Familienskifahren auf dem Kärtner Katschberg

27.1.2018, 08:00 Uhr
Foto auf der Piste am Katschberg.

Foto auf der Piste am Katschberg. © Matthias Niese

Hier lässt der Gast das Salzburger Land hinter sich und bricht auf nach Kärnten. Mit einer Feriensiedlung ist der Sattel Ausgangspunkt für ein Brettlvergnügen auf 70 Pistenkilometern. Und das in zwei Richtungen: Auf der Westseite geht’s hinauf zum Tschaneck, gegenüber zum Aineck. Der Vorteil liegt auf der Hand: Glitzert die eine Seite schon in der Morgensonne, lässt sich auf der anderen das Licht noch auskosten, wenn „drüben“ alle Hänge wieder im Schatten sind.

Eine Brücke mit dickem Schneeteppich führt in elegantem Schwung über die Katschberg-Passstraße und macht den Seitenwechsel bequem auf Skiern möglich – ganz ohne Abschnallen. Vom Aineck geht es auf einer der schönsten Strecken im Land 1200 Höhenmeter bergab nach St. Margarethen: Eine sechs Kilometer lange Traumabfahrt, die nicht umsonst als „A 1“ ausgeschildert ist. Fraglich nur, ob die Anspielung auf die österreichische Westautobahn wirklich so glücklich gewählt ist, weckt sie doch neben Assoziationen an ausreichend Platz und Komfort auch solche an Staus oder Verkehrsrowdys.

Dabei steht fest: Diesen Berg hinabzuwedeln ist tausendmal schöner als die entspannteste Reise auf Asphalt. Zurück nach oben geht’s mit Sesseln und Gondeln in drei Etappen, jedes Umsteigen verleitet zu einer variantenreichen Einlage. Und wer in einen „Adlerhorst“ hineinspitzen will – bitte sehr: So heißt hier das Gipfelrestaurant, das mit grandiosem Panorama besticht. Und kulinarisch einen ersten Eindruck von der Kärntner Alpen-Adria-Küche vermittelt.

Damit keiner aus Versehen von der Pistensperre überrascht wird, trommelt am Spätnachmittag ein Guide die Unermüdlichen zur Talabfahrt zusammen. Übrigens ist die Auffahrt aufs Aineck als einzige während der Skisaison auch für Wanderer oder Genießer möglich, die sich am Rund- und Weitblick von den Tauern bis zu den Karnischen Alpen nicht sattsehen können.

Brauerei auf dem Berg

Auf Brettern, aber auch zu Fuß, ist auf der gegenüberliegenden Seite die urgemütliche Gamskogelhütte erreichbar. Sie ist auch Ausgangspunkt für die Rodelroute hinab ins Dorf. Wo direkt am Auslauf und gleich neben der Piste noch ein besonderer Einkehrschwung fällig ist: Im „Stamperl“ ist seit zwei Jahren Österreichs höchstgelegene Brauerei eingerichtet. Aus heimischem Malz und Hopfen und mit Quellwasser vom Katschberg werden täglich 1000 Liter unfiltriertes „Katschbeer“ gebraut – was bei Hochbetrieb gerade für den örtlichen Absatz reicht. Allerdings bietet der junge Braumeister Christoph Hofmayer neben einem hellen Märzen inzwischen auch ein bernsteinfarbenes Dunkles und ein Weizen an.

Von den meisten Quartieren sind es nur ein paar Schritte bis zum Einstieg in die Pistenwelt. Aber nicht nur mit den kurzen Wegen und dem Pistenangebot kann Katschberg als ausgesprochene Familiendestination punkten. Mehrere Hotels haben sich handfest und nachhaltig auf Kinder und Familien eingestellt. Dazu gehören vor allem entsprechend große Zimmer beziehungsweise Mini-Apartments und natürlich Betreuungsangebote mit entsprechend geschulten Kräften.

Prima Stimmung beim Kinderskikurs.

Prima Stimmung beim Kinderskikurs. © TVB

In einem Viersternehaus wie dem Hotel Hinteregger ist der großzügige Wellnessbereich mit mehreren Pools, Saunen und Liegen sogar rund um die Uhr geöffnet – wenn die Kleinen mal partout nicht schlafen wollen, finden Eltern auch zu ungewöhnlichen Zeiten hier vielleicht Ruhe auf einer Wasserliege. Und zum Skikurs werden Kinder sogar im Hotel abgeholt. Die 15-Prozent-Steigung hinauf nach Katschberg meistern Wagen mit Allradantrieb auch bei winterlichen Bedingungen.

Trotzdem müssen Autofahrer gewappnet sein: Hier herrscht häufiger mal Schneekettenpflicht. Wer dann nicht ausgerüstet ist, dem bleibt, wenn er nicht mit einem Quartier im Tal vorliebnehmen will, nur eins: Der Abhol- und Vorspannservice. Rund um die Uhr nehmen im Ernstfall zwei örtliche Unternehmer zu Tarifen ab 25 Euro Autos im Tal an den Haken und schleppen sie bis vors Hotel. Katschberg bietet sich aber auch als Ausgangspunkt für Skitourenfreunde mit guter Kondition an, die Lust auf mehr haben: Auf dem Nockberge-Trail etwa geht es in täglich bis zu sechs Stunden gemütlich und durch unberührte Natur nach Innerkrems, Turrach, Falkert und Bad Kleinkirchheim/St. Oswald.

Mehr Informationen:
Tourismusbüro Katschberg, www.katschberg.at sowie
Kärnten Tourismus, www.kaernten.at, die beide diese Reise unterstützt haben.

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