Donnerstag, 22.08.2019

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4 Plus wird selbst zum Plus

Niederländer kaufen Erlanger Medizintechnikfirma - 27.02.2019 18:57 Uhr

Sioux-Chef Arnoud de Geus (v. li.) sowie die 4-Plus-Geschäftsführer Karl Kapp und Tibor Takacs. © Foto: K.-D. Schreiter


ERLANGEN — Wer auf dem Medizintechnik-Sektor wachsen will, der kommt um das Medical Valley nicht herum. Das Unternehmen Sioux High Tech Systems GmbH jedenfalls schickte Profis aus und wurde auf der Suche nach einem geeigneten Übernahmekandidaten hier fündig: bei der Firma 4 Plus. Gegründet vor 20 Jahren von zwei Siemens-Ingenieuren sahen die Gesellschafter in der Offerte der Niederländer die Chance, die Nachfolge des Unternehmens zu sichern.

Sioux mit Hauptsitz in Eindhoven – dem Silicon Valley der Niederlande – setzte zuletzt mit rund 700 Mitarbeitern an sieben Entwicklungsstandorten rund 70 Millionen Euro um. Mit dem nun erworbenen Zugang zum süddeutschen Markt will Sioux noch schneller wachsen. Die Firma stellt Technologie für die Halbleiterindustrie, für Laborausrüster, die Medizintechnik und weitere Unternehmen her. Die Hälfte des Umsatzes wird allerdings noch in der Automobilsparte erzielt. "Mittelfristig soll unsere Gruppe auf vier Säulen stehen, die dann jeweils rund ein Viertel zum Umsatz beitragen", sagte Sioux-Geschäftsführer Arnoud de Geus gestern in Erlangen.

Er hat bereits einen zweiten Wohnsitz in Nürnberg, um von hier aus den Neuzugang mitzubetreuen. Allerdings bleiben die 4-Plus-Geschäftsführer zunächst an Bord, um die Integration zu begleiten. Mit dem Zukauf, über dessen Kosten keine Angaben gemacht wurden, vergrößert sich die Sparte, die bislang rund zehn Prozent des Umsatzes von Sioux ausmacht: um 4,6 Millionen Euro und rund 50 Menschen. "Das ist ein sicherer Hafen für unsere Mitarbeiter für die nächsten 10, 20, 30 Jahre", sagte 4-Plus-Geschäftsführer Karl Kapp. Und Sioux plant bereits mit mehr – auf bis zu 100 Beschäftige wolle man am Standort in drei bis vier Jahren aufstocken, so de Geus. Unter anderem sollen zwei Projekte von Eindhoven nach Erlangen geholt werden.

Viel Potenzial sieht de Geus in personalisierter Medizintechnik. 4 Plus entwickelt etwa Steuerungssysteme für Röntgengeneratoren oder Software, mit der mittels 3D-Technologie vor einer Hüft- oder Knie-OP sichergestellt werden kann, dass das Implantat auch wirklich genau passt. 

Anja Kummerow

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