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Corona-App: Johnson blamiert sich im britischen Parlament

Oppositionsführer nimmt ihm mit dem Wort "Deutschland" den Wind aus den Segeln - 25.06.2020 14:36 Uhr

Bloßgestellt: der britische Premierminister Boris Johnson.

© JESSICA TAYLOR, AFP


Bei der digitalen Nachverfolgung von Corona-Fällen hinkt Großbritannien hinterher – und das obschon es das in Europa am schlimmsten betroffene Land ist. Das sorgt für reichlich Unmut in der Bevölkerung und politischen Zoff. Eine Szene, die sich jüngst im Londoner Parlament abgespielt hat, avanciert nun in den sozialen Medien zum Renner: Es geht um einen Schlagabtausch zwischen Premier Boris Johnson und dem Labour-Vorsitzenden Keir Starmer.

Die Vorgeschichte: Johnson hatte schon vor längerer Zeit angekündigt, bis Anfang Juni ein "Weltklassesystem" zur Nachverfolgung von Kontakten einzuführen. Doch daraus wird nicht, die Regierung musste bereits kleinlaut eingestehen, dass dieses Versprechen nicht eingehalten werden kann. Eine Warn-App, die über mehrere Wochen hinweg auf der Isle of Wight getestet worden war, erwies sich als untauglich, woraufhin eine andere App-Variante weiterverfolgt wurde. Die steckt aber offenbar noch in der Entwicklung.

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Das gebrochene Versprechen sorgte für Empörung in Politikerkreisen. Johnson verteidigte sich daraufhin im Parlament mit der Behauptung, dass bisher noch kein Land der Welt eine funktionierende Kontaktverfolgungs-App besitze. Er ging sogar noch weiter und forderte Oppositionsführer Starmer in jovialem Ton auf, ein Land zu benennen, das über solch eine App verfüge. Der Labour-Chef antwortete kühl: "Deutschland! Läuft seit dem 15. Juni. Zwölf Millionen Downloads".

Das ist akkurat: Aktuell nutzt hierzulande etwa jeder siebte die Corona-Warn-App (bei gut 12,5 Millionen Downloads), teilt das Robert-Koch-Institut mit. Das entspricht einem Anteil von etwa 15 Prozent der Bevölkerung. Ausgerechnet Forscher der britischen Elite-Universität Oxford glauben, dass die App Wirkung zeigt, sobald 15 Prozent der Bevölkerung mitmachen.

Wie die Welt berichtet, könnte es in Großbritannien nach Regierungsangaben noch bis zum Winter dauern, bis dort eine neue Corona-Warn-App einsatzbereit ist. Großbritannien gilt mit mehr als 43.000 Toten (Stand 25. Juni) als das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Europa. In Deutschland mit seiner wesentlich größeren Bevölkerung sind bislang 8395 Menschen an der Folgen der Lungenerkrankung Covid 19 gestorben.


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