Montag, 17.12.2018

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AWN: Konjunkturpaket treibt Schweißgeschäft voran

Vom Vier-Mann-Betrieb zum Mittelständler - AWN profitiert von neuen Projekten - 06.05.2009

Firmengründer Anton Walter ist stolz auf das Fachwissen seiner Mitabeiter. © Ilona Hörath


Die Fußgängerbrücke hinter dem Cinecittà, das easyCredit-Stadion oder eine Stahlbrücke mit 78 Metern Spannweite über den Lech - «mit Stahl kann man filigraner bauen», sagt Anton Walter, Chef der AWN Stahl- und Metallbau GmbH. 400 bis 500 Tonnen Stahl verarbeitet die Firma pro Monat.

Vor 33 Jahren Schritt in die Selbstständigkeit gewagt

Auf dem 5.300 Quadratmeter großen Gelände an der Oersteder Straße werden die angelieferten Stahlträger zusammengeschweißt, dann lackiert oder verzinkt sowie Träger und Bleche zugeschnitten und abgekantet. Und an der sogenannten Bohrbrennanlage werden etwa Fußplatten für Stahlträger bearbeitet, bevor die mächtigen T-Träger später auf der Baustelle montiert werden.

Nach einigen Jahren als Betriebsassistent bei MAN wollte der gelernte Stahlbauer und Betriebswirt Walter etwas Eigenes aufbauen und seine Erfahrungen in eine eigene Firma einbringen. So gründete er vor 33 Jahren AWN. Die Firma startete mit vier Mitarbeitern: Walter selbst sowie ein Meister, ein Geselle und ein Lehrling. Anfangs war der Termindruck noch nicht so hoch. Heute sind die Termine dagegen sehr eng geplant.

Spezielles Fachwissen und Knowhow ist wichtig

AWN beschäftigt mittlerweile 70 Mitarbeiter, meist Stahlbauer, aber auch zehn Techniker und Ingenieure. Von der Planung über Statik, Konstruktion, Fertigung und die eigene Montage deckt Walter mit seinen Mitarbeitern viele Dienstleistungen ab. So bietet AWN auch eigene Projekte an, wie zum Beispiel klassische Industriehallen – von der Konzeption bis zur Ausführung.

Zudem hat sich AWN einige Zertifikate erworben, beispielsweise sämtliche Schweißnachweise, das heißt, die Befähigung, bestimmte Stähle und Stahlstärken bearbeiten und schweißen zu können. Das unterscheidet AWN von der Konkurrenz. Denn um geschweißte Bauteile aus Stahl herzustellen, ist spezielles Fachwissen und Knowhow wichtig. Etwa, wenn für den Bau von Kränen Stahlteile hergestellt werden, die später einmal hohe Belastungen aushalten müssen.

Kunden sind Kommunen und Großbetriebe

Über seine Firmenphilosophie verliert Walter nicht viele Worte. Kurz und knapp sagt er: «Für mich ist es das Wichtigste, eine gute Arbeit zu leisten, und zwar das ganze Jahr über.» Man müsse sich durch Qualität einen Namen machen. Diese Einstellung hat AWN groß gemacht. «Die Ware muss in Ordnung sein, es dürfen keine Reklamationen kommen», sagt Walter.

Walters Kunden sind Kommunen und Großbetriebe, für Privatkunden baut er nicht. Das Unternehmen ist meist im süddeutschen Raum tätig. In München, im Münchner Raum und auch in Augsburg sind die Investitionen viel größer als in Franken.

Azubis sind besser als ihr Ruf

Den fachlichen Nachwuchs zieht sich AWN selbst heran. In dem Gewerk ist AWN als mittelständische Firma der größte Ausbildungsbetrieb. Von den 18 Azubis lernen 15 Metallbauer. Für Auszubildende findet Walter generell lobende Worte: «Die Azubis sind besser als ihr Ruf.» Wer sich anstrengt, findet immer den für ihn passenden Ausbildungsberuf. «Wer sich als Auszubildender bemüht, schafft auch die Meisterprüfung», sagt der Firmenchef.

Allmählich will sich der Senior aus dem Geschäft zurückziehen und auf seinen Garten konzentrieren, in dem er Entspannung findet. «Die Nachfolge ist gesichert», sagt er. So werden auch Walters Sohn, der derzeit Werkstattleiter ist, der Schwiegersohn sowie ein langjähriger AWN-Ingenieur die Firma fortführen.

Von der Wirtschaftskrise spürt AWN bislang relativ wenig

«Uns geht es im Moment noch sehr gut, wir sind ausgelastet», beschreibt Walter die aktuelle Situation. Die Wirtschaftskrise schlägt sich vor allem in der Automobilindustrie und im Exportgeschäft nieder.

Die Bauindustrie profitiert hingegen vom Konjunkturpaket der Bundesregierung. «Das Konjunkturpaket beginnt zu greifen. Jetzt werden in den Kommunen Projekte aus der Schublade gezogen, wo sie lange lagen,» sagt Walter. Seine Prognose: «Zum Jahresende gibt es genügend Aufträge für alle.» 

Ilona Hörath

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