Dienstag, 20.10.2020

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100. DJK-Geburtstag fällt ins Corona-Jahr

Dem katholischen Sportverband der Diözese Eichstätt gehören auch sieben Vereine aus dem Landkreis an - 06.06.2020 09:26 Uhr

Steht seit nunmehr 100 Jahren für den Doppelpass von Kirche und Sport: Die DJK (hier das Logo am Sportheim in Stopfenheim) kann heuer ein besonderes Jubiläum begehen. Die Feierlichkeiten werden jedoch durch die Corona-Pandemie gebremst.

© Foto: Uwe Mühling


Das Präsidium des DJK-Diözesanverbandes Eichstätt freut sich dennoch über "die positive Entwicklung des traditionellen Sportverbandes, der auch in der heutigen Zeit sehr wichtige Aufgaben in unserer Gesellschaft übernimmt", wie Präsident Bernhard Martini und seine beiden "Vize" Gerhard Bayerlein und Silvia Heuberger in einer Pressemitteilung betonen. Sie sprechen von einer "Entwicklung hin zu einem zeitgemäßen Sportverband".

Die DJK ist auf Bundes-, Landes- und Diözesanebene organisiert. Dem Diözesanverband Eichstätt gehören derzeit 52 DJK-Vereine mit insgesamt knapp 31 000 Mitgliedern an. Die ältesten Vereine im hiesigen Raum sind die DJK Abenberg und DJK Eichstätt, die beide gleichfalls heuer ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum feiern können.

DJK Pleinfeld mit 880 Mitgliedern

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es mit der DJK Fiegenstall, der DJK Gnotzheim, der DJK Obererlbach, der DJK Pleinfeld, der DJK Raitenbuch, der DJK Stopfenheim und dem FC/DJK Weißenburg sieben Vereine, die dem katholischen Sportverband angegliedert sind. Die DJK Pleinfeld wurde bereits 1927 gegründet und gehört damit zu den ältesten Vereinen in der Diözese. Mit 880 Mitgliedern zählt die Pleinfelder "Jugendkraft" obendrein zu den größten Vereinen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sowie in der Diözese. Gleiches gilt für die DJK Raitenbuch (gut 700 Mitglieder, gegründet 1966).

Im Diözesanverband steht die DJK Ingolstadt mit rund 2000 Mitgliedern an der Spitze vor der SpVgg/DJK Wolframs-Eschenbach (ca. 1250) und der DJK/SV Berg (ca. 1100). An diesen Namen lässt sich auch ablesen, wie groß das Gebiet der Diözese Eichstätt ist. Es reicht bis in den Neumarkter, Nürnberger, Ansbacher und Ingolstädter Raum.

Bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hatten sich in der katholischen Jugendbewegung in Europa Gruppen gebildet, die gemeinsam Sport machten, spielten und wanderten. Der Sportverband auf Bundesebene "Deutsche Jugendkraft – Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen" wurde aber erst im Jahr 1920 in Würzburg gegründet. Heute zählt der Verband knapp 500 000 Mitglieder.

Die bei der Gründung vor 100 Jahre vom ersten Vorsitzenden Carl Mosterts geprägte Leitlinie "Sport um der Menschen willen" steht noch heute im Mittelpunkt der DJK, heißt es in dem Pressebericht. Nachdem die Sportbewegung aus der katholischen Jünglingsvereinigung und den Burschenvereinen erwuchs, bestand der Sportverband damals nur aus männlichen Mitgliedern. Der organisierte Sportbetrieb lief konfessionsgebunden ab. Wettkämpfe wurden nur innerhalb der DJK und ihren katholischen Anschlussorganisationen ausgetragen. In dieser Zeit entstanden auch Sportgemeinschaften aus den CVJM-Verbünden der evangelischen Kirche, das "Eichenkreuz" und schon 1903 "Makkabi", eine jüdische Sportvereinigung.

Im Mittelpunkt der sportlichen Aktivitäten der DJK-Vereine standen in den Jahren bis 1933 vor allem Turnübungen, Leichtathletik und Waldläufe. Sportliche Events bildeten die Bezirks-Turn- und Sportfeste. Für die religiös orientierten Sportvereine und Sportverbände gingen in den Jahren 1933/1934 die noch jungen sportlichen Aktivitäten zunächst einmal zu Ende. Die Nationalsozialisten übernahmen die Herrschaft in Deutschland.

Die Reichsregierung versuchte zuerst mit Anordnungen und Regelungen die DJK-Vereine und den DJK-Sportverband unterzuordnen. Als dies nicht gelang, wurden 1934 die ersten Verbote auf örtlicher und regionaler Ebene ausgesprochen. Die Sport- und Turngeräte wurden beschlagnahmt und den Einrichtungen der NSDAP übereignet. Am 23. Juli 1935 wurde der DJK-Sportverband mit damals 254 000 Mitgliedern zwangsweise aufgelöst. Der Bundes-Vorsitzende Adalbert Probst wurde auf der Fahrt ins Konzentrationslager ermordet.

Engagement von Ludwig Dörr

Nach dem Krieg wurde in Düsseldorf 1947 die "Deutsche Jugendkraft e.V." auf Bundesebene wiedergegründet. Beim DJK-Diözesanverband Eichstätt dauerte es etwas länger. Er wurde im November 1965 aus der "Kreisgemeinschaft Bamberg/Eichstätt" heraus neu gebildet. Dieser Neugründung vorausgegangen waren zwischen 1959 bis 1965 viele Vorgespräche treuer DJKler wie Gustl Drescher (Eibach), Max Burggraf (Ingolstadt) und Ludwig Dörr (Pleinfeld), die auf die Wiedergründung eines eigenen Verbandes drängten, was schließlich im Jugendhaus Pfünz umgesetzt werden konnte.

Die am Gründungsort Würzburg geplante mehrtägige Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen im Mai 2020 musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Der DJK-Sportverband hofft nun, dass der zweite Teil der Jubiläumsfeier – die bundesweite Sportlerwallfahrt am 3./4. Oktober in Bamberg – stattfinden kann. Dieses besondere Event richtet sich nicht nur an die DJK-Vereinsmitglieder, sondern auch an die breite Öffentlichkeit.

Die drei DJK-Säulen (Sport, Gemeinschaft, Glaube) werden die Feierlichkeiten des Jubiläums mitbegleiten. Und der DJK-Diözesanverband darf sich auf ein weiteres Großereignis freuen, denn er wurde mit der Organisation des DJK-Bundes-Sportfestes im Jahr 2022 beauftragt. Austragungsort wird die Stadt Schwabach sein.

wt/um

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