Michaelis-Kirchweih: Und wieder lockt die Königin

26.9.2012, 06:37 Uhr
Die Arbeit kommt vor dem Vergnügen: bis die Fahrgeschäfte für die Michaelis-Kirchweih aufgebaut sind, müssen die Arbeiter noch einigen Schweiß vergießen. Aber es wird sich wieder lohnen.

Die Arbeit kommt vor dem Vergnügen: bis die Fahrgeschäfte für die Michaelis-Kirchweih aufgebaut sind, müssen die Arbeiter noch einigen Schweiß vergießen. Aber es wird sich wieder lohnen. © Hans-Joachim Winckler

Nein, die Kärwa ist vor allem eines: Ein Fest für alle mitten in der Stadt. Und das lockt jedes Jahr nicht nur die Einheimischen auf und rund um die Fürther Freiheit, sondern eben auch die Nachbarn aus den anderen Städten. Ab kommenden Samstag wieder für insgesamt 12 Tage.

Dabei ist Fürths OB Thomas Jung (SPD) freilich auch in diesem Jahr wieder mächtig stolz auf seine Kärwa, die sich eben „angenehm von anderen Großveranstaltungen abhebt“, wie er gestern in Fürth erklärte. Sie sei sauber und sicher. Letzteres unter anderem auch, weil man aus dem Feuer im letzten Jahr seine Lehren gezogen hat. Damals war am zweiten Kärwa-Samstag ein Schaustellerwagen auf dem Hallplatz in Brand geraten. Das Feuer war zwar rasch gelöscht worden, dennoch hatte das Feuer auch auf zwei andere Wagen übergegriffen. In diesem Jahr dürfen nur noch wenige Wohnwagen auf dem Kirchweihgelände stehen. Aber auch ein größerer Abstand zwischen den einzelnen Wagen soll auf dem neuen Stellplatz an der Ludwigsbrücke für mehr Sicherheit sorgen.

Lädt ein in die Kärwa-Stadt Fürth: die neue Erntekönigin Jasmin Witwicki.

Lädt ein in die Kärwa-Stadt Fürth: die neue Erntekönigin Jasmin Witwicki. © Hans-Joachim Winckler



„Ein Restrisiko bleibt bei solchen Großveranstaltungen natürlich immer“, sagt Wirtschaftsreferent Horst Müller, der sich nun wieder „Kirchweih-Referent“ nennen darf. Aber insgesamt sei man doch mit den Maßnahmen gut aufgestellt. So genannte Fluchtwegebanner sollen im Ernstfall bei der Orientierung helfen, am Hallplatz wurde eine „Sicherheitswache“ für Rat suchende Besucher eingerichtet und Kameras sollen das Geschehen auf dem Festgelände im Blick behalten.

Damit niemand mehr so schnell verloren geht, setzen Helmut Dölle als 1. Vorsitzender des Fürther Schaustellerverbandes und seine Kollegen künftig auch auf so genannte SOS-Armbänder für die Kinder. Auf den gelben Bändern können Name und Telefonnummer notiert werden, sie sind bei den Kinderfahrgeschäften erhältlich.

Eine gute Idee, wenn man bedenkt, dass sich jährlich durchschnittlich 1,5 Millionen Besucher durch die Budengassen auf dem insgesamt 42000 Quadratmeter großen Festgelände treiben lassen. „Wenn man sich ansieht, dass der Besucher durchschnittlich 25 Euro dabei ausgibt, ist das natürlich ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor“, freut sich Wirtschaftsreferent Müller. Dem Besucher ist das freilich reichlich egal, der hofft auf viel Spaß. Für den sollen auch in diesem Jahr wieder neue Fahrgeschäfte der Superlative zwischen Gruseln im „Magic House“ und Luftanhalten in 25 Metern Höhe im „The King“ sorgen. Freilich neben all den guten alten Traditionen vom Kinderkarussell über die Schiffschaukel bis hin zum Autoscooter, welcher vor allem die Jugend magisch anzieht, um dort auch sein Herz zu verlieren.

Für sie und alle anderen Verliebten wird in diesem Jahr erstmals ein „Liebeszaun“ auf der Fürther Freiheit aufgestellt. Dort dürfen alle mit Schmetterlingen im Bauch ihr Liebesschloss anbringen und müssen dafür nicht auf denkmalgeschützte Bauwerke in der Stadt zurückgreifen.

Fürther Michaelis-Kirchweih: von 29. September bis 10. Oktober.
Eröffnung: 10.15 Uhr auf dem Vorplatz des Stadttheaters.
Öffnungszeiten: Mo.–Sa. 10–23 Uhr, So./Fei. 11–23 Uhr.
Familientag mit ermäßigten Preisen: Di., 9. Oktober.
Der Erntedankfestzug, der zum Teil wieder im BR live übertragen wird, beginnt am Sonntag, 7. Oktober, um 11 Uhr.
Die Sonderausstellung zur Kirchweih ist im Fürther Stadtmuseum noch bis 25. November zu sehen.

4 Kommentare