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Top-Noten für Altstadtquerung - Linie 9 "maximal unsinnig"

Zukunft der Straßenbahn in Nürnberg - 22.11.2011 08:00 Uhr

Noch ist es nur eine Montage: Die Straßenbahn fährt (wieder) am Rathaus vorbei, wie bis 1961. © Matejka


Rund 20 Millionen Euro würde eine solche Straßenbahnlinie auf der Strecke Rathenauplatz-Äußere und Innere Laufer Gasse-Rathaus-Plärrer kosten (siehe Grafik). Mit 2,1 hat die Verlängerung der Straßenbahn Richtung Brunecker Straße ebenfalls einen sehr guten Wert, so der Gutachter des Aachener Ingenieurbüros IVV, Stephan Krug, gestern bei der Vorstellung seiner Ergebnisse im NVEP-Arbeitskreis. Jede Maßnahme, die bei der Kosten-Nutzen-Bewertung  größer als 1 abschneidet, ist verkehrlich sinnvoll.

Geschätzte Kosten für die Fortführung der Straßenbahn von der Bayernstraße zur Brunecker Straße: 17,7 Millionen Euro. Ebenfalls gut (1,64) wird die Verlängerung der U-Bahn-Richtung Eibach bewertet. Rund 95 Millionen Euro würde das Teilstück zwischen Hoher Marter und Eibach kosten.

Dagegen schneidet die Variante der U-Bahn-Verlängerung nach Stein und Eibach angesichts der Kosten von 212,5 Millionen Euro sehr schlecht ab. Mit einem Wert von 0,70 ist diese U-Bahn-Variante derzeit nicht sinnvoll. Die U-Bahn Richtung Eibach soll jetzt unabhängig von Stein weiter untersucht werden. „Das ist sehr ernüchternd“, sagte Steins Bürgermeister Kurt Krömer. Er hofft nun auf eine Sonderförderung des Freistaats, denn in die aktuelle Bewertung sei die Möglichkeit, Parkhäuser für Pendler zu errichten, nicht eingeflossen.

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Pläne für den Nahverkehr in Nürnberg

Mit dem Nahverkehrsentwicklungsplan soll untersucht werden, wie das Straßen- und U-Bahnnetz in den nächsten 20 Jahren unter wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen verbessert werden kann. Ziel ist dabei, mehr Fahrgäste im Öffentlichen Personennahverkehr zu bekommen.


Mit dem Nahverkehrsentwicklungsplan soll untersucht werden, wie das Straßen- und U-Bahnnetz in den nächsten 20 Jahren unter wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen verbessert werden kann. Ziel ist dabei, mehr Fahrgäste im Öffentlichen Personennahverkehr zu bekommen. Gut bewertet wird die Durchbindung der Gräfenbergbahn zur Rangaubahn. Zuständig ist dafür aber die Bayerische Eisenbahngesellschaft.

Kaum Hoffnung für die Linie 9

Schlecht schneiden bei der verkehrlichen und wirtschaftlichen Bewertung Straßenbahnlinien oder -verlängerungen nach Zabo ab. Nach Fischbach, Worzeldorf oder Herpersdorf wird ein positives Ergebnis nur knapp verfehlt. Da in Richtung Süden und Osten die Minervastraße das Nadelöhr ist, sollen die Linien bis Februar noch einmal im Rahmen des NVEP im Zusammenhang genauer untersucht werden. Die U-Bahn nach Eibach, die Straßenbahnen durch die Altstadt und zur Brunecker Straße werden jetzt geprüft, welche Folgekosten sie für das Gesamtnetz haben. Die Straßenbahn zum Uni Süd Campus nach Erlangen erreicht nur ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 0,93. Die Linie soll aber außerhalb des NVEP zusammen mit Erlangen vorangebracht werden.

Die Altstadtquerung hat einen so guten Nutzen-Kosten-Faktor, dass sie dreimal so teuer werden könnte als bisher kalkuliert und immer noch sinnvoll wäre. Das gibt Spielraum bei der Gestaltung, wenn man sie auch tatsächlich will. © nz


Für die Linie 9 durch die Pirckheimerstraße zeichnet sich im Rahmen des NVEP keine zukunftsfähige Linienführung ab, so Krug: „Sie ist maximal unsinnig – verkehrlich wie volkswirtschaftlich.“ Einfach wird es auch für die Altstadquerung nicht. Ulrich Schaller von der IHK fragte nach, wo denn während des Christkindlesmarkts die Straßenbahn bei der Sebalduskirche fahren soll. Eine Antwort wusste Baureferent Wolfgang Baumann nicht: „Das ist ein stadtgestalterisches und funktionales Problem.“

  

André Fischer

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