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Geschenke mit internationalem Flair

90 Minuten auf dem Markt der Partnerstädte - 06.12.2008

Auf dem Markt der Partnerstädte findet sich künstlerisches, kulinarisches und vor allem ausgefallenes, wie hier eine venezianische Karnevalsmaske.

© Fengler


«Wir reisen sehr gerne und fahren mit unserem Wohnmobil zwei bis drei Mal im Jahr nach Italien», sagt Dieter Fuchs. Beim alljährlichen Besuch der Weihnachtsstadt dürfe für ihn und seine Frau auch ein Spaziergang über den Markt der Partnerstädte nicht fehlen. «Auf dem großen Weihnachtsmarkt ist viel Kommerz, der kleine hier zeigt mehr Handwerk. Das gefällt uns», meint der Regensburger. Eine venezianische Maske kaufen will er aber nicht, «nur mal anschauen.»

Auch Gerhard und Gisela Zeckay aus Nürnberg sind heute nur zum schauen hergekommen. «Wir gehen mehrmals auf dem Markt spazieren, bis wir was kaufen», sagen sie. Die Stände der Partnerstädte findet das Rentnerpaar allesamt «sehr schön».

Insgesamt 19 internationale Budenbesitzer haben sich auf dem Markt vor dem Rathaus versammelt. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Produkte, gehen zum Teil auch an einen wohltätigen Zweck. So werden mit dem Erlös aus Partnerschaftspunsch, Nürnberg-Büchern und Weihnachtsartikeln am zwanzigsten Stand, der Bude des Amtes für Internationale Beziehungen, karitative Projekte und Einrichtungen in den Partnerstädten unterstützt.

Ulrike Schöneberg, Vorsitzende des Vereins «Nürnberger helfen Menschen in Sri Lanka», bietet am Kalkudah-Stand bemalte Holzelefanten und buntes Spielzeug aus Kautschukbaum-Holz an. «Unser Erlös kommt Projekten in Sri Lanka zugute», sagt sie. In dem von Unwettern, starken Monsunregen und Bürgerkrieg gebeuteltem Land hat die Stadt Nürnberg einen Kindergarten errichten lassen, der noch Möbel brauche, sagt Schöneberg. Auch werden für das neue Gesundheitszentrum der GfK an der Ostküste von Sri Lanka noch medizinische Geräte benötigt.

Der Verkauf des Spielzeugs solle dazu einen kleinen Beitrag leisten. Doch in diesem Jahr will die Kasse nicht so recht klingeln. «Die Leute achten mehr aufs Geld», meint Schöneberg, die zusammen mit 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern schon zum vierten Mal den Stand auf dem Markt betreut.

Auch der Franzose Jean-Victor Dubois ist von den eher zaghaften Käufern an seinem Stand «Limousin» überrascht. Die Ursache hat der Künstler, der seit 20 Jahren seine kreativen Emaillearbeiten, vornehmlich Schmuck und Bilder, anbietet, schnell gefunden. «Die Leute wollen in diesem Jahr günstige Sachen kaufen, aber meine Produkte sind sehr aufwendig herzustellen und deshalb etwas teurer», sagt Dubios.

Fritz Körber, ehemaliger Bürgermeister von Schwaig und Mitglied im Bezirkstag Mittelfranken, bedauert das schlechte Geschäft seines französischen Freundes. «Ich komme seit vielen Jahren hierher und kaufe immer etwas», sagt er. Ein Blick in seine braune Stofftasche verrät, dass es diesmal Stollen vom «Gera»-Stand ist. «Der ist für den Seniorennachmittag der Arbeiterwohlfahrt», sagt Körber, «denn an Weihnachten möchte ich gerne Freude bereiten.»

Daniela Kaiser

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