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"Seien Sie paranoid": IT-Experte über sicheres Surfen im Internet

Jewgeni Kaspersky am Rande der Embedded World im Interview - 24.02.2016 13:10 Uhr

Jewgeni Kaspersky auf der Embedded World.

Jewgeni Kaspersky auf der Embedded World. © Foto: Roland Fengler


Herr Kaspersky, fast täglich liest man von neuen Cyber-Attacken, fiesen Schadprogrammen und raffinierten Viren. Ist das Internet mehr Fluch als Segen?

Jewgeni Kaspersky (zögert): Ich denke, das Internet ist eine Erfindung, die die Welt viel, viel besser gemacht hat. Klüger, schneller, innovativer. Leider sind damit auch neue Gefahren entstanden. Aber damit kommen wir klar.

Was schützt vor den Risiken?

Kaspersky: Man sollte natürlich die üblichen Schutzprogramme wie einen Virenscanner installiert haben. Ebenso wichtig ist aber, dass man beim Surfen den eigenen Kopf nicht ausschaltet. Ich rate jedem: Seien Sie ein bisschen paranoid. Nicht zu viel. Aber ein bisschen.

Wieso paranoid?

Kaspersky: Cyberkriminalität, mit der private User konfrontiert sind — zum Beispiel E-Mails mit verseuchten Anhängen —, ist meist nicht sehr raffiniert. Davor kann man sich eigentlich ganz gut schützen, wenn man sich bewusst ist, dass es im Netz auch nicht so nette Menschen gibt. Anders sieht das schon für Unternehmen und staatliche Einrichtungen aus.

Inwiefern?

Kaspersky: Bei solchen Zielen lohnt es sich für Cyberkriminelle schon eher, Zeit und vor allem das Geld in ausgefeilte Angriffe zu investieren. Dagegen hilft nur ein eigenes IT-Sicherheitsmanagement, zum Beispiel mit einer regelmäßigen Mitarbeiter-Schulung. Und dass man die eigenen Systeme ständig aufrüstet.

Welche Entwicklung bereitet Ihnen derzeit die größten Sorgen?

Kaspersky: Das ist der Schutz der kritischen Infrastruktur. Energienetze, Finanzsysteme, Telekommunikation, so etwas. Darauf hat es schon zuletzt immer wieder Angriffe gegeben. Es tut mir leid, falls ich damit erschrecke, aber: Ich fürchte, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch konventionelle Terroristen Cyberkriminelle für sich arbeiten lassen. 

Interview: Gregor Le Claire

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