Geballte Power am Rand der Metropolregion

25.7.2013, 17:42 Uhr
Schauplatz des „7. Wissenschaftstages“ der Metrolpolregion Nürnberg: der Campus der Hochschule Coburg.

Schauplatz des „7. Wissenschaftstages“ der Metrolpolregion Nürnberg: der Campus der Hochschule Coburg. © Pressestelle der Hochschule

Anlass genug, die Hochschule selbst näher zu betrachten. Wir sprachen dazu mit ihrem Präsidenten Prof. Michael Pötzl.

Herr Präsident, stellen Sie uns doch bitte Ihre Hochschule kurz vor.

Prof. Michael Pötzl: Unser Fächerspektrum reicht von den Natur- und Ingenieurwissenschaften inklusive der Informatik über die Wirtschaft, die Soziale Arbeit und die Gesundheitsförderung bis hin zum Design. Hinzu kommen vier Studiengänge in der Versicherungswirtschaft. Diese deutschlandweit einmalige Konstellation ermöglicht ein Vollzeitstudium, ein duales Studium in Kombination mit einer Berufsausbildung oder ein berufsbegleitendes Studium. Dafür gibt es den Verbund Forum V, eine Kooperation mit den vier nordbayerischen Versicherungsunternehmen und der Universität Erlangen-Nürnberg. Wir haben uns mit unseren Design-Studiengängen national und international hervorragend positioniert. Und da in Oberfranken eine Reihe von Automobilzulieferern beheimatet ist, werden auch unsere Studiengänge in Automobiltechnik und -management sehr gut nachgefragt.

Welche Rolle spielt die Hochschule Coburg in der Metropolregion Nürnberg?

Pötzl: Wir sehen uns als wichtigen Teil der Metropolregion und nehmen diese Rolle auch selbstbewusst wahr. Gerade in den Bereichen Automotive, Design sowie der Sensor- und Aktortechnik bereichern wir das Potenzial in der Metropolregion.

Was müsste sich ändern?

Pötzl: Der Fokus in der Metropolregion Nürnberg ist noch sehr stark auf das Zentrum gerichtet. Die leistungsfähige Peripherie wird dabei manchmal übersehen. Gerade in den Randregionen gibt es jedoch vielfältige Potenziale, die ausgeschöpft werden können. So hat Oberfranken – deutschlandweit gesehen – eine sehr hohe Industriedichte, und speziell in der Region Coburg gibt es etliche Weltmarktführer im Spezialwerkzeug-Maschinenbau. Das ist im Zentrum der Metropolregion kaum bekannt, eröffnet uns als Hochschule aber vielfältige Kooperationsmöglichkeiten.

Prof. Michael Pötzl, Präsident der Hochschule Coburg

Prof. Michael Pötzl, Präsident der Hochschule Coburg © Pressstelle der Hochschule

Welche sonstigen Ziele verfolgen Sie kurz- und mittelfristig?

Pötzl: Unser Ziel ist es, zukunftsorientierte Studiengänge zu etablieren, die den Absolventen gute Karrierechancen eröffnen. Deshalb starten wir im nächsten Wintersemester die drei neuen Bachelor-Studiengänge Erneuerbare Energien, Automatisierung und Robotik sowie Elektro- und Informationstechnik, für die man sich aktuell noch bewerben kann. Hervorzuheben sind auch die Studienrichtungen Energieeffizientes Gebäudedesign sowie Laser- und Lichttechnologie.

Was zeichnet das Studium an der Hochschule Coburg besonders aus?

Pötzl: Die jungen Menschen beginnen früher mit dem Studium, sie sollen viel Fachwissen in kurzer Zeit erwerben und ihre Sozialkompetenzen ausbilden. Wir meinen: Das geht nur in einem integrierten Modell. Durch interdisziplinäre Projekte mit anderen Studiengängen trainieren unsere Studierenden ihre Kommunikations- und Teamfähigkeit. Sie erfahren unmittelbar, worauf es bei der Lösung von Problemen ankommt.
Gleichzeitig werden die Zugangswege zur Hochschule immer vielfältiger. Der eine hat eine Berufsausbildung ohne Abitur, der andere bringt viel theoretisches Wissen, aber kaum praktische Erfahrungen mit. Um dies auszugleichen, bieten wir den Studierenden ein individuelles Beratungsangebot. Unser Projekt „Der Coburger Weg“ wird im Qualitätspakt Lehre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung fünf Jahre lang mit insgesamt 7,3 Millionen Euro gefördert. Bezogen auf unsere Größe sind wir damit deutschlandweit Spitzenreiter!

Wo liegen Ihre Schwerpunkte in der Forschung?

Pötzl: Auf der Forschungslandkarte der Hochschulrektorenkonferenz werden wir mit den Schwerpunkten „Mess- und Sensortechnik“, „Automotive“ und „Sozialraum-orientierte Gesundheitsforschung“ vertreten sein. Und wir setzen auf die Kombination verschiedener Fachrichtungen, wie der Informatik, dem Design und der Sensorik.

 

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