Schulbankdrücken auf der Alm

20.7.2019, 08:00 Uhr
Am Ende des Valsertals in Tirol liegt die Almhütte von Helga Hager. Hier lebt die Sennerin im Sommer mit ihren Ziegen. Ihr Arbeitsalltag ist hart: Um Fünf Uhr in der Früh steht sie auf, arbeitet im Ziegenstall, in der Küche und auf den Bergwiesen. Erst, wenn die letzten Gäste abends gegangen sind, kehrt für sie wieder Ruhe ein. Weil viele Einheimische keine Lust mehr auf das Almleben haben, hat Helga mit anderen Heimatverbundenen die
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Willkommen auf Helgas Alm

Am Ende des Valsertals in Tirol liegt die Almhütte von Helga Hager. Hier lebt die Sennerin im Sommer mit ihren Ziegen. Ihr Arbeitsalltag ist hart: Um Fünf Uhr in der Früh steht sie auf, arbeitet im Ziegenstall, in der Küche und auf den Bergwiesen. Erst, wenn die letzten Gäste abends gegangen sind, kehrt für sie wieder Ruhe ein. Weil viele Einheimische keine Lust mehr auf das Almleben haben, hat Helga mit anderen Heimatverbundenen die "Schule der Alm" gegründet. Hier können Gäste alles lernen, was zur Almbewirtschaftung dazu gehört. © Johanna Husarek

Die 57-jährige Sennerin Helga Hager liebt ihre Alm, die satten Wiesen und sogar das Mähen mit der Sense. Die Arbeit an den steilen Hängen kostet sie viel Kraft. Männer machen ihr dabei so schnell nichts vor.
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Sommers Sennerin, winters Sommelière

Die 57-jährige Sennerin Helga Hager liebt ihre Alm, die satten Wiesen und sogar das Mähen mit der Sense. Die Arbeit an den steilen Hängen kostet sie viel Kraft. Männer machen ihr dabei so schnell nichts vor. "Ich weiß, wie man Heu macht, da diskutier ich gar nicht", sagt sie. Auch sonst geht Hager gern ihre eigenen Wege. Im Winter arbeitet sie als Sommelière in Kitzbühel. © Johanna Husarek

Eine einzigartige Kulisse breitet sich vor Helgas Hütte aus, der Blick ins Tal ist unbezahlbar: steile Hänge, Almwiesen, Bauernhöfe. Doch die Postkartenidylle kippt. Nur noch wenige im Tal können der harten Arbeit auf den Almen etwas abgewinnen. Darum haben Helga und andere Initiatoren eine
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In der "Schule der Alm"

Eine einzigartige Kulisse breitet sich vor Helgas Hütte aus, der Blick ins Tal ist unbezahlbar: steile Hänge, Almwiesen, Bauernhöfe. Doch die Postkartenidylle kippt. Nur noch wenige im Tal können der harten Arbeit auf den Almen etwas abgewinnen. Darum haben Helga und andere Initiatoren eine "Schule der Alm" gegründet. © Johanna Husarek

Werner Kräutler, Obmann des Vereins
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"Ja, bist du deppert!"

Werner Kräutler, Obmann des Vereins "Schule der Alm", freut sich über den Kuss einer Ziege. Er kann sich für Vieles begeistern, vor allem aber über Freiwillige, die auf den Almen mit anpacken und die Bergbauern bei der Pflege ihrer Almwiesen unterstützen. Seine Idee, eine "Almschule" zu gründen, ging auf. Jahr für Jahr kommen immer wieder ehemalige Schüler und helfen mit. © Johanna Husarek

Die Schüler lernen auf Helgas Alm alles, was an Arbeiten in den Bergen anfällt: Sensen, Heu wenden, Schrägzäune bauen, Ziegen melken und mehr. Alois Gatt, der ehemalige Volksschulrektor im Valsertal, zeigt einer Teilnehmerin, wie eine Sense zu wetzen ist.
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Lehrstunde mit der Sense

Die Schüler lernen auf Helgas Alm alles, was an Arbeiten in den Bergen anfällt: Sensen, Heu wenden, Schrägzäune bauen, Ziegen melken und mehr. Alois Gatt, der ehemalige Volksschulrektor im Valsertal, zeigt einer Teilnehmerin, wie eine Sense zu wetzen ist. © Johanna Husarek

Alm-Lehrer Alois Gatt ist ein geborener Pädagoge: geduldig, ruhig und manchmal auch streng, wie er sagt. Bei ihm den Umgang mit Sense, Keil oder Rechen zu erlernen, ist ein Vergnügen. Vor allem, wenn er dabei Heimatgeschichten aus früheren Zeiten erzählt.
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Heimatkunde mal anders

Alm-Lehrer Alois Gatt ist ein geborener Pädagoge: geduldig, ruhig und manchmal auch streng, wie er sagt. Bei ihm den Umgang mit Sense, Keil oder Rechen zu erlernen, ist ein Vergnügen. Vor allem, wenn er dabei Heimatgeschichten aus früheren Zeiten erzählt. © Johanna Husarek

Wenn Alois Gatt mit der Sense loslegt, geht es ratzfatz: Der 72-Jährige mäht hügelige Wiesen, als wenn es ihn keine Kraft kostet.
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Der Schwung macht`s

Wenn Alois Gatt mit der Sense loslegt, geht es ratzfatz: Der 72-Jährige mäht hügelige Wiesen, als wenn es ihn keine Kraft kostet. "Der Schwung muss stimmen", erklärt er. Und Spaß soll es machen. "Vielleicht liebe ich daran am meisten das Schwitzen", sagt er mit feinsinnigem Humor. © Johanna Husarek

Eine Helferin wendet noch nasses Gras, damit es in der Sonne trocknen kann. Aber schnell, bitte: Bis das Gewitter kommt, muss alles eingeholt sein und im Schober verstaut.
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Luftige Sache

Eine Helferin wendet noch nasses Gras, damit es in der Sonne trocknen kann. Aber schnell, bitte: Bis das Gewitter kommt, muss alles eingeholt sein und im Schober verstaut. © Johanna Husarek

Mit dem Heu auf dem Rücken geht es hinauf zum nächsten Sammelplatz oder Schober. Im Winter bekommen die Tiere die getrockneten Gräser und Kräuter dann als Futter. Teilweise bringen es die Bergbauern noch heute per Schlitten ins Tal - eine gefährliche Fahrt.
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Das kostet Kraft

Mit dem Heu auf dem Rücken geht es hinauf zum nächsten Sammelplatz oder Schober. Im Winter bekommen die Tiere die getrockneten Gräser und Kräuter dann als Futter. Teilweise bringen es die Bergbauern noch heute per Schlitten ins Tal - eine gefährliche Fahrt. © Helga Hager

Ausruhen ist ausdrücklich erlaubt: Alm-Lehrer Alois Gatt (links) und Werner Kräutler blicken ins unberührte Valsertal. Das ist ihr wohl größter Lohn: Die Wiesen und Weiden vor Augen zu sehen und zu wissen, dass viele das gleiche Ziel haben wie sie, nämlich die Almen zu erhalten.
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Rast auf der Bergwiese

Ausruhen ist ausdrücklich erlaubt: Alm-Lehrer Alois Gatt (links) und Werner Kräutler blicken ins unberührte Valsertal. Das ist ihr wohl größter Lohn: Die Wiesen und Weiden vor Augen zu sehen und zu wissen, dass viele das gleiche Ziel haben wie sie, nämlich die Almen zu erhalten. © Johanna Husarek

Stabiler als jeder Stacheldrahtzaun und das ohne einen Nagel: Wie man einen Schrägzaun baut, zeigt Alois Gatt (Mitte) zwei seiner Schülern. Die Weidezäune halten im Winter jeder Schneelast stand, weil sich ihr Konstrukt aus Lärchen- und Fichtenholz mitbiegt.
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Zaun ohne jeden Nagel

Stabiler als jeder Stacheldrahtzaun und das ohne einen Nagel: Wie man einen Schrägzaun baut, zeigt Alois Gatt (Mitte) zwei seiner Schülern. Die Weidezäune halten im Winter jeder Schneelast stand, weil sich ihr Konstrukt aus Lärchen- und Fichtenholz mitbiegt. © Johanna Husarek

Auch Ziegen hüten und melken gehört zur täglichen Arbeit auf Helgas Alm. Helferin Sarah aus Deutschland bringt Erfahrungen mit den Tieren mit. Drei Wochen hilft sie Sennerin Helga im Stall und beim morgendlichen Auftrieb auf die kräuterreichen Berghänge.
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Ziegenhirtin in der Freizeit

Auch Ziegen hüten und melken gehört zur täglichen Arbeit auf Helgas Alm. Helferin Sarah aus Deutschland bringt Erfahrungen mit den Tieren mit. Drei Wochen hilft sie Sennerin Helga im Stall und beim morgendlichen Auftrieb auf die kräuterreichen Berghänge. © Johanna Husarek

Selbst auf der Alm geht's manchmal modern zu: Ein kleines GPS-Gerät am Hals der Leitziege
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Wo sind bloß die Ziegen hin?

Selbst auf der Alm geht's manchmal modern zu: Ein kleines GPS-Gerät am Hals der Leitziege "Melange" verrät der Sennerin auf einen Klick, wo sich die Herde gerade aufhält. © Johanna Husarek

Ein Ergebnis harter Arbeit, das besonders köstlich ist: Sennerin Helga macht auf ihrer Alm aus frischer Ziegenmilch einen phänomenalen Frischkäse. Natürlich mit Kräutern von den Almwiesen und mit selbst gebackenem Brot.
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Köstliches Ergebnis

Ein Ergebnis harter Arbeit, das besonders köstlich ist: Sennerin Helga macht auf ihrer Alm aus frischer Ziegenmilch einen phänomenalen Frischkäse. Natürlich mit Kräutern von den Almwiesen und mit selbst gebackenem Brot. © Johanna Husarek

Zu den großen Unterstützern der
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Die gute Seele

Zu den großen Unterstützern der "Schule der Alm" gehört Margit Gstrein. Die gute Seele hält ihrer Schwester Helga Hager den Rücken frei und kocht für die Gäste. Bei ihr gibt es immer traditionelle Almküche zu verkosten, ob Kasnocken oder Zicklein-Braten. © Johanna Husarek

Zu Helga Hagers guten Nachbarn zählt Bergbauer Hans Holzmann. Seine Familie besitzt eine Alm, die 1828 nach einem Lawinenunglück wieder aufgebaut wurde. In seiner Küche fühlt man sich um zwei Jahrhunderte zurückversetzt. Fast alles ist original. Deswegen war seine Almhütte auch Drehort im Spielfilm
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Almleben wie anno 1828

Zu Helga Hagers guten Nachbarn zählt Bergbauer Hans Holzmann. Seine Familie besitzt eine Alm, die 1828 nach einem Lawinenunglück wieder aufgebaut wurde. In seiner Küche fühlt man sich um zwei Jahrhunderte zurückversetzt. Fast alles ist original. Deswegen war seine Almhütte auch Drehort im Spielfilm "Vals". © Foto: Johanna Husarek

Zum Leben auf der Alm gehört für Bergbauer Hans Holzmann nur sehr wenig: Sein Küchenregal verrät, wie wenig er benötigt, um glücklich zu sein. Dabei arbeitet der aufrechte Mann den ganzen Tag sehr hart.
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Küchen-Stilleben

Zum Leben auf der Alm gehört für Bergbauer Hans Holzmann nur sehr wenig: Sein Küchenregal verrät, wie wenig er benötigt, um glücklich zu sein. Dabei arbeitet der aufrechte Mann den ganzen Tag sehr hart. © Johanna Husarek

Die Kühe im Valsertal haben ein paradiesisches Leben: Den Sommer verbringen sie auf der Alm. Nur wenige Wanderer kommen vorbei und stören. Umso neugieriger sind sie, wenn man ihnen einen Blumenstrauß hinstellt...
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Kuh frisst Blumenstrauß

Die Kühe im Valsertal haben ein paradiesisches Leben: Den Sommer verbringen sie auf der Alm. Nur wenige Wanderer kommen vorbei und stören. Umso neugieriger sind sie, wenn man ihnen einen Blumenstrauß hinstellt... © Johanna Husarek

Was die Frau zum Lachen bringt, kostet das Vieh voll aus. So sind beide vergnügt: Die Kuh, weil sie die Hand der Urlauberin ablecken darf. Die Frau, weil es so irre kitzelt.
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Tierische Begegnung

Was die Frau zum Lachen bringt, kostet das Vieh voll aus. So sind beide vergnügt: Die Kuh, weil sie die Hand der Urlauberin ablecken darf. Die Frau, weil es so irre kitzelt. © Johanna Husarek