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Samstag, 25.05.2019

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Aha-Erlebnisse beim Tag der Artenvielfalt

Die Veranstaltung in der Pegnitzaue sensibilisierte Besucher einmal mehr für die Natur - 07.05.2018 16:00 Uhr

Auge in Auge mit der Natur: Beim Tag der Artenvielfalt am Ulmenweg erlebten die Menschen Fürth von ganz ungewohnter Seite. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Die neunjährige Katharina kaut, dann nickt sie. "Gut!" Ihr Lob gilt der selbstgemachten Kräuterbutter auf ihrem Brot. Daheim gibt’s so was auch, denn Mama Nadja Joos achtet auf gesunde Ernährung. Aber diesmal steckt neben Schafgarbe und Gänseblümchen selbst gepflücktes Grünzeug im Aufstrich, mit dem Mutter und Tochter nicht so vertraut sind: Spitzwegerich und Wiesenlabkraut etwa. Kräuter- und Ernährungspädagogin Jutta Satorius von der Wellness-Scheune Kraftshof nennt Letzteres auch "Hochhauspflanze, weil die Blätter in Etagen angeordnet sind".

Ihre Kräuterwerkstatt, in der Kinder neben "grüner Butter", wie das bei Familie Joost heißt, auch aromatische Limonade aus Ananassalbei, Apfelsaft und mehr mixen durften, war eine der Mitmachaktionen beim Tag der Artenvielfalt in der Pegnitzaue bei der Ludwigbrücke.

Während der Wind das Johlen der SpVgg-Fans vom Ronhof herüberweht, streicheln Kinderhände Schafe und servieren einer wohl recht satten Ziege Grasbüschel, erklären Fachleute die Welt der Biber, der Bienen, der Bäume. Eine junge Familie, der der Trubel im Knoblauchsland zu groß wurde, freut sich über die entspannte Stimmung an der Pegnitz. Und Elisabeth Witan vom Umweltamt der Stadt, meint mit Blick auf die Menschengrüppchen an den Infoständen, es laufe gut heute.

Bei ihr legen Kinder Mandalas aus getrockneten Beeren, Blättern und anderen Naturstoffen. Gegenüber, beim Landesbund für Vogelschutz (LBV), essen zwei Jungen und ein Mädchen wie ein Star. Eine Minute gibt ihnen der zweite Kreisvorsitzende Hans-Georg Müller Zeit, um – "Hände bitte auf den Rücken" – "Würmer" und "Kirschen" (süße Gummischlangen und -früchte) mit dem Mund aufzupicken. Jedes Kind schafft zwei Würmer und zwei Kirschen. Was der Vogel des Jahres in derselben Zeit verschlingt? Müller gesteht augenzwinkernd, er wisse es nicht. Nur: Das Tier verschwende keine Zeit mit Kauen und kriege in zwei, drei Wochen Brutzeit 7000 Fütterungen hin.

Maja (11) weiß seit der Fledermausführung am Vorabend, dass die Flügel der Tiere "aufgebaut sind wie unsere Hände". "Stimmt", bestätigt Expertin Bettina Cordes, "die haben Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und all das wie wir." Und Majas Mutter Lana Merdian (40) wird sicher nie wieder vergessen, dass es "Jazz-Sänger" unter den Abendseglern gibt. 

Birgit Heidingsfelder

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