Made in Weißenburg auf allen fünf Kontinenten

14.5.2021, 10:43 Uhr
Luftbild der Firma Ossberger

Luftbild der Firma Ossberger © Ossberger

Spricht man mit Firmenchef Dr. Karl-Friedrich Ossberger über den Kernmarkt seines Unternehmens – die  kleine Wasserkraft –, wird daraus schnell eine Einführung in die internationale Wirtschaftspolitik, wo alles mit allem zusammenhängt.

Dreht Putin an der Rubelschraube, müssen die Armenier nachverhandeln, weil deutsche Importe mehr kosten. Bricht in Bergkarabach ein Krieg aus, gehen ein Dutzend Ossberger-Turbinen in Flammen auf. Durch den Wechsel der US-Präsidentschaft von Trump zu Biden ist klar, dass  mehr Lizenzen für die Wasserkraft vergeben werden. Begreift China Afrika als neues Vorzimmer, wird der Markt für deutsche Turbinenbauer schwierig.

Der Markt des Mittelständlers aus der Weißenburger Otto-Rieder-Straße ist die Welt.  Mehr als 10.000 Anlagen sorgen in mehr als 100 Ländern für grünen Strom. Kein Kontinent ohne Wasserkraft made in Weißenburg. Aber: Das Business ist ein Projektgeschäft – und braucht Nachschub. Deswegen hat Ossberger ein weltweites Netz an Vertretern aufgebaut, die zwischen Südafrika und Guatemala, Kanada und Kasachstan, der Schweiz und Italien nach geeigneten Projektstandorten Ausschau halten. Die Qualität und Pflege dieses Netzwerks ist genauso wichtig wie die Organisation der Produktion vor Ort.

Global lokal: mehr als 10.000 Wasserkraftanlagen in mehr als 100 Ländern.

Das Bemerkenswerte an dem Weißenburger Mittelständler ist aber sein Mut und Wille zur Innovation. Ossberger ist Weltmarktführer in einem Bereich, hat aber nebenbei noch zwei unabhängig funktionierende und florierende Geschäftsbereiche entwickelt. In den 1960er-Jahren baute man aus dem Nichts eine Kunststoff-Abteilung auf und schrieb wieder eine Erfolgsgeschichte. Auch hier ist man heute internationaler Marktführer bei Faltenbälgen und Achsmanschetten für die Autoindustrie.

Turbine von der Firma Ossberger

Turbine von der Firma Ossberger © Ossberger

2003 setzte man die nächste Erweiterung aufs Gleis. Mit einem kreativen Verfahren stieg man in die industrielle Reinigungstechnik ein. Heute wird der sogenannte Coli-Cleaner von Großkonzernen als  das Mittel der Wahl in der Teile-Reinigung empfohlen. Und die Geschichte ist nicht zu Ende: Längst tüftelt man an neuen Ideen. Weil Stillstand in der Wirtschaft eben immer auch Rückschritt bedeutet.   -js-

Nachhaltiger, sauberer, leichter

Kreativität und Innovationskraft, dafür steht die Firma OSSBERGER seit ihren Anfängen im Jahr 1873. Dabei lag der Fokus von Beginn an auf innovativen und umweltverträglichen Technologien im Bereich des Maschinenbaus. Aus der Wasserkraft im Jahr 1906 hervorgegangen, kamen über die Jahrzehnte neue Geschäftsfelder hinzu: 1966 die Kunststofftechnik und 2003 die Oberflächentechnik. Heute steht OSSBERGER mit seinen drei Unternehmensbereichen für einen international erfolgreichen, regional verwurzelten Mittelstand.

Firmeninfos: Ossberger GmbH + Co. KG, Otto-Rieder-Str. 5-11, 91781 Weißenburg, Tel. 09141/977-0, www.ossberger.de, info@ossberger.de, facebook.com/OssbergerGmbH, Unternehmensgründung: 1873, MitarbeiterInnen: 135, Geschäftsführer: Dr. Karl-Friedrich Ossberger