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Vom Strand in die Antike

Siziliens Westen bietet neben alten architektonischen Schätzen Sandbuchten wie aus dem Bilderbuch - 07.05.07

Wer schon einmal auf Sizilien war, hat meist den Vulkan Ätna gesehen oder ist auf den Uferpromenaden der einstigen griechischen Metropole Syrakus flaniert. Doch wer sich in den Westen der Insel wagt, findet dort den ganzen Zauber von Kargheit und Antike.


Einen der schönsten Sandstrände Siziliens gibt es in San Vito lo Capo.
Einen der schönsten Sandstrände Siziliens gibt es in San Vito lo Capo.
Foto: dpa

Das Einfallstor nach Sizilien ist Palermo, die wuselige Metropole zwischen zwei Bergen, dem Pellegrino und dem Catalfano. Die mit sozialen Problemen überladene Großstadt präsentiert sich als Monument der Widersprüchlichkeiten: Gleich neben Juwelen normannischer Architektur tobt das Alltags-Chaos.

Für die Reise gen Westen empfiehlt es sich, zunächst die Abkürzung durchs Hinterland zu nehmen. Die schnurgerade Straße führt zu der über dem Golf thronenden Kathedrale von Monreale, einem wahren Meisterwerk normannischer Baumeisterkunst. An der Küste liegt das elegante Castellammare del Golfo. Mit seinen vielbesuchten Stränden scheint es jedes Klischee mediterraner Schönheit bedienen zu wollen.

Dabei wartet nicht weit entfernt auf einer Landspitze die eigentliche Entdeckung mit San Vito lo Capo. Weißer Strand wie aus dem Bilderbuch, gemütliche Hotels und gute Restaurants in einem überschaubaren Ort. San Vito lo Capo ist idealer Stützpunkt für Tagesausflüge. Nach einer anstrengenden Tour wartet das abendliche Bad im smaragdgrünen Wasser. Ein reiner Strandurlaub wäre allerdings zu schade.

Denn Sizilien glänzt mit einer Fülle alter Trutzburgen und barocker Pracht. Sizilien war bis zur Entdeckung Amerikas ein Nabel der Welt. Dazu kommen die wilde Landschaft, guter Wein und eine abwechslungsreiche Küche. Auf der Fahrt von San Vito lo Capo in die Hafenstadt Trapani lohnt ein Abstecher ins 750 Meter hoch gelegene mittelalterliche Nest Erice. Kastelle und Tempel erreicht man durch engen und steile Gassen. Als Stärkung gibt‘s Pasta delle Mandorle an, das typisch sizilianische Marzipangebäck.

Noch Europa oder schon Afrika? Diese Frage stellen sich viele Besucher der Insel, die etwa auf der Höhe von Tunis liegt. In der Hafenstadt Trapani fällt die Antwort eindeutig aus. Neben dem barocken Centro Storico rund um den Corso Vittorio Emanuele prägt sich das moderne Bild einer selbstbewussten Hafenstadt ein. Am Hafen flicken Fischer ihre Netze und machen vergessen, dass ihr Trapani als eine Hochburg der sizilianischen Mafia gilt.

Besucher muss das sowieso nicht sonderlich beunruhigen. Die Entdeckungstour führt über flaches Land, vorbei an weltbekannten Salinen und Windmühlen bis nach Marsala, dem westlichsten Punkt der Insel, von den Arabern einst Hafen Gottes genannt. Weinfreunden ist der Dessertwein Marsala ein Begriff. Nun gilt es endlich, der Antike auf den Grund zu gehen. Als praktische Einführung eignet sich die griechische Ruinenlandschaft Segesta in den Bergen mit einem frei stehenden Tempel und den Resten eines Amphitheaters.

Von Segesta aus geht es im Landesinneren vorbei an dem Städtchen Salemi durch den Weingürtel in Richtung Süden. Hier, zwischen Marsala und Menfi, wachsen die spritzigen und leichten Weißweine Siziliens.

An der Südwestküste liegt schließlich Selinunte, das größte europäische Ausgrabungsfeld. Die weitläufige Landschaft, über dem Meer gelegen und mit Blick auf Süd- und Westküste, ist mit Tempelruinen aus griechischer Epoche übersät. Am Capo Bianco schließlich liegt man an einem der schönsten Strände Siziliens. Vor der Rückkehr durchs Innere der Insel nach Palermo wartet bei Agrigento noch ein Höhpunkt: das überaus beschauliche Tal der Tempel.

Weitere Informationen beim Italienischen Fremdenverkehrsamt ENIT, Telefon (089) 531317 und unter www.gutereise.nordbayern.de 





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