Freitag, 22.03.2019

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Weil der Löwe schlief, hat er das Beste verpasst

Jahreskonzert des Musikvereins mit einem eifrigen Nachwuchs entführte in Reich der Tiere und auf die Arche - 30.11.2018 08:00 Uhr

Die Hirtenbachhalle war zum Konzert so liebevoll zu den Liedthemen ausgestattet worden als befänden sich Zuhörer und Akteure im Regenwald. Die Deko beflügelte die Laune natürlich. © Foto: Ernst-Ludwig Noé


Als musikalischen Höhepunkt des Jahres stellte der Musikverein sein Können bei dem Jahreskonzert in der ausverkauften Hirtenbachhalle unter Beweis. Dabei ging es durchweg „tierisch“ zu. So wurde neben anderen die Geschichte der Arche Noah musikalisch erzählt. Auch Reineke Fuchs gehörte in die Welt von Katzen, Drachen und manchem Dschungelwesen.
Seit jeher leben Tiere und Menschen in einer Symbiose und profitieren voneinander. In zahlreichen Gedichten und Fabeln werden Tieren menschliche Charaktere gegeben und die Geschichten mit der dazu passenden Musik in Opern, Musicals und Filmen erzählt.

Affen in Hirtenbachhalle
Die gekonnte Moderation von Christine Schleicher verband die einzelnen Stücke zu einem großen Ganzen. Auch die Dekoration der ansonsten doch recht nüchternen Hirtenbachhalle war dem Thema angepasst: In der Mitte der Bühne Katzen, an den Seiten Affen und dazu der Paradiesvogel Phönix, der lebendig aus der Asche aufersteht, zu der er verbrannt worden war.
Dieses Geschehen wurde von einem Komponisten, der passenderweise einen Namen aus einer Tierfabel trägt, nämlich Reineke, mit fanfarenartigen Klängen akustisch umgesetzt. Das Große Blasorchester unter Bernhard Schleicher demonstrierte überzeugend, wie viel Energie in einem Blasorchester steckt.
Ein Instrument, das in Blasorchestern eher selten vorkommt, nämlich die Oboe, charakterisierte den schlauen und deshalb unbeliebten Fuchs. Noahs Arche wiederum gab dem Komponisten die Gelegenheit, jeweils ein Tier durch ein Instrument zu beleben. Melodien aus dem Musical Cats von Andrew Lloyd Webber bildeten den Abschluss des ersten Sets.
Danach enterte das Juniororchester die Bühne unter der Leitung von Jasmin Tully, die für den verhinderten Jürgen Lorenz eingesprungen war. Nach Träumen von der Serengeti durften die Koalas zusammen mit den Kängurus Conga spielen. Dabei wurde deutlich, dass in einem Blasorchester nicht nur Blasinstrumente gebraucht werden, sondern auch eine reichhaltige Perkussion.
Dreifach tierisch ging es auf der Bühne zu, nachdem dort alle drei Klangkörper mit Mühe Platz gefunden hatten. Hier spielten die jungen Bläser aus den Junior- und Schülerorchestern selbstverständlich bei den „Großen“ mit. Nachdem sich in einem fetzigen Arrangement herumgesprochen hatte, dass der Löwe heute Nacht schläft, durften die Bläser in der Pause etwas für den Ansatz tun. Auch das Schülerorchester widmete sich nach der Pause der Wiedergeburt des Phönix. Ähnlich wie die Arche Noah gab ein Tag im Zoo die Gelegenheit, Tiere durch passende Instrumente darzustellen.

Drachenzähmung inklusive

Ein Stück Filmmusik demonstrierte, wie man einen Drachen zähmt, wobei die gemeinsame Spielfreude von jungen Musikern und den Großen im Orchester jeden zu überzeugen vermochte.
Das letzte Set bestritt wiederum das Große Blasorchester. Der Paso doble „El gato montes“ geriet schmissig, man fühlte sich in eine Stierkampf-Arena versetzt. Das Tigerauge war dem Film „Rocky“ entlehnt. Absolut notwendig in diesem Programm waren freilich Songs aus dem Dschungelbuch von Walt Disney. Als Balu der Bär zur Gemütlichkeit aufrief, war das Publikum nicht mehr zu halten und sang mit. Der Wildkatzen-Blues und die Comicfigur Bugs Bunny beendeten das offizielle Programm. Bei den Zugaben durfte natürlich der Tiger-Rag nicht fehlen. Eher unerwartet war hingegen ein virtuoses Xylophon-Solo. Für diesen langen und vergnüglichen Abend auf hohem musikalischem Niveau gab es begeisterten Beifall.  

Ernst-Ludwig Noé

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