18°

Samstag, 21.10. - 17:37 Uhr

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Vernissage: Alles DADA

Symbolbild

Freitag

13

Oktober

19:30  Uhr

Kategorie: Ausstellungen

Hommage auf Dada zum 101. Geburtstag einer folgenreichen Künstlerrevolte, Arbeiten von Studierenden der Kunstakademie Nürnberg, Klasse Ottmar Hörl.

Bis 31.07.2017

Am 5. Februar 1916 eröffnete eine bunte Truppe von Dichtern, Malern und Varieté-Künstlern das Cabaret Voltaire in der Spiegelgasse in Zürich, mit schweren Folgen für die Kunst. Die Dada-Bewegung, die aus diesem denkwürdigen Abend hervorging, sollte zum Synonym für artistische Blödelei, Ironisierung und Negation werden. Im Wesentlichen war es eine Revolte mit künstlerischen Mitteln gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst. Ziel dieser Rebellion war die etablierte Gesellschaft ihrer Zeit, deren Wertesystem sie ablehnten. Nichts sollte so bleiben, wie es ist, die alte Ordnung gehörte umgestürzt. Traditionelle Kunstformen wurden deshalb satirisch und übertrieben verwendet. Die dadaistische Bewegung wurde nicht nur in der bildenden Kunst wirksam: Literatur, Dichtung, Theater und Kabarett, Philosophie und Lebenskunst wurden Teile einer umfassenden Neuformulierung, die vor keinen Fragen zurückschreckte.
Dadamäßig lädt das Blindeninstitut zu einer Hommage auf Dada am 101. Geburtstag und an einem Freitag den 13. auf den Dachsberg ein. Akteure sind Florian Kaplick und Studentinnen und Studenten der Klasse Hörl von der Akademie der bildenden Künste Nürnberg.
Die eindrucksvolle Ausstellung von Ottmar Hörl und seinen Weltanschauungsmodellen im Blindeninstitut ist noch in bester Erinnerung – jetzt kommen Studentinnen und Studenten seiner Klasse auf den Dachsberg. In einem Seminar haben sie sich ausführlich mit der Dada-Bewegung und ihren Folgen für die Kunst auseinandergesetzt. In der Jahresausstellung der Akademie hatten sie Arbeiten präsentiert, die den Geist von Dada spüren lassen. Die Klasse von Professor Ottmar Hörl verfügt über keine augenfällige fachspezifische Ausprägung. Ihre Kunst geht von den Lücken und Nischen gestalterischer Ausdrucksformen aus. Sie bewegt sich in einem Spannungsfeld, in dem eindeutige stilistische und materialbezogene Zuordnungen nicht beansprucht oder nicht gewollt werden. Voraussetzungen, die in der Auseinandersetzung mit Dada spannende Ergebnisse erwarten lassen.
Kunst? Konzert? Kabarett? Performance? Parade? Provokation? All das, noch mehr und das Gegenteil! In seiner Performance kreiert Florian Kaplick ein Gesamtkunstwerk für Augen und Ohren. Die Gäste erwartet ein Abend zum Lauschen, zum Lachen, zum Staunen, zum Denken, zum Amüsieren, zum Wundern ... Serviert wird etwas Ausgekochtes, gar nicht Gares, angestiftet im Züricher Cabaret Voltaire und fortgesponnen bis heute. 101 Jahre später können sie in der „Galerie Dadachsberg“ dem ewig frischen Geist von Dada selbst nachspüren, von den Lautgedichten und Manifesten der ersten Stunde bis zu den Früchten der Jetztzeit. Von Hugo Balls Karawane bis zu Hindemiths Ragtime, von Tristan Tzaras Simultangedicht bis zu Erik Saties Parade und vom Einwortgedicht Ernst Jandls bis zur ausgewachsenen Ursonate Kurt Schwitters bleibt nichts ausgespart.
So geht Dada, wenn man es kann. Florian Kaplick ist Choreograph und Rezitator, Dirigent und Orchester, Regisseur und Schauspieler zugleich. Er tanzt und musiziert, singt und spielt mit Worten und Lauten und trägt die Ursonate Kurt Schwitters vor, als rede er immer so. Florian Kaplick ist das Gesamtkunstwerk! À bientôt!
Die Besucher sollten sich auf einen ungewöhnlichen Abend gefasst machen!

STÄTTE/VERANSTALTER:  Schule am Dachsberg

Adresse:

Dachsbergweg 1

90607 Rückersdorf

Kontakt:

Infotelefon: 0911 / 95770

Fax: 0911 / 9577111

Internet: www.blindeninstitut.de

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