Interview: Beatrice Egli über ihre "Wohlfühlgarantie"-Tour

6.11.2018, 18:10 Uhr
Will ihren Fans

Will ihren Fans "Wohlfühlmomente" bescheren: Die Schweizerin Beatrice Egli © Universal Music

Frau Egli, was gibt Ihnen privat denn eine Wohlfühlgarantie?

Beatrice Egli: Meine Neffen, meine Familie. Ich verbringe gerne viel Zeit mit meinen Liebsten und Verwandten sowie Freunden. Gerne bin ich dann in der Natur unterwegs. Auch, wenn ich ein echtes Sommerkind bin und diese Jahreszeit mich einfach glücklich macht, gehe ich auch im Winter raus. Draußen wandere ich, besteige Berge, laufe und bike. Die Frage ist eher, was ich nicht tue (lacht). Klettern zum Beispiel.

Momentan bleibt aber vermutlich weniger Zeit dafür, Sie sind ja seit Oktober auf Tour.

Egli: Ja, auf der Tour spiele ich viele Titel vom neuen Album, aber auch altbekannte, die jeder mitsingen kann. Als Vorband habe ich diesmal die wunderbare Christin Stark dabei. Und neu ist auch: Vier meiner Freundinnen sind mit mir unterwegs, die in der Show und zwischen den Stücken lustige Anekdoten erzählen, also aus dem Nähkästchen plaudern (lacht).

Wie entspannen Sie vom stressigen Alltag zwischen verschiedenen Städten?

Egli: Ich versuche, auf dem Weg von einer in die andere Tour-Stadt zu relaxen. Fehlenden Schlaf nachzuholen, zum Beispiel. Ich bin leidenschaftliche Hörbuch-Nutzerin, da interessieren mich vor allem Bücher über positives Denken und Motivation. Das gibt mir neuen Input, den ich gerne auch an mein Publikum weitergebe. Ich mag aber auch Romane: Zurzeit höre ich "Die Analphabetin" von Jonas Jonasson. Krimis lassen mich nicht mehr schlafen.

Haben Sie irgendwie die Chance, sich die Städte zumindest im Schnelldurchgang anzusehen, wenn Sie touren?

Egli: Es ist sehr schwierig, während einer Tour rauszukommen. Mein Arbeitstag beginnt um 14 Uhr, ab 16.45 Uhr empfange ich die VIP-Gäste. Und nachts wird es meistens sehr spät. Ich versuche inzwischen Orte, die mir auf den ersten Blick gefallen haben, zu notieren und einen richtigen Besuch zeitnah nachzuholen. So haben meine Familie und ich das zum Beispiel mit der Sächsischen Schweiz gemacht. Nürnberg habe ich leider noch nicht gesehen.

Wie beschreiben Sie den Schlager 2018?

Egli: Es ist eine sehr schnelllebige Branche, ebenso wie der Pop. Das betrifft alle Genres, alle verändern sich. Aber das ist eine nur normale Entwicklung. Viele denken beim Schlager noch an die ZDF Hitparade, aber mittlerweile sind die Grenzen zum Pop fließend. Auch die Form der Schlagerkompositionen ändern sich, die Melodien werden schneller, dennoch bleibt der Schlager dem 4/4-Takt treu, geht auf die Eins. Die Art Musik zu hören ist  heute auch eine andere, es wird viel gestreamt, die Leute gehen weg vom CD-Kauf. Als Künstler weiß ich dann gar nicht mehr, wer meine CD zu Hause hat oder wer mich am Samstagabend im Fernsehen gesehen hat. Die Quote ist durch geändertes Nutzerverhalten nicht mehr greifbar. Meine Frage ist: Wo geht die Wertschätzung hin? Ich bin da sehr wachsam.

Welche Art von Kultur genießen Sie privat?

Egli: Ich würde gerne viel häufiger ins Kino gehen oder überhaupt Filme sehen. Wenn ich ins Kino kommen würde, gibt es den Film schon längst auf DVD (lacht). Ich mag Filme gerne, besonders die mit Happy End, oder Liebesgeschichten, Komödien.  Auch auf Konzerte komme ich leider viel zu selten. Live dabei war ich im vergangenen Jahr bei Yvonne Catterfeld, Adel Tawil und von Xavier Naidoo. Ich bin superglücklich über die Entwicklung, dass die deutschsprachige Pop-Musik so blüht.

Beatrice Egli singt am Donnerstag, 8. November, ab 19 Uhr in der Meistersingerhalle Nürnberg. Karten kosten im Vorverkauf (ohne Gebühr) in den Geschäftsstellen dieser Zeitung  39,90 Euro bis 68,90 Euro.

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