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Entwickler rüsten sich für rasende Prozesse

Konferenz in Nürnberg stattet Software-Experten mit Knowhow aus — Von Versicherung bis Videokonferenz - 13.06.2013

Überall auf der Welt auf das Firmenwissen zugreifen: Die Cloud — hier ein Telekomstand auf der Cebit — gilt vielen als Revolution der digitalen Speichertechnik. © Reuters


Sie haben vor 50 Jahren eine Lebensversicherung abgeschlossen? Da liegt es Ihnen sicher am Herzen, diese auch irgendwann ausgezahlt zu bekommen. Doch der späte Geldsegen ereilt den Kunden nur, weil das Versicherungsunternehmen stets über Entwickler verfügt, die die jeweils genutzte Softwaresprache auch übersetzen können.

„Du bist so was von Januar!“

Das ist gar nicht so leicht, denn die Szene entwickelt sich rasend schnell. Konnte man Handys vor wenigen Jahren ob ihrer Größe noch zur Selbstverteidigung nutzen, hat Google heute eine Brille ertüftelt, mit der man beim Altstadtbummel in Nürnberg vis-á-vis mit dem Geschäftspartner in den USA verhandeln und gleichzeitig Restaurantkritiken lesen kann. Mussten sich Firmen gestern noch riesige Rechenzentren leisten, können sie ihre Informationen heute in der Datenwolke Cloud speichern.
Florian Bender, Projektleiter der DWX, veranschaulicht das Tempo der Szene: War ein Entwickler früher nicht auf dem neuesten Stand, bespöttelte man ihn mit den Worten „Du bist ja so was von aus den 90ern!“ Heute heißt es: „Du bist ja so was von Januar!“ Denn was vor sechs Monaten der neueste Stand der Technik war, ist heute Schnee von gestern.

Das stellt die Entwickler — also all jene, die Firmensoftware schreiben, Webseiten programmieren oder Apps erstellen, vor enorme Herausforderungen. Nicht nur muss kontinuierlich funktionieren, was vor Jahrzehnten programmiert wurde, auch müssen die Fachleute Schritt halten mit den immer neuen Systemen, die die Branchenriesen auf den Markt bringen.
Denn vier von fünf verkauften Handys sind heute Smartphones. Wenn also Apple, wie vor wenigen Tagen geschehen, ein neues System für iPhone und iPad vorstellt, setzen Verbraucher es als selbstverständlich voraus, dass sie Homepages und Apps auch mit diesem Lesen können. Klar, dass auch Benno Bartels, Geschäftsführer des Nürnberger Mobile-Experten insertEffect und Teilnehmer an der DWX, die Präsentation live via Internet verfolgt hat und schon am Folgetag begann, die Auftritte seiner Kunden auf den neuesten Stand zu bringen.
Die nun anstehende Konferenz soll Entwicklern helfen, in diesem rasanten Geschäft Schritt zu halten. Der Kongress ist in drei Themengebiete unterteilt, 150 Referenten werden sprechen. 

NICOLE NETTER

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