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Zittersieg: 1. FC Nürnberg schöpft wieder Hoffnung

Schöpf trifft beim 3:2 gegen Kaiserslautern doppelt - 29.09.2014 22:11 Uhr

Wegbereiter zum Sieg: Alessandro Schöpf traf gegen Kaiserslautern doppelt.

Wegbereiter zum Sieg: Alessandro Schöpf traf gegen Kaiserslautern doppelt. © Sportfoto Zink / DaMa


Dass der 1. FC Nürnberg neuerdings macht, was er will, ist inzwischen ja bekannt, trotzdem überfordert er damit mitunter selbst jene, die ihn am besten kennen sollten. Die Redaktion des Stadionmagazins, zum Beispiel, hatte für die Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern ein großes Poster mit Raphael Schäfer im Heft platziert – und dann durfte Schäfer gar nicht mitspielen. Immerhin war Schäfer nicht der einzige, der nicht auf seinem angestammten Platz war an diesem Abend, an dem der 1. FC Nürnberg zur Abwechslung und tatsächlich einmal positiv überraschte auf dem Platz: Das 3:2 (2:0) geriet dem Club allerdings ähnlich turbulent wie alles in diesen aufregenden Wochen.

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Kopf aus der Schlinge gezogen: Der 1. FC Nürnberg hat am Montag in einem dramatischen Spiel den 1. FC Kaiserslautern mit 3:2 besiegt. Matchwinner Schöpf staubte die besten Bewertungen ab.


Raphael Schäfer also sah sich dieses phasenweise grandiose, phasenweise erschreckende Spiel nach seiner Herabstufung von der Haupttribüne aus an, stattdessen stand Patrick Rakovsky im Tor. Auf den Platz zurückgekehrt war ebenfalls Niclas Füllkrug, und Neuzugang Jürgen Mössmer durfte sich erstmals als Kapitän an der Platzwahl versuchen. Die hatten die Ultras für sich schon vor dem Spiel entschieden und waren auf die Gegengerade gezogen, nachdem ihre angestammten Blöcke gesperrt waren, weil sie sich nicht nur beim Derby in Fürth so aufgeführt hatten, wie es der DFB nur ungern sieht in deutschen Stadien.

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Der 1. FC Nürnberg kann endlich wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen: Zum Abschluss des achten Spieltages in der 2. Bundesliga gewann der Club mit 3:2 (2:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern, musste in der Schlussphase aber noch einmal gehörig zittern.


Ungern hatte man zuletzt auch den 1. FC Nürnberg Fußball spielen sehen, zuletzt geriet ihnen der Ausflug nach Heidenheim zum mittleren Desaster. Trotzdem waren offiziell auch gegen Kaiserslautern 25.130 Zuschauer im Frankenstadion. Zu sehen bekamen sie einen selbstbewussten Gast, dessen Anhänger schon vor dem Anpfiff einen „Auswärtssieg“ ankündigten.

Falls das tatsächlich Kaiserslauterns Plan war, setzten sie ihn zunächst einmal sehr schlecht um. Der Club wirkte besser, viel besser. „Emotionalisierte Spieler“ hatten sich ja Sportvorstand Martin Bader und Trainer Valerien Ismael vorab gewünscht – und sie bekamen emotionalisierte Spieler. 23 Jahre jung war der 1. FCN am Montag zu Spielbeginn im Durchschnitt, er war vor allem jung und unbedarft. Auf ein System wurde mehr oder weniger verzichtet, stattdessen flogen die Bälle hoch, weit und mit Tempo durchs Frankenstadion. Anhänger einer Spielidee dürften enttäuscht gewesen sein, unterhaltsam war es dennoch, weil Kaiserslautern mit so viel Nürnberger Wucht offensichtlich überfordert war.

Vier Minuten waren gespielt, als Robert Koch sich erstmals am Unternehmen Torgefahr versuchte, aber Tobias Sippel klärte seinen gar nicht so misslungenen Schuss zur Ecke. Es ging dann überraschenderweise so weiter, von der Spitzenmannschaft aus Kaiserslautern war selten einmal zu erkennen, wie sie zu einer hatte werden können. Stattdessen durfte nach 15 Minuten Jakub Sylvestr die nächste Parade Sippels provozieren. Wieder gab es Ecke für Nürnberg, wieder war die nicht gefährlich. Spannender wurde es da schon auf der Gegenseite, wenn Kaiserslautern Eckstoß hatte: Rakovsky fing die Hereingabe, über Schöpf landete der Ball recht flott bei Daniel Candeias: 1:0 (25.).

Nürnberg führte – und hatte sein Rezept gefunden: Nach 41 Minuten gab es wieder Eckstoß für Kaiserslautern, diesmal köpfte Ondrej Celustka den Ball nach vorne, fand Schöpf der sich gegen erstaunlich viele, erstaunlich desorientierte Gegenspieler durchsetzte und den Ball zum 2:0 ins Netz kullerte. Das Publikum im Frankenstadion war nun endgültig emotionalisiert – und enthusiasmiert.

Nach der Pause versuchte sich Kaiserslautern zaghaft an eigenen Offensivaktionen, zaghaft aber war diesmal nicht angesagt. Stellvertretend führte das Schöpf nach 51 Minuten vor, nahm sich an der Mittellinie den Ball, rannte los und erzielte dann über den Umweg Innenpfosten das 3:0.

Dummerweise aber erklärten die jungen Nürnberger den Arbeitstag an dieser Stelle für beendet: Kaiserslautern dominierte nun das Geschehen und war nach 71 Minuten und Treffern von Ring (61.) und Löwe gegen nun ihrerseits erschreckend desorientierte Nürnberger wieder im Spiel. Der norwegische Innenverteidiger Even Hovland musste mittenhinein in dieses Chaos sein Pflichtspiel-Debüt für den Club geben – und half tatsächlich, alles noch zu einem guten Ende zu bringen. Man hatte nicht mehr damit gerechnet.

 

1. FC Nürnberg: Rakovsky - Celustka, Petrak, Stark, Bihr (64. Ramirez) - Mössmer - Candeias, Schöpf, Koch, Füllkrug (73. Mlapa) - Sylvestr (78. Hovland)

1. FC Kaiserslautern: Sippel - Zimmer, Orban, Heintz, Löwe - Karl, Ring - Matmour (46. Fomitschow), Demirbay (56. Hofmann), Stöger - Lakic (78. Mugosa)

Tore: 1:0 Candeias (24.), 2:0 Schöpf (41.), 3:0 Schöpf (51.), 3:1 Ring (62.), 3:2 Löwe (71.)  | Gelbe Karten: Mössmer, Schöpf, Candeias | Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne) | Zuschauer:  25.130 

keb

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