Mittwoch, 29.01.2020

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Ein extra Lautsprecher für das kleine Basilikum

Ministerbesuch mit großem Auftrieb - 07.10.2011 19:29 Uhr

Ministerin Ilse Aigner (rechts) lässt sich erklären, wie eine Pflanzmaschine funktioniert. Bio-Kräuter-Produzentin Tanja Dworschak ist dieses Jahr mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet worden. © Eduard Pfrogner


So hatte Show-Koch Alfred Fahr eine komplette Küchenzeile im Betrieb von Tanja Dworschak aufgebaut bekommen, wo er dann für Ministerin und die anwesenden vier Journalisten, Sicherheitsleute und einige Gäste frisches Rührei mit Kräutern zubereitete und Baguette knusperfrisch aus dem Ofen holte. Immerhin hatte die eigens vom Ministerium beauftragte PR-Agentur schon seit dem Vortag alles aufbauen und vorbereiten lassen.

Auch in den Gewächshäusern wurde umgebaut: eine komplette Technik-Anlage mit Mischpult und Boxen sorgte dafür, dass die Fragen der extra angereisten Fernseh-Ansagerin Andrea Thilo in jedem Winkel bis zum Basilikum zu hören waren. Bei einer kleinen Talk-Runde durfte dann auch Fernseh-Arzt Dr. Michael Feld der Ministerin den Tipp geben, als Anti-Stress-Mittel Lavendel zu nehmen. Und Show-Koch Alfred Fahr gab den Rat, mit frischen Kräutern Gerichte zu verfeinern.

Eigentlich wollte sich Ilse Aigner nur den Bio-Kräuter-Betrieb von Tanja Dworschak anschauen, die Preisträgerin des Förderpreises „Ökologischer Landbau 2011“ ist (die NZ berichtete). Das Team mit fast 30 Menschen stellt jedes Jahr 3,5 Millionen Kräutertöpfe her, 250 verschiedene Arten von Heil- und Gewürzkräutern.

Seit 1995 wirtschaftet der Familienbetrieb rein ökologisch, gegründet wurde er von der Urgroßmutter vor mehr als 80 Jahren. Von der Bewässerung bis zu Düngung und Beleuchtung wird alles ressourcenschonend durchdacht. „Ein bisschen Bio gibt es nicht, ganz oder gar nicht“, meint dazu die Chefin.

Und daher gehört es auch dazu, Menschen anzustellen, die anderswo keine Chance hätten. Dabei verkaufen Dworschaks sowohl an Großkunden als auch an Hobbyköche, die vorbeikommen und sich bei Tanja Dworschak speziell zu ihren exotischen Kräutern beraten lassen.

Aus dem Ministerium war zu den Kosten des „Events“ nur zu erfahren, dass diese aus dem 16-Millionen-Euro-Topf finanziert werden, der jährlich für die Förderung ökologischen Landbaus bereitsteht.

Sabine Göb

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