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Söders Kreuz-Erlass: Nicht einmal Händler profitieren davon

"Das war a Kas", sagt etwa ein Hersteller von Kruzifixen aus Holz - 26.08.2018 09:56 Uhr

Mit seinem Kreuz-Vorstoß handelte sich Markus Söder deutschlandweit Spott und Häme ein. © Peter Kneffel/dpa


Ob der heilige Ambrosius, Schutzpatron der Krämer, sich angesichts der bayerischen Kreuzpflicht die Hände gerieben hat? Für die Händler von Kruzifixen und anderem Kirchenbedarf blieb der Segen jedenfalls aus, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Einzig Andreas Puettmann, Geschäftsführer der J.G.Schreibmayr GmbH in München, berichtete von 20 bis 30 Kunden, die gezielt wegen des Erlasses der bayerischen Staatsregierung nach Kreuzen gefragt hätten. "Ich kann mich aber noch nicht absetzen, ich muss weiterarbeiten", scherzte der Chef des Fachgeschäfts.

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Schwarzer Minister(präsident)? So bunt mag es Markus Söder

Markus Söder, gebürtiger Nürnberger, ist Ministerpräsident von Bayern. Er inszeniert sich auch mal gerne selbst. Die politische Bühne betritt er schon früh, seit 1983 ist er CSU-Mitglied. Seitdem hat die Welt viele unterschiedliche Gesichter von ihm zu sehen bekommen - und jede Menge schillernde Auftritte.


Auf Anordnung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war das Kreuz Anfang Juni zum Pflicht-Deko-Element im Eingangsbereich der Dienstgebäude des Freistaats geworden. So soll - nach Interpretation der Staatsregierung - die christlich-abendländische Tradition Bayerns deutlich werden. Oppositionspolitiker wie auch Kirchenvertreter kritisierten das als Schachzug zum Stimmenfang im Landtagswahljahr.

Vereinzelt gehen auch farbige Glaskreuze über Tresen

Vorgaben zur Gestaltung oder Größe der Kreuze gibt es von Staatsseite aus nicht. Die meisten nun gekauften Produkte seien aus Edelstahl, ohne Christuskörper und etwa 30 Zentimeter groß gewesen, sagte Puettmann. "Also nicht ganz klein, aber weitgehend unaufdringlich." Vereinzelt seien auch farbige Glaskreuze über den Tresen gegangen. Unter den Kunden waren seinen Angaben zufolge ein Bauamt, eine staatliche Bibliothek, ein Polizeipräsidium und ein Gefängnis.


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Andere Kreuzhändler verzeichneten nach eigenen Angaben kaum oder überhaupt keine Käufer, die infolge der Kreuzpflicht zum Shoppen ausrückten. "Der Kreuzerlass blieb, auch wenn das für uns eher unerfreulich ist, weitgehend folgenlos", teilte Thomas Ludwig, Geschäftsführer der Carl Ludwig GmbH & Co KG in München, mit. Ähnlich klang die Antwort der Firma G.A. Wagner in Regensburg.

"Das war a Kas"

Michael Pfaffenzeller von der Holzschnitzerei Klucker in Oberammergau hatte eh nicht erwartet, dass der Zwang zum Kreuzschmuck das Geschäft mit Kruzifixen ankurbelt. "Das war a Kas", sagte der Holzbildhauer nun. "Freilich verkauf' ich ab und zu a Kreuz, aber nicht darum."

Bis dato hingen in Bayern Kreuze in Klassenzimmern und Gerichtssälen. Von dem neuen Kreuzerlass ausgenommen sind Hochschulen, Theater und Museen. Zudem soll es keine Kontrollen geben, ob in allen anderen Behörden Kreuze im Eingangsbereich hängen. Die Neuregelung gilt auch nicht für Behörden des Bundes und der Kommunen in Bayern. 

dpa

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