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Geheimtipp Hunsrück

Wanderer auf dem neuen Soonwaldsteig finden viel unberührte Natur - 28.08.10

Soonwald? Wo soll der denn sein? Das Wanderrevier zwischen dem Hauptkamm des Hunsrücks und dem Nahetal zählt sicher nicht zu den bekanntesten Zielen in Deutschland. Mit dem neuen, 83 Kilometer langen Soonwaldsteig vom Westen der Region bis zum Rhein soll sich das aber nun ändern.

Eingebettet in die dichten Wälder des Hunsrücks liegt die Ruine der Schmidtburg.
Eingebettet in die dichten Wälder des Hunsrücks liegt die Ruine der Schmidtburg.
Foto: Naturpark Soonwald-Nahe

Der Soonwald gehört zu den größten zusammenhängenden Wäldern in Deutschland, oft treffen Wanderer über Dutzende Kilometer auf kein Haus. Dennoch ist das Gebiet gut zu erreichen - etwa vom Rhein-Main- Gebiet aus in rund einer Stunde mit dem Auto oder dem Zug.

Auf ihre Kosten kommen Wanderer, die dichte Wälder und Einsamkeit lieben. Sie können über weite Strecken mit dem Gefühl laufen, dass der Weg allein ihnen gehört. Idealer Startpunkt für die Wanderung ist Kirn an der Nahe im Westen des Soonwalds. Nach einem kurzen Rundgang durch den Ortskern mit seinen hübschen Fachwerkhäuschen führt der Weg schon bald heraus aus dem Tal. Vorbei an der Ruine Kallenfels geht es zum Schloss Wartenstein, wo sich Besucher über den Naturpark Soonwald-Nahe informieren können.


Eine erste Übernachtung bietet sich in Bundenbach an - samt Besichtigung der Schmidtburg. Das weitläufige Gemäuer aus Ober- und Unterburg - heute nur noch eine Ruine - stammt ursprünglich aus dem Jahr 929 und ist damit eine der ältesten Burgen im Nahe- und Hunsrückraum. In unmittelbarer Nähe gibt es auch ein Freilichtmuseum.

Weiter führt die Route nach Gemünden - oft durch lichte Eichenwäldchen. Erst geht es hoch zum Teufelsfelsen und dann über große Steinhalden auf dem schmalen Kamm des kleinen Soons bis zum Simmerbachtal. Danach wartet auf den Wanderer ein weiterer kerniger Anstieg zur Burgruine Koppenstein, einem markanten Wahrzeichen des Höhenzuges Großer Soon. Auf dem Weg zur Ellerspring, mit 657 Metern die höchste Erhebung des Soonwaldes, zieht sich der Weg meist als schmaler Pfad neben der Forststraße entlang. Bei dem Steig, der sich um das Prädikat "Premiumweg" des Deutschen Wanderinstituts bewirbt, wurde sehr auf naturbelassene Routen geachtet .

Ist das Guldenbachtal durchquert, beginnt der Endspurt Richtung Rhein durch den Binger Wald. Erst bleiben die Pfade noch einsam, aber spätestens ab der Gaststätte "Jägerhaus" sind immer mehr Ausflügler und Kindergruppen unterwegs.

Kleine Wanderer können sich in der "Steckeschlääferklamm" auf die Suche nach Fratzen machen, die ein Künstler in die Baumstämme geschnitzt hat. Romantisch wird es im engen Morgenbachtal, bevor die mit Geländern gesicherten Wege hinauf zu den Rheinhöhen führen.

Zum Abschluss der Wanderung lohnt sich die Besichtigung der Burg Rheinstein und eines freigelegten römischen Gutshofes, bevor es wieder hinab an den Rhein nach Bingen geht.

Der Soonwaldsteig kann von geübten Wanderern in drei bis vierb Tagen bezwungen werden. Wanderer sollten auf jeden Fall Tagesproviant, eine gut gefüllte Wasserflasche, eine Regenjacke und für den Fall der Fälle auch ein Handy mitnehmen - denn anders als auf vielen Premiumwanderwegen sind Soonwald-Fans oft unter sich.

Die Abgeschiedenheit der Region hat zwar viele Vorteile - wie stilles Naturerlebnis und entspanntes Wandern -, aber eben auch Nachteile: Wer auf eigene Faust loszieht, sollte vorher genau auf die Karte schauen und Übernachtungsmöglichkeiten ausloten. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Bett vorher zu reservieren.

Wem das zu viel Organisationsaufwand ist, der kann eines der Pauschalangebote zum Beispiel der Naheland-Touristik buchen. Vor allem östlich von Gemünden führt der Soonwaldsteig außerdem über viele Kilometer nur durch Wald und Wiesen. Nicht an allen Straßen, die der Weg quert, gibt es Buslinien.

Weitere Informationen: Naheland-Touristik, Telefon:(06752) 137610, E-Mail: info@naheland.net, www.soonwaldsteig.de; www.naheland.net; www.hunsruecktouristik.de

  





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