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Rätselhafter Rücktritt

Unruhe unter Mitgliedern des Post SV - 22.10.2008

Überraschender Rücktritt: Post-SV-Präsident Wild.


Von Mitgliedern ist zu hören, dass der plötzliche Rücktritt des langjährigen Präsidenten auf Druck des Präsidiums zustande kam. Martin Maske, seit dem 1. Juni 2008 Geschäftsführer des Sportvereins, dementiert: «Die Gerüchte stimmen nicht, Herr Wild ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.»

Seit dem Frühjahr werden in dem mit 15 000 Mitgliedern größten Breitensportverein Bayerns Umstrukturierungen im Präsidium und in der Verwaltung vorgenommen. Damit einher ging eine Satzungsänderung, in der als wesentliche Neuerung der Posten des Geschäftsführers eingeführt wurde. Dieser solle künftig die operativen Geschäfte im Verein übernehmen, erklärte Maske. Damit steht der Präsident nicht mehr allein an der Spitze, sondern teilt sich mit dem Geschäftsführer die Kompetenzen.

Doch Präsident Wild und Geschäftsführer Maske seien darüber in einen äußerst heftigen Streit geraten, so ist zu hören. Das sei der wahre Grund für den vorzeitigen Rücktritt Wilds gewesen. Sogar von einem «regelrechten Rauswurf» durch das Präsidium ist die Rede. Zudem soll Wild Hausverbot für das von ihm aufgebaute Schwimmbad in der Ebenseestraße erteilt worden sein.

Als ehemaliger Bankangestellter will Martin Maske nach eigenen Angaben den Post Sportverein wirtschaftlicher machen. Hierfür seien neue Strukturen und ein Umbruch nötig, erklärte er. Doch einigen Mitgliedern, die Maskes Arbeit miterleben, geschieht dieser Umbruch auf eine zu radikale Art. Als Neuling solle sich Maske lieber zunächst in die bestehenden Strukturen einfügen und nicht durch seine forsche Herangehensweise alles Bestehende in Frage stellen, sagt ein Mitglied des Vereins.

Für Maske dagegen sind diese Schritte nötig: «Es wird Zeit, dass mit der Vereinsmeierei endlich Schluss ist.»

Werner Wild war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Maske jedoch betont, dass es von seiner Seite keine Differenzen gegeben habe, die Wild zu dem plötzlichen Abgang bewegt haben könnten.

Auf die Vorwürfe reagiert der Geschäftsführer gelassen: «Auf Gerüchte, die wegen persönlicher Befindlichkeiten entstehen, gebe ich nichts. Es ist doch klar, dass es in so einem großen Verein immer Leute gibt, die von meinen Umstrukturierungsmaßnahmen nichts halten.» Katrin Meistring

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