Mittwoch, 12.12.2018

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Vor 800 Jahren: Königsmord in Bamberg

Ein Herzog war der Täter - 27.12.2008

Herzogin Amalia von SachsenWeimar-Eisenach weilte hier vom 12. bis zum 15. Juni 1790, mit viel Personal und Goethe als Reiseführer. Der Name des Gasthofs war gefragt – er lautete leider nicht «Goldene Gans» –, und unter den vielen richtigen Einsendungen wurden drei Buchpreise verlost. Sie gingen an Annemarie Popp, Wolfgang Rulffs und Hanns Zahlaus.

Im nun zu Ende gehenden Jahr 2008 wurden viele Nürnberger, fränkische und bayrische Jubiläen groß gewürdigt: Der hundertste Geburtstag Hugo Distlers, Kaspar Hausers Tod vor 175 Jahren, die Bildung der bayrischen Lutherischen Landeskirche 1808, Dürers Skizze der «Betenden Hände» 1508. Hingegen ging der 800. Jahrestag des Bamberger Königsmords geräuschlos über die Gedenkbühne. Grund genug, ihn in eine Rätselnuss einzuschließen.

Das Heilige Römische Reich hatte am Ende des 12. Jahrhunderts zwei Könige: den Staufer Philipp von Schwaben und den Welfen Otto von Braunschweig. Auf der Seite des Staufers, der übrigens nie zum Kaiser gekrönt worden ist, stand Frankreich, auf der Seite des Welfen standen England und der Papst. Das mächtige Herzogsgeschlecht, nach dem in dieser Rätselnuss gefragt wird, stand mit guten Gründen auf der Seite der Staufer. Und doch sollte aus ihm Philipps Mörder hervorgehen.

Der Mörder war Pfalzgraf, hieß Otto wie der Stauferkönig, und war mit dessen Tochter Beatrix verlobt. Doch der König hatte etwas dagegen, weil er seine Tochter als erotische List einsetzen wollte. Wenn ich jetzt, so sein Kalkül, mit dem Welfen, meinem Königsrivalen, einen Waffenstillstand schließe und ihm obendrein meine hübsche Tochter zur Frau gebe, ist meine Macht gesichert. So geschah’s. Der Pfalzgraf fügte sich zähneknirschend. Es gab ja noch andere gute Partien. Beispielsweise die Tochter des Herzogs von Schlesien. Doch deren Onkel war ausgerechnet dieser Stauferkönig Philipp, und der funkte auch da dazwischen.

In Bamberg wurde am 21. Juni 1208 eine Hochzeit gefeiert. König Philipp, ermüdet vom üppigen Mahl, zog sich in der Hofhaltung mit zwei Gefolgsleuten zur Mittagsruhe zurück. Als Pfalzgraf Otto erschien, dachte der König zuerst, dieser wolle ihn nun mit allerlei Kunststücken unterhalten. Denn der Pfalzgraf war ein Meister der Schwertakrobatik. Der König winkte ab und sagte, er sei zu müde für solche Späße. Doch der Pfalzgraf steckte sein Schwert nicht in die Scheide, sondern drohte, es sei ihm ernst, denn nun sei ihm zum zweiten Mal eine gute Partie verdorben worden. Dann schnitt er König Philipp die Halsschlagader durch.

Der Mörder entkam. Einige Getreue wurden der Beihilfe verdächtigt und verfielen wie der Täter der Reichsacht. Neun Monate nach der Bamberger Bluttat entdeckte Reichsmarschall von Kalden den Mörder in einer Scheune bei Kelheim, ließ ihn auf der Stelle köpfen, das Haupt in die Donau werfen und den Leichnam verscharren.

Die Stammburg seines Geschlechtes aber wurde dem Erdboden gleichgemacht. Später wurde dort eine Sühnekirche errichtet. Obwohl von der Burg im rund 8000 Quadratmeter großen Gelände kaum noch sichtbare Reste vorhanden sind, ist diese Stätte über dem Flüsschen Paar heute noch einen Besuch wert.

Wie heißen die Burg und das Hochadelsgeschlecht? Schreiben Sie den Namen auf eine Postkarte und senden Sie diese bis zum 20. Januar 2009 an die Nürnberger Zeitung, Marienstraße 9, 90402 Nürnberg.

Oder senden Sie eine E-Mail an: nz-themen@pressenetz.de. Wie immer werden unter den richtigen Einsendungen drei Buchpreise verlost. 

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