsch-Rivero - Rasner (73. Atanga), Kleindienst, Schnatterer (90.+3 Beermann) - Thomalla

Tore: 1:0 Sylvestr (11.), 1:1 Thomalla (56.) | Gelbe Karten: Sepsi -Strauß | Schiedsrichter: Osmers (Hannover) | Zuschauer: 25.769.

Bilderstrecke zum Thema

Bier, Pyro, Stimmung! "Fläschmob" vor dem Gärtla

"s'Gärtla mou bleim!" Das machten die Clubfans vor dem Heimspiel gegen Heidenheim mit einem "Fläschmob" deutlich. Knapp 400 Fans trafen sich am gesperrten Kult-Biergarten, öffneten und leerten gemeinsam Bierflaschen. Wie in besten Gärtla-Zeiten. Und das ein oder andere bengalische Feuer gab es auch noch.


 

Fadi Keblawi

111

111 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport